Politik

Parlament gab Sparauftrag

Wetzikon stellt überarbeitetes Kindergartenprojekt vor

Weniger Kosten, mehr Raum: Wetzikon schickt seine überarbeiteten Kindergartenpläne erneut durch den politischen Prozess.

So sollen die Neubauten der Kindergärten Egg, Baumgarten, Goldbühl und Kempten in Wetzikon aussehen.

Visualisierung: PD

Wetzikon stellt überarbeitetes Kindergartenprojekt vor

Weniger Kosten, mehr Raum: Wetzikon schickt seine überarbeiteten Kindergartenpläne erneut durch den politischen Prozess.

Der Baukredit für die Ersatzneubauten der Kindergärten Egg, Baumgarten, Goldbühl und Kempten in Wetzikon musste nach der ersten Beratung im Parlament im Oktober 2023 zurück an den Start: Mit 17,3 Millionen Franken sei das Projekt zu teuer, lautete der Befund – verbunden mit dem Auftrag, klare Einsparungen vorzunehmen.

Nach einer intensiven Überarbeitung legt der Stadtrat nun eine optimierte Version des Projekts vor. Das schreibt die Stadt Wetzikon in einer Medienmitteilung. Der neue Baukredit wird mit 16,2 Millionen Franken beziffert.

Verzicht auf Minergie-P-Eco: Die damit verbundenen Anforderungen wurden vereinfacht. Dadurch entfielen die kontrollierte Lüftung und andere kostenintensive Gebäudetechnik. Auch die Gebäudehülle konnte einfacher ausgeführt werden, insbesondere mit dünnerer Dämmung und geringeren Anforderungen an die Luftdichtigkeit. Die gesetzlichen Vorgaben des Zürcher Energiegesetzes werden dennoch eingehalten.

Anpassungen im Holzbau: Der ursprünglich prägende Holzbau wurde reduziert. Die Bodenplatte konnte von Holz auf Beton umgeplant werden, und auch die Holzelemente der Aussenwände wurden vereinfacht. Mit Wegfall des Minergie-Labels konnten zudem die seitlichen Vordächer gestrichen werden. Der sommerliche Wärmeschutz ist trotz leichtem Verlust weiterhin durch Stoffmarkisen gesichert. Der Fachbeirat Architektur und Städtebau bewertet das überarbeitete Projekt weiterhin als qualitativ stimmig und dem Wettbewerbsprojekt entsprechend.

Dreifachkindergarten Kempten: Das Volumen des Obergeschosses wurde vermindert. Der frühere grössere Zuschnitt hätte eine mögliche spätere Erweiterung berücksichtigt; das neue reduzierte Volumen bietet nun exakt die benötigte Fläche für den Betrieb, ohne Reserven für künftige Ausbauten.

Fundation: Die ursprünglich geplanten Streifenfundamente mit aufliegender Bodenplatte in Holzbauweise wurden durch ein einfacheres und kostengünstigeres Flachfundament aus Beton ersetzt. (tas)

Das neue architektonische Konzept setzt auf eine «klare, moderne Holzbauweise und eine naturnahe Gestaltung der Aussenräume». Alle Neubauten folgen demselben Grundmodul: Die beiden Kindergartenhaupträume werden aussen liegend entlang der Fensterfassade angeordnet.

Die innere Raumschicht beinhaltet die gemeinsam genutzten Räume wie die Garderobe im vorderen Bereich und das Förderzimmer und das Teamzimmer im hinteren Bereich. Der innen liegende Kern umfasst die Nebenräume wie Toiletten, Putzraum und Materialräume, welche keine natürliche Belichtung benötigen.

An den Standorten Egg und Goldbühl sind eingeschossige Doppelkindergärten vorgesehen. Der Kindergarten Baumgarten soll als zweigeschossiger Vierfachkindergarten daherkommen, in Kempten entsteht ein ebenfalls zweigeschossiger Dreifachkindergarten, jeweils mit identischen Grundrissen im Erd- und Obergeschoss.

Bäume sollen erhalten bleiben

Ein wichtiges Ziel sei zudem der Erhalt möglichst vieler Bäume. An allen Standorten wurde geprüft, wie die Bestände geschützt und sinnvoll in die Planung integriert werden können. «Das soll nicht nur der ökologischen Nachhaltigkeit dienen, sondern auch den Kindern ein grünes, angenehmes Umfeld schaffen», heisst es weiter.

Die Neubauten sind vor allem aus zwei Gründen notwendig: Die Kindergärten platzen aus allen Nähten, und die bestehenden Gebäude sind energetisch in einem schlechten Zustand. An allen vier Standorten werden heute je zwei Klassen unterrichtet. In Kempten wird künftig eine dritte Klasse benötigt, im Kindergarten Baumgarten sind es gar vier Klassen.

Eine Sanierung der bestehenden Häuser ist laut Stadt nicht zielführend – die Bausubstanz lasse weder energetisch noch betrieblich echte Verbesserungen zu.

Der angepasste Baukredit wurde vom Stadtrat verabschiedet. Als Nächstes wird das Projekt erneut im Parlament beraten, danach stimmt die Bevölkerung über den Baukredit ab. Bei einer Annahme sollen die Neubauten in zwei Etappen realisiert werden.

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