Trotz deutlichem Mehr schickt Rüti das Feuerwerksverbot an die Urne
Schluss mit lauten Böllern? An der Gemeindeversammlung in Rüti zeigte sich eine klare Tendenz hinsichtlich eines Feuerwerksverbots. Im Nachgang entschied man sich dann doch für eine Urnenabstimmung.
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo sie die Freiheit anderer beeinträchtigt – so viel zur Philosophie. Aber endet das persönliche Glück Einzelner auch da, wo es die Ruhe anderer stört? Wie in unzähligen anderen Gemeinden widmeten sich in Rüti die 234 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom Montagabend der Frage, wie wichtig ihnen traditionelle Feuerwerke am 1. August oder zu Silvester sind. Oder eben, wie sehr diese sie stören und die Tiere verängstigen.
Inzwischen haben sieben Oberländer Gemeinden ein Verbot von lärmendem Feuerwerk verabschiedet. Für Rüti ist die Angelegenheit trotz eingereichter Einzelinitiative nicht vollkommen neu. Im Juni 2019 waren an einer Gemeindeversammlung bereits eine Initiative hinsichtlich der «Leitplanken beim Abbrennen von Feuerwerk» sowie der Gegenvorschlag «Genehmigungspflicht von Feuerwerk» des Gemeinderats behandelt worden. Damals lehnte die Versammlung anstelle der Initiative den Gegenvorschlag des Gemeinderats knapp ab. Während sechs Jahren lag die Sache auf Eis.
Deutliche Uneinigkeit
Die jetzige Initiantin Rosmarie Tschudi meinte zusammenfassend: «Denkt an die vielen Haustiere in Rüti und daran, dass, wenn wir kein Verbot bekommen, alle aus den umliegenden Gemeinden zu uns zum Böllern kommen.» Dass der Gemeinderat hinter ihr steht, betonte die Seniorin nochmals und erntete (obwohl an Gemeindeversammlungen untersagt) solch tosenden Applaus, dass beinahe die Kirche bebte.

