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Politik

Vision «Turbi 2040»

Zukunftswerkstatt Turbenthal: So denken die Teilnehmer ihr Dorf neu

60 Teilnehmende brachten sich im Rahmen einer Zukunftswerkstatt namens «Turbi 2040» zu diversen Themenfeldern ein. Nun geht’s in die nächste Arbeitsphase.

Turbenthal bietet bereits vieles – aber das Dorf hat offensichtlich auch noch Potenzial, etwa bei der Schaffung von Begegnungszonen oder beim Angebot für Jugendliche.

Foto: Marcel Vollenweider

Zukunftswerkstatt Turbenthal: So denken die Teilnehmer ihr Dorf neu

60 Teilnehmende brachten sich im Rahmen einer Zukunftswerkstatt namens «Turbi 2040» zu diversen Themenfeldern ein. Nun geht es in die nächste Arbeitsphase.

Die Grosshalle Tösstal in Turbenthal verwandelte sich am Samstag zu einem eigentlichen «Thinktank». Der Gemeinderat hatte zu einem Mitwirkungsanlass geladen.

Rund 60 Turbenthalerinnen und Turbenthaler gewichteten die Möglichkeit, an der Zukunftsentwicklung des Dorfs mitzugestalten, höher, als mit Freizeitaktivitäten das tolle Wetter zu geniessen.

Gemeinderat in Klausur

Turbenthals Gemeindepräsident René Gubler (FDP) freute sich über das rege Interesse, auch wenn er sich im Vorfeld einen etwas grösseren Zulauf gewünscht hätte. Er berichtete über die Resultate einer Gemeinderatsklausur, die am 1. März im Städtchen Lichtensteig SG stattgefunden hatte.

Der Gemeinderat habe sich mit der Zukunftsentwicklung von Turbenthal befasst und letztlich verschiedene Handlungsfelder definiert, die nun vertieft geprüft und bearbeitet werden sollten.

An der Entwicklung der Gemeinde solle auch die Bevölkerung mitwirken. Er erhoffe sich von der Zukunftswerkstatt «Turbi 2040» Denkansätze und konkrete Ideen für die spätere Umsetzung. Die vom Gemeinderat definierten Handlungsfelder heissen Vision, Gastronomie, Zentrumsgestaltung, Zusammenarbeit der Behörden, Kommunikation und Partizipation sowie Schlossscheune.

Schwächen und Stärken benennen

Moderator Mathias Müller, der auch Stadtpräsident von Lichtensteig ist, wollte von den Anwesenden in einem ersten Schritt eine Art Stärken-/Schwächenprofil des Dorfs aufgezeigt erhalten und aufgrund dieser Benennungen die wichtigsten Bedürfnisse der vertretenen Bevölkerung eruieren.

Turbenthals Bevölkerung war eingeladen, konkrete Ideen zur Ausgestaltung von verschiedenen Themenfeldern einzubringen.
Die Moderation des Anlasses übernahm Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig.

Als Stärken des Dorfs wurden die folgenden Faktoren genannt: Treffpunkt Töss, Kirchenpark und Freibad, Aussenwachten, Vielfalt der Angebote, Energiestadt und Kulturkommission. Optimierungspotenzial sahen die Anwesenden in folgenden Bereichen: Treffpunkt für alle Generationen, Angebote für die Jugend, Anbindung der Aussenwachten durch den ÖV oder die Zusammenarbeit zwischen den Behörden.

Teilnehmerin Erna Brüngger wünscht sich im Dorf mehr Begegnungsorte, möglichst für alle Generationen. «Ich bin hier aufgewachsen, es sind die Menschen, die das Dorf ausmachen, das gefällt mir», unterstrich die 68-Jährige. Toll wäre auch, wenn die Verkehrsbelastung reduziert werden könne und das Dorf ein Angebot habe, welches möglichst viele Bedürfnisse abdecke.

Von Visionen zu konkreten Ideen

Beim Zusammenführen und Gewichten der Ideen war etwa der Vorschlag zu hören, einen «Rat der Weisen», dies zur Verbesserung des Austauschs zwischen den Behörden, einzuführen.

In den Pausengesprächen war auch vom Wunsch nach einem «verbesserten Gastroangebot» zu hören. Zudem erhielt die Idee, den Fusionsgedanken mit einer Nachbargemeinde weiterzuverfolgen, ein gewisses Gewicht. Und auch der Anstoss, eine Art Dorfblatt zu lancieren, fand den Weg an die Pinnwand.

Vom «Idealbild» des Dorfs

Eveline Kuster war an diesem Tag ebenfalls Teil des Mitwirkungsprozesses. Sie schätzt im Dorf die Wälder mit den Spaziermöglichkeiten, die Erholungsmöglichkeiten ganz allgemein. Seit 1993 ist sie fast ununterbrochen hier zu Hause und bringt sich als parteiloses Mitglied der Sekundarschulpflege auch für die Allgemeinheit ein.

«Ich finde einige Entwicklungen in Turbenthal ganz erfreulich, etwa die Gestaltung des Kirchenparks», meinte die 48-jährige Mutter. Nun gelte es, in anderen Bereichen weitere Anstrengungen zu unternehmen. «Wieso nicht die Kräfte bündeln, um einer Einheitsgemeinde näherzukommen?», fragte sie.

Wie geht es weiter?

Nach diesem intensiven Arbeitstag können sich die einzelnen Arbeitsgruppen nun an die Arbeit machen und vertieft in die einzelnen Themenfelder eintauchen. Am 29. Oktober soll dann eine Ergebniskonferenz stattfinden.

Turbenthals Bevölkerung war eingeladen, konkrete Ideen zur Ausgestaltung von verschiedenen Themenfeldern einzubringen.
Turbenthal bietet bereits vieles - aber das Dorf hat offensichtlich auch noch Potenzial, etwa bei der Schaffung von Begegnungszonen oder beim Angebot für Jugendliche.

René Gubler zeigte sich überaus zufrieden mit dem Tagesverlauf. «Wir haben im Ort viele gut funktionierende Vereine, es muss unser Ziel sein, hier möglichst viel auch an Dienstleistungen anbieten zu können», sagte der Gemeindepräsident.

Ein Wermutstropfen bei dieser wichtigen Möglichkeit zum Dialog war und ist allenfalls, dass sich die jüngeren Generationen oder zumindest die jungen Erwachsenen und ganz Jungen an diesem zukunftsweisenden Anlass nicht eingebracht haben.

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