Was Michael Hutzli als Gemeindepräsident in Wila verändern würde
Wilas Gemeindepräsident Simon Mösch (Die Mitte) wird nächstes Jahr sein Amt abgeben. Nun ist bekannt, dass mit Michael Hutzli (parteilos) ein möglicher Nachfolger in den Startlöchern steht.
Herr Hutzli, Ihre erste Legislaturperiode im Gemeinderat neigt sich bald dem Ende zu. Weshalb haben Sie sich dazu entschieden, ein politisches Amt zu bekleiden?
Michael Hutzli: Meine Frau und ich sind vor 13 Jahren aus Bassersdorf nach Wila gezogen. Da sie hier aufgewachsen ist, wohnt ein grosser Teil ihrer Familie hier – ein schöner Nebeneffekt. Erst in Wila habe ich richtig verstanden, was ein Dorf ausmacht. Die Dynamik, der Zusammenhalt und das Engagement unter den Wilemern haben mich begeistert. Ich fühlte mich sehr schnell aufgenommen und zu Hause. Es war also schnell klar, dass ich mich auch im Dorf engagieren will.
Zur Person
Der 42-jährige Michael Hutzli (parteilos) ist in Wallisellen aufgewachsen und seit 2022 im Gemeinderat für die Ressorts Soziales und Gesundheit zuständig. Zusammen mit seiner Frau Laura Hutzli leitet er eine Marketing- und Werbeagentur in Wila.
Wann reifte der Entschluss, sich für die Wahl zum Gemeindepräsidenten aufstellen zu lassen?
Dieser Entschluss wurde sicherlich massgeblich durch das Dorffest vor zwei Jahren beeinflusst. Ich durfte das Amt des OK-Präsidenten bekleiden und war nachhaltig beeindruckt, was wir als Gemeinde alles geschafft haben. Es fühlte sich an, als ginge – im positiven Sinne – ein Erdbeben durch das Dorf. Da merkte ich, dass mich diese Herausforderung sehr reizen würde. Zusätzlich bestärkte mich die Teilnahme an einer Himalaya-Expedition im Oktober, diesen Weg zu gehen …
Erzählen Sie mehr darüber!
Ich habe mich mit der Organisation Wandermut einer Himalaya-Expedition angeschlossen, um in einem Team von zehn Personen Medikamente und Daunenjacken in entlegene Siedlungen zu bringen. Unsere Mission war es, einen kleinen, aber lebenswichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Kinder zu leisten, die in dieser kaum erschlossenen Region sonst kaum medizinische Hilfe erhalten. Die Mission war gerade im Hinblick auf meine Kandidatur für das Gemeindepräsidium eine wunderbare Gelegenheit, um meine Skills im Umgang mit Extremsituationen zu verbessern und neue Grenzen in Bezug auf die Belastbarkeit zu setzen. Dabei Selbstvertrauen aufzubauen, Kraft zu tanken und – was vielleicht am wichtigsten ist – zu sehen, wie viel Ehrenamt und Engagement bewirken kann.
Der ursprüngliche Zeitpunkt Ihres Entschlusses stand also schon fest, bevor Simon Mösch bekannt gab, dass er sich nicht mehr aufstellen lassen würde …
Damals spielte ich lediglich mit diesem Gedanken, falls Simon Mösch einmal ans Aufhören denken sollte. Ich hätte es nie auf eine Kampfwahl angelegt.
… weil?
Ich weiss, dass ich in grosse Fussstapfen treten würde. Simon Mösch macht als Präsident einen tollen Job. Wir haben als Team viel erreicht. Es ist uns wichtig, den Dialog und die Kommunikation im Dorf zu fördern. Die Bevölkerung soll mit ihren Anliegen zum Gemeinderat kommen können. So viele Wilemer sind engagiert, kommen an die Gemeindeversammlungen, sagen ihre Meinung und bestimmen mit. Das soll auch so bleiben und eher noch stärker gefördert werden.

In welche Richtung?
In unserem Dorf gibt es so viel Know-how – in fast jeder Disziplin verfügen wir über Spezialisten. Darauf möchten wir auch weiterhin zurückgreifen. Wir wollen als Gemeinde Trends frühzeitig auf dem Schirm haben. Wir wollen innovativ und offen für Neues und zielführende Partnerschaften bleiben. Wir wollen gestalten und entwickeln. Und so auch dem Ruf einer rein «konservativen Landgemeinde» entgegenwirken, die sich gegen Veränderung stellt.
Was würden Sie ändern als Gemeindepräsident?
Es wäre vermessen von mir, etwas, das so gut läuft, ändern zu wollen. Ich würde das Amt in einem ähnlichen Stil weiterführen. Denn durch Simon Möschs Einfluss ist der jetzige Gemeinderat geprägt von der Freude und dem Stolz, diese Aufgabe auszuführen. Allerdings …, doch, etwas würde ich ändern: Ich würde nicht ganz so viel Wert auf Weihnachtspullover legen wie er (lacht).
(Anmerkung der Redaktion: Damit spielt er darauf an, dass Simon Mösch den Gemeinderatsmitgliedern Weihnachtspullover geschenkt hat mit der – nicht ganz ernst gemeinten – Aufforderung, diese jeweils an den Dezember-Versammlungen zu tragen. Allerdings ist Mösch meist der Einzige, der einen solchen trägt.)
Was macht für Sie als Einwohner von Wila dieses Dorf aus?
Die beschauliche, familiäre Atmosphäre. Hier sehe ich unsere beiden Kinder gerne aufwachsen. Ausserdem liebe ich die Nähe zur Natur. Ich bin extrem gerne am Bodenweiher und geniesse die Aussicht von unserem Zuhause im Talblick aus. Da ich gerne und oft in den Bergen wandere, schätze ich die Hügellandschaft in Wila, sie gibt mir Energie.