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Abstimmungen

An der Urne entschieden

Ausgeknallt: Rüti und Bauma wollen kein lärmendes Feuerwerk mehr

Die Stimmbürger von Bauma und Rüti haben einem Feuerwerksverbot zugestimmt. In beiden Gemeinden war das Ergebnis relativ deutlich – sehr zur Freude der jeweiligen Initianten.

Die Rütner und Baumer Bevölkerung hat keine Lust mehr auf lärmendes Feuerwerk. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Ausgeknallt: Rüti und Bauma wollen kein lärmendes Feuerwerk mehr

Die Stimmbürger von Bauma und Rüti haben einem Feuerwerksverbot zugestimmt. In beiden Gemeinden war das Ergebnis relativ deutlich – sehr zur Freude der jeweiligen Initianten.

Sowohl in Bauma wie auch in Rüti wird der diesjährige Silvester der letzte mit lautem Feuerwerk sein: In beiden Gemeinden spricht sich das Stimmvolk für ein Verbot von lärmendem Feuerwerk aus. Sie folgen damit einem wachsenden Trend in der Region – in mehreren Gemeinden ist lärmendes Feuerwerk bereits verboten.

In Bauma betrug die Stimmbeteiligung 52,89 Prozent. 56,44 Prozent, also 1025 Stimmberechtige, sprachen sich für das Verbot aus, 791 Personen, also 43,56 Prozent, lehnten dieses ab.

Der Gemeinderat hat die Annahme der Initiative empfohlen. Dementsprechend zufrieden ist Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) mit dem Ausgang der Abstimmung. «Ich bin froh, wurde an der Urne über das Thema abgestimmt und nicht nur an der Gemeindeversammlung.» So konnten alle Baumerinnen und Baumer mitbestimmen.

Als Nächstes muss die Polizeiverordnung angepasst werden. Sobald die neue Verordnung festgesetzt ist, und nach Ablauf der Rechtsmittelfristen und der Publikation durch den Gemeinderat, tritt das Verbot 2026 in Kraft.

Ein Ausmass, das keinem mehr gut tut

Hansjürg Germann ist einer der Initianten des Verbots. Er erfährt die für ihn erfreuliche Nachricht am Telefon mit dieser Redaktion. «Ich finde es schön, dass das durchgekommen ist und von so vielen Leuten mitgetragen wurde.» Das sei nicht selbstverständlich beim Thema Feuerwerk.

Er könne die Gegenseite schon verstehen. «Ich schaue bei Feuerwerk auch gerne in den Himmel, das streite ich nicht ab.» Aber: «Die Knallerei hat ein Ausmass angenommen, das keinem mehr gut tut.»

Viele würden im Zusammenhang mit Feuerwerk auch die Traditionen erwähnen. Kein gutes Argument, findet Germann. «Die Tradition ist das Fest, also der 1. August oder Silvester. Es gibt viele schöne Wege, diese Feste zu feiern, ohne Feuerwerke – zusammen essen, trinken, tanzen, darum geht es doch.»

Er habe Vertrauen, dass sich die Baumerinnen und Baumer an das Verbot halten werden – auch wenn es schwierig ist, dieses zu kontrollieren. «Wir sind bei vielen Gesetzen darauf angewiesen, dass wir uns als Kollektiv daran halten.»

Keine Überraschung in Rüti

In Rüti war das Ergebnis noch deutlicher als in Bauma. Bei einer Stimmbeteiligung von 47,7 Prozent stimmten 59,69 Prozent einem Verbot zu; das entspricht 2205 Ja- zu 1489 Nein-Stimmen.

Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin (Die Mitte) ist nicht gross überrascht von diesem Ausgang. Bereits an der Gemeindeversammlung im Juni sprach sich eine deutliche Mehrheit für ein Verbot aus. Es sei gut, dass nun an der Urne entschieden wurde. «So konnte eine breitere Bevölkerung mitentscheiden.»

Wie in Bauma muss auch in Rüti die Polizeiverordnung angepasst werden, ehe das Verbot in Kraft tritt. Bürgin geht jedoch davon aus, dass dies noch vor dem 1. August 2026 passiert.

Teil einer Demokratie

Rosmarie Tschudi hat die Initiative zum Feuerwerksverbot in Rüti lanciert. Sie ist zufrieden mit dem Ausgang der Abstimmung. Dass das Ergebnis so deutlich ausfällt, darauf habe sie gehofft – aber nicht unbedingt damit gerechnet. «Ich hätte auch mit einem anderen Ausgang leben können.»

Was das Einhalten des Gesetzes angeht, da macht sich Tschudi keine allzu grosse Sorgen. «In anderen Gemeinden funktioniert es auch – warum also nicht auch in Rüti?»

Die Gemeinden im Oberland sind nicht die einzigen, die sich mit dem Verbot von lärmendem Feuerwerk beschäftigen. Auch auf Bundesebene ist dies ein Thema. Die Feuerwerksinitiative fordert ein landesweites Verbot von privat gezündeten Böllern und Raketen. Abgestimmt wird im kommenden Jahr.

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