Uster ist top – aber nicht ganz überall
Schwimm-SM im Buchholz
Es ist nichts Neues: Wenn in Uster Schwimm-SM ist, räumt der Heimklub alles ab. Doch in einer Statistik stand diesmal kein Ustermer zuoberst.
Der SC Uster ist seinem eigenen Anspruch einmal mehr gerecht geworden und hat an den Schweizer Meisterschaften auf der Langbahn im heimischen Becken brilliert. 40 Medaillen gingen auf das Konto des SCU, 22 goldene, 10 silberne und 8 bronzene. Die Konkurrenz kam nicht annährend an die Ustermer heran. Zweitbester Verein war Genève Natation, die Genfer holten mit 24 (9/9/6) nur etwas mehr als halb so viele Medaillen wie Uster.
Ein weiteres Zeichen der Ustermer Dominanz: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sicherte sich der SCU in allen drei Staffel-Distanzen den Titel. Und dies viermal mit Schweizer Rekord – bei den Frauen über 4x100 m Crawl und über 4x100 m Lagen, bei den Männern über 4x200 m Crawl und über 4x100 m Lagen. Ganz nach dem Gusto von Noè Ponti also, der im Vorfeld darüber sprach, wie schön es sei, mit einem Team Goldmedaillen zu gewinnen und Rekorde zu schwimmen.
Grosse Ustermer EM-Delegation absehbar
Ponti war mit fünf Goldmedaillen der erfolgreichste Mann dieser SM – aber nicht der absolute Spitzenreiter. Mit sechs Goldmedaillen war Angelina Patt vom SCU die erfolgreichste überhaupt.
Und ihrer erst 18-jährigen Teamkollegin Kay-Lyn Löhr (wie Ponti mit fünf Goldmedaillen) gelang die beste Leistung nach Aqua-Punkten, die im Verhältnis zum Weltrekord berechnet werden und einen Vergleich von Zeiten über die Disziplinen hinweg erlauben. Löhrs 2:26,22 Minuten über 200 m Brust ergaben 832 Punkte.
Bei den Männern zeigte nicht Ponti die beste Leistung, sondern der Genfer Roman Mityukov, dessen 1:55,36 über 200 m Rücken 913 Punkte ergaben – einen mehr als Pontis 22,96 über 50 m Delfin. Es ist eine der wenigen Ranglisten, in denen kein Ustermer zuoberst steht.
Absehbar ist zudem, dass der SCU auch das Gros der Delegation für die EM im August stellen wird. Neben Ponti, Löhr und Patt haben Marius Toscan, Flavio Bucca, Gian-Luca Gartmann sowie die Geschwister Antonio und Vanna Djakovic die EM-Limite von Swiss Aquatics in Uster erreicht oder sogar bereits bestätigt.