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Was aus dem Schlossguet in Turbenthal werden könnte

Von Bibliothek bis Begegnungsraum: Diese Vorschläge für die künftige Nutzung des Schlossguets in Turbenthal kommen besonders gut an - und so geht es jetzt weiter.

Neues Leben fürs Schlossguet? An einem Austausch durften Einwohnerinnen und Einwohner über die Ideen diskutieren.

Fotos: Rolf Hug/Bettina Schnider

Was aus dem Schlossguet in Turbenthal werden könnte

Neues Leben in der alten Scheune

Das Schlossguet in Turbenthal soll endlich sinnvoll genutzt werden. Ein Förderverein sammelt Ideen – und bald muss die Politik entscheiden.

Wie weiter mit dem Schlossguet in Turbenthal? Seit knapp eineinhalb Jahren sucht ein Förderverein nach Lösungen für die alte Schlossscheune in Turbenthal.

Am vergangenen Samstag konnten die Turbenthalerinnen und Turbenthaler an einer öffentlichen Veranstaltung mitdiskutieren und die Vorschläge für die künftige Schlossguet-Nutzung bewerten.

Die Ausgangslage

Turbenthal beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit der Frage, wie es mit dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem 17. Jahrhundert im Dorfzentrum weitergehen soll. 1990 hat die Gemeindeversammlung für den Erwerb der alten Schlossschür gestimmt.

Seither ist nicht viel passiert. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird heute hauptsächlich als Lagerraum genutzt. Ausserdem gibt es eine Wohnung, die noch mit Holz geheizt werden muss.

Man sieht das Schlossguet in Turbenthal.
Turbenthal ringt schon lange nach einer Lösung für das Schlossguet. (Archiv)

Bisher sind mehrere Anläufe für eine Nutzung des Schlossguet gescheitert. Ein letztes Projekt, die Bibliothek in der alten Schlossscheune unterzubringen, scheiterte 2020 an der Gemeindeversammlung. Mit 112 zu 106 Stimmen lehnten die Stimmbürger den Projektierungskredit ab – zu reden gaben damals die zu erwartenden Baukosten für das Projekt.

Auch ohne Nutzung kostet der Unterhalt des Gebäudes, das immer mehr zerfällt. An der Austauschveranstaltung sprach Gemeindepräsident René Gubler (FDP) von jährlichen Kosten in Höhe von rund 15’000 Franken. Denn immer wieder muss etwas im Schlossguet repariert werden.

Diese Ideen kommen gut an

Im vergangenen Herbst startete der Förderverein eine Umfrage zur künftigen Nutzung.

An der Veranstaltung wurden 23 Projektideen auf Plakaten präsentiert. Mit Klebepunkten konnten die Besucherinnen und Besucher ihre Favoriten markieren.

Besonders beliebt waren folgende Ideen:

  • Multifunktionaler Saal: Ein Saal mit modularer Einrichtung. Die Räume sollen geeignet sein für bedarfsgerechte Angebote wie Kurse, Basteln mit Kindern, Bewegungsangebot usw. Allenfalls auch mit einem integrierten Catering-Angebot.
  • Begegnungsanlässe: Das Schlossguet soll modular gestaltbare Begegnungsräume bieten, zum Beispiel für kulturelle Anlässe. Die buchbaren Räume sollen für Begegnungen und Anlässe bestimmt sein und allenfalls mit optionaler Gastronomie und anderen Zusatzkomponenten wie Bühne oder Technik verfügbar sein.
  • Bibliothek-Träff: Im Schlossguet könnte die Bibliothek mit Leseecke Platz finden, samt Raum für Autorenlesungen. Ausserdem soll die Möglichkeit bestehen, einen Tee oder Kaffee zu trinken.
  • Self-Service-Regioshop: Produkte aus der Region sollen im Schlossguet in Selbstbedienung angeboten werden. Der Laden könnte auch als Abholstation für Lebensmittelbestellungen genutzt werden.

Zudem bestand die Möglichkeit, selber neue Ideen auf einem Zettel festzuhalten. Diese wurden aber nicht öffentlich präsentiert.

Das sagen Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Das Interesse am Anlass des Fördervereins war gross. Vielen ist es ein grosses Anliegen, dass nun etwas mit der alten Scheune passiert.

So zum Beispiel Sandra und Andreas Vetter, die nur wenige Schritte vom Schlossguet entfernt wohnen. «Es ist wichtig, dass es endlich eine Lösung gibt», meint Sandra Vetter. Die beiden wollen dabei nicht unbedingt vom Angebot profitieren. «Da wir aber in der Nähe wohnen und mit den Kantonsstrassen bereits viel Lärm ausgesetzt sind, wünschen wir uns eine Nutzung, die eher drinnen stattfindet.»

Auch Eveline Kuster, die Mitglied der Sekundarschulpflege ist, hofft, dass das Schlossguet bald eine neue Nutzung hat. «Es ist schade für den Platz im Dorfkern, wenn nichts passiert.» Eigene Ideen für ein Projekt hat sie aber nicht. Trotzdem hat sie einen Zettel genommen und einen Vorschlag draufgeschrieben, und zwar soll in ihren Augen eine Solaranlage auf dem Dach angebracht werden.

Etwas skeptischer zeigt sich Kurt Rusterholz. «Ich wohne seit 40 Jahren in Turbenthal», erzählt er. Rusterholz sieht beim Schlossguet grosse Probleme mit den zahlreichen Auflagen des Denkmalschutzes. «Es wäre eigentlich besser, würde die Gemeinde das Gebäude abstossen.»

So geht es weiter

Die Zukunft des Schlossguet zu klären, ist ein Legislaturziel des Gemeinderats. Die Ideenfindung hat aber schliesslich der Förderverein übernommen.

Dort sind mit Gemeindepräsident René Gubler und Hochbau- und Liegenschaftenvorsteherin Katharina Fenner (FDP) zwei Mitglieder der Behörde vertreten.

An der kommenden Generalversammlung will der Förderverein Schlossguet nun ein Projekt auswählen, das weiterverfolgt werden soll. Dieses soll dann an einer Gemeindeversammlung vorgestellt werden.

Dann beginnt der politische Prozess. Der Gemeinderat muss das weitere Vorgehen für die Projektierung und Finanzierung bestimmen. «Wir wünschen uns, dass das Schlossguet einer Nutzung zugeführt werden kann, die für alle einen Mehrwert bietet», betonte Gemeindepräsident Gubler in seiner Ansprache an der Veranstaltung. Er hofft darauf, dass Turbenthal den Mut hat, etwas umzusetzen. Sein Appell: «Machet mer öppis.»

Doch – das betonte Gubler ebenfalls – das letzte Wort wird die Gemeindeversammlung haben. Wie der konkrete Zeitplan aussieht, ist dabei noch offen.

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