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«Heimspiel» für Weltklasse-Schwimmer

Noè Ponti startet in Uster – und macht etwas, das er sonst nicht tut

In Uster finden derzeit die nationalen Meisterschaften auf der Langbahn statt. Für Noè Ponti ist es ein besonderes «Heimspiel». Eine Begegnung mit dem Tessiner Schwimmstar.

Noè Ponti im Ustermer Hallenbad: Der Tessiner will hier Medaillen holen und Rekorde brechen.

Foto: Keystone

Noè Ponti startet in Uster – und macht etwas, das er sonst nicht tut

«Heimspiel» für Weltklasse-Schwimmer

In Uster finden derzeit die nationalen Meisterschaften auf der Langbahn statt. Für Noè Ponti ist es ein besonderes «Heimspiel». Eine Begegnung mit dem Tessiner Schwimmstar.

Seinen eigentlichen Job im Wasser erledigt er in weniger als einer Minute. Doch das Drum und Dran ist zeitintensiv, das zeigen gerade auch Noè Pontis letzte Wochen: ein Meeting in Lausanne, dann Wettkämpfe in China, dann die Sports Awards in Zürich. Zwischendurch trainierte er ungeplant einmal in Uster, weil sein Flug nach China ausfiel.

Jetzt ist er aber vollkommen geplant in Uster – an den Schweizer Meisterschaften auf der Langbahn, die von Donnerstag bis Sonntag im Hallenbad Buchholz stattfinden. Ein «Heimspiel» für ihn, was seine Klubzugehörigkeit anbelangt. Eine spezielle Gelegenheit für das Ustermer Publikum – schliesslich startet nicht alle Tage ein Weltklasse-Athlet quasi vor der eigenen Haustür. Und ein Highlight für die SCU-Nachwuchsschwimmer, die an ihrem Idol emporschauen können. Wobei das durchaus im Wortsinn gilt, schliesslich ist Ponti 1,92 Meter gross.

Auch im übertragenen Sinn ist Ponti einer der ganz Grossen, der 24-Jährige ist jetzt schon einer der erfolgreichsten Schweizer Schwimmer aller Zeiten. Entsprechend gefragt ist er als Interviewpartner am Medientermin im Vorfeld der SM in Uster, wo nicht nur das Fernsehen auf ihn wartet, sondern auch eine Journalistenrunde, die er zum Gespräch trifft.

Delfinspezialist auf Abwegen

Der Zeitplan ist eng getaktet, der Tessiner wegen eines anderen Termins leicht verspätet. Als er sich hinsetzt, verschlingt er den letzten Bissen einer Banane – und stellt dann klar, dass diese SM für ihn keineswegs nur eine Pflichtübung ist: «Das ist der wichtigste Wettkampf in der Schweiz. Es ist mir wichtig, hier so schnell wie möglich zu schwimmen.» Mit der Einschränkung: «Natürlich bin ich nicht in der gleichen Form wie im Sommer.»

Dann finden die Europameisterschaften statt. Sie sind das Highlight einer Saison, die für Ponti auch da ist, um im Hinblick auf Olympia 2028 Dinge auszuprobieren. Etwa Disziplinen zu schwimmen, die sonst nicht in seinem Programm figurieren. Das Publikum in Uster kommt so in den Genuss, den Weltklasse-Delfinschwimmer auch über 50 Meter Rücken und 50 Meter Brust starten zu sehen. «Es hilft mir im Kopf. Manchmal braucht man eine Veränderung. Um auf diesem Niveau noch schneller zu werden, muss man neue Sachen probieren.»

Uster war «die richtige Entscheidung»

Und das nicht nur im Becken, sondern auch ausserhalb. Sein Wechsel zum SC Uster vor anderthalb Jahren gehört ebenso in diese Kategorie. Zu tun hat das vor allem mit den hohen Ambitionen des Vereins – und mit den Staffeln: «Die Ziele sind andere an Schweizer Meisterschaften, und ich hatte früher nie eine starke Staffel.» Und Staffeln sind für ihn nicht nur ein gutes Training, er sagt auch: «Es ist schön, mit einem Team Goldmedaillen zu gewinnen und Schweizer Rekorde zu schwimmen. Das war früher für mich nicht möglich. Für diesen Olympia-Zyklus war der Wechsel die richtige Entscheidung.» Er lässt damit gleichzeitig auch offen, was nach den Spielen 2028 passiert. Verlässt er den SCU dann wieder? «Mal sehen, was ich dann brauchen werde.»

Bis dann schwimmt Ponti zwar für Uster, aber abgesehen von Schweizer Meisterschaften kaum in Uster – seine Agenda lässt das im Normalfall nicht zu. «Ich bin sechs, sieben Monate im Jahr unterwegs – da möchte ich zu Hause sein, wenn ich schon einmal in der Schweiz bin.» Und sein Zuhause ist nun einmal das Tessin respektive die Region um Locarno mit seinem Wohnort Gambarogno und seiner Trainingsbasis Tenero.

Auf seinem T-Shirt prangen Sponsoren aus dieser Gegend – und obwohl am Medientermin in Uster das Wetter draussen prächtig ist und die Region sich optisch in bestem Licht präsentiert, muss man Ponti nicht fragen, weshalb es ihm im Tessin besser gefällt. «Das Tessin ist schöner als alles andere in der Schweiz», sagt er – und verabschiedet sich mit einem schelmischen Augenzwinkern.

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