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Politik

«Turbi 2040»

Wie sieht das Turbenthal der Zukunft aus?

Der Turbenthaler Gemeinderat will zusammen mit der Bevölkerung eine Vision für die Zukunft entwickeln. So stellt sich das Gemeindepräsident René Gubler vor.

Wie stellen sich die Turbenthalerinnen und Turbenthaler ihre Zukunft in der Gemeinde vor? Ein Workshop soll Platz für Ideen geben.

Foto: Simon Grässle

Wie sieht das Turbenthal der Zukunft aus?

Der Turbenthaler Gemeinderat will zusammen mit der Bevölkerung eine Vision für die Zukunft entwickeln. Ende Juni findet dazu ein Workshop statt. Doch damit ist die Arbeit noch nicht getan.

Politische Teilhabe wird in vielen Gemeinden grossgeschrieben. Turbenthal ist da keine Ausnahme. Online-Umfragen, Informationsveranstaltungen, Arbeitsgruppen – die Bevölkerung soll sich auch ausserhalb von Gemeindeversammlungen und Abstimmungen einbringen können.

Der Gemeinderat von Turbenthal will nun noch einen Schritt weitergehen und führt am 21. Juni eine ganztägige Zukunftswerkstatt «Turbi 2040» in der Grosshalle durch.

Die Idee hatte der Gemeinderat bei einer Klausur im März. «Dort haben wir uns mit einer Vision für die Gemeinde auseinandergesetzt und mögliche Handlungsfelder definiert», erklärt Gemeindepräsident René Gubler (FDP). «Und wir haben festgestellt: Es gibt so viele Themen in dieser Gemeinde, die wir gemeinsam mit der Bevölkerung angehen wollen.» Jetzt will der Gemeinderat herausfinden, welche Ideen und Vorstellungen die Einwohnerinnen und Einwohner vom Turbenthal der Zukunft haben.

Als Vorbild für das Projekt dient das Städtli Lichtensteig im Toggenburg – eine Gemeinde mit etwas mehr als 2000 Einwohnern, die mit einem ähnlichen Vorhaben bereits Erfolg hatte. Dort hat auch die Klausur des Turbenthaler Gemeinderats stattgefunden – und Lichtensteigs Stadtpräsident Mathias Müller (Die Mitte) übernimmt die Moderation des Anlasses in Turbenthal.

Für diesen hat sich die Gemeinde einiges vorgenommen. 19’000 Franken lässt sich die Gemeinde den Anlass kosten. Von morgens um halb neun bis in den späten Nachmittag soll gemeinsam diskutiert und ein Idealbild «Turbi 2040» entwickelt werden. Im Anschluss können sich die Teilnehmenden für thematisch ausgerichtete Arbeitsgruppen eintragen. Diese sollen die einzelnen Ideen nach dem Workshop weiterbearbeiten.

Bereits Erfahrung mit Arbeitsgruppen

Gubler ist überzeugt, dass den Turbenthalerinnen und Turbenthalern ihr Dorf am Herzen liegt – und sie auch bereit sind, einen Samstag für einen solchen Workshop aufzuwenden. «Wir wollen kein Schlafdorf sein», sagt der Gemeindepräsident mit Überzeugung. «Ich freue mich wirklich darauf.»

Er wünscht sich, dass über 100 Personen am Anlass teilnehmen. So gebe es auch eine Kinderbetreuung oder einen Fahrdienst für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Die Diskussion ist dabei nicht nur den Erwachsenen vorbehalten, beteiligen können sich bereits Jugendliche ab 14 Jahren.

Mit dem Modell der Arbeitsgruppen hat die Gemeinde schon gute Erfahrungen gemacht. Diejenigen, die 2023 aus einer Bevölkerungsumfrage zu Energiethemen entstanden sind, bestehen noch heute. Sie widmen sich Themen wie erneuerbarer Energie, Biodiversität und Mobilität.

«Natürlich können wir nicht alle Ideen aus dem Workshop weiterbearbeiten», gesteht Gubler ein. «Wenn wir 30 gute Vorschläge haben, müssen wir gemeinsam priorisieren, welche drei oder vier wir als Erstes angehen wollen.» Die Arbeitsgruppen sollen nach dem Workshop ihre Arbeit aufnehmen, im Oktober ist dann ein nächstes Treffen geplant, um sich gemeinsam über den Stand der Dinge auszutauschen.

Politische Hürden nicht ausblenden

Was bei einem Zukunftsworkshop entstehen kann, zeigt sich am Beispiel Lichtensteig. Aus dem Anlass sind zahlreiche Projekte hervorgegangen, beispielsweise ein Co-Working-Space im alten Postgebäude.

«Die Gemeinde hat den Anstoss gegeben, heute haben viele Projekte eine eigene Trägerschaft», erzählt Gubler. Er kann sich vorstellen, dass dies auch in Turbenthal klappt.

Bei «Turbi 2040» geht es aber nicht nur um Projekte, sondern auch um politische Vorstellungen. In dieser Hinsicht ist in Turbenthal im Moment aber noch vieles unklar.

So sind die Schulgrenzen zwischen den Primarschulen von Turbenthal und Wila noch immer nicht bereinigt, ein Rekurs beim Regierungsrat ist hängig.

«Wir dürfen diese Probleme nicht ausblenden», sagt Gubler. «Wir können die Entscheide nicht vorwegnehmen, uns aber Gedanken über mögliche Lösungen machen.»

Zukunftswerkstatt «Turbi 2040»

Eine Anmeldung ist bis Freitag, 13. Juni, auf der Gemeindewebsite möglich. Alternativ kann man sich bei Gemeindeschreiber Jürg Schenkel melden (E-Mail juerg.schenkel@turbenthal.ch, Telefon 052 397 26 27).

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