Illnau erhält eine eigene Migros
Einkaufen im Dorf
Die Migros plant auf dem Areal Gupfen in Unterillnau eine Supermarkt-Filiale. Hier zieht die Bereuter Immobilien AG aktuell eine Alterssiedlung hoch.
Das Areal Gupfen in Unterillnau ist seit ein paar Tagen von einem blickdichten Zaun umgeben. Hier errichtet die Bereuter Immobilien AG aktuell ihre gleichnamige Überbauung. Geplant sind 45 altersgerechte Wohnungen, eine Pflegewohngruppe sowie Detailhandelsgeschäfte.
Darauf weisen auch eine Bautafel und eine Visualisierung des Baus am Zaun hin. Wer sich Letztere genauer anschaut, entdeckt dort unter anderem auch ein mit «Migros» angeschriebenes Ladenlokal.
Heisst das, dass die Illnauerinnen und Illnauer neben einem Volg nun auch eine dorfeigene Migros bekommen und nicht mehr nach Effretikon oder Fehraltorf ausweichen müssen?
«Ja», schreibt Silke Seichter, Projektleiterin Kommunikation bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz, auf Anfrage. «Die Migros Ostschweiz plant, an der Effretikonerstrasse 6 einen Supermarkt zu realisieren.» Dieser komme im Erdgeschoss des Neubaus zu stehen und werde eine Fläche von rund 500 Quadratmetern umfassen.
Der Standort in Unterillnau zeichne sich durch seine gute Erreichbarkeit mit dem Velo und dem ÖV aus. Für Kundinnen und Kunden, die mit dem Auto kommen, stehen laut Seichter neun ebenerdige Parkplätze an der Gupfenstrasse sowie elf weitere in der Tiefgarage zur Verfügung. Der Eingang des Migros-Supermarkts ist an der Effretikonerstrasse geplant.
Langjährige Standortsuche
Die Migros Ostschweiz ist seit rund zwölf Jahren auf der Suche nach einem Standort für einen Supermarkt in Illnau. So stand sie auch schon mit den ursprünglichen Initianten der Gupfen-Überbauung, der gemeinnützigen Baugenossenschaft Sonnenbühl, in Kontakt.


Die Stadt hatte das rund 5000 Quadratmeter grosse Grundstück 2017 vom Kanton Zürich erworben. 2018 verkaufte sie es dann für 4,5 Millionen Franken an die Genossenschaft Sonnenbühl mit der Auflage, dass die Mieten der geplanten Wohnungen für den Mittelstand finanzierbar sein sollten. Zudem sollte mindestens ein Teil auch für Ergänzungsleistungsbeziehende bezahlbar sein.
Anfang 2024 verfügte die Genossenschaft einen Planungsstopp für die Überbauung. Grund waren Zweifel an deren Wirtschaftlichkeit. Im Mai informierte sie die Stadt, dass sie das Projekt nicht weiterverfolgen wolle, da die kalkulierten Mieten auf Marktniveau oder sogar höher lägen. Im April 2025 sprang schliesslich die Bereuter Immobilien AG ein. Diese übernahm sämtliche Rechte und Pflichten aus dem damaligen Vertrag.
Die Migros Ostschweiz plant laut Silke Seichter, ihr Gesuch für den Mieterausbau bei der Stadt diesen Frühling einzureichen. Einen planmässigen Verlauf des Verfahrens sowie der Bauarbeiten vorausgesetzt, könnte die Migros Illnau Anfang 2028 eröffnet werden.