Blaulicht

Lärmbeauftragter schockiert

Unbekannte zersägen Anti-Lärm-Tafeln in Bauma

Die Kampagne hat offenbar Feinde: Unbekannte haben mehrere Tafeln zerstört. Um die Täter zu finden, greift die Gemeinde zu einem unüblichen Mittel.

Abgesägt und liegen gelassen: Unbekannte haben es auf die Anti-Lärm-Kampagne in Bauma und Sternenberg abgesehen.

Fotos: Daniel Bühler

Unbekannte zersägen Anti-Lärm-Tafeln in Bauma

Die Anti-Lärm-Kampagne der Gemeinde Bauma scheint nicht nur beliebt zu sein. Letzte Woche haben Unbekannte in Bauma mehr als die Hälfte der Tafeln zerstört. Die Gemeinde ist schockiert und hat gar ein Kopfgeld ausgesetzt.

Mit dicken Lettern gegen Verkehrslärm: Seit April stehen in fünf Oberländer Gemeinden wieder die Plakate der Kampagne «Leise ist weise». Lanciert worden war die Kampagne, die zu rücksichtsvollem Verhalten im Strassenverkehr sensibilisieren soll, im vergangenen Jahr von der Gemeinde Bauma.

Angeschlossen haben sich auch Turbenthal, Wila, Fischenthal und Pfäffikon, Unterstützung gibt es unter anderem vom Verkehrs-Club Schweiz (VCS) und vom Bundesamt für Umwelt (Bafu).

So vernünftig die Sache klingt – die Botschaft, die die farbigen Tafeln mit Aufschriften wie «Danke für die Ruhe» und «Höre die Vögel» aussenden, gefällt offenbar nicht allen. In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai haben Unbekannte sieben von zwölf Plakatständern an mehreren Standorten in der Gemeinde Bauma (siehe Box) mutwillig zerstört. Das schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Fotos von Daniel Bühler, dem Lärmbeauftragten der Gemeinde, zeigen, dass die Plakatständer aus Metall sauber zersägt und die Schilder nebenan im Gras liegen gelassen wurden.

Auf Nachfrage zeigt sich Bühler schockiert über die Aktion: «Es ist absolut unverständlich.» Er habe sich schon gefreut, dass seit Anlaufen der Kampagne nichts vorgefallen sei. «Und ich ging davon aus, dies spreche für die Kampagne», sagt Bühler. Diese sei nämlich bewusst konstruktiv gestaltet.

«Die Idee ist, die Töfffahrer zu respektvollerem Fahren zu bewegen.» Und aufzuzeigen, dass jeder Verkehrsteilnehmer mit seiner Fahrweise zu weniger Verkehrslärm beitragen könne.

Waren es Töff-Fanatiker?

Man verurteile den Vandalenakt aufs Schärfste, heisst es auch in der Mitteilung der Gemeinde. «Wir setzen auf Dialog und gegenseitigen Respekt. Die Zerstörung der Plakate ist ein Angriff auf unser gemeinsames Bemühen um ein gutes Miteinander», lässt sich Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) zitieren.

Bühler, der seit 2023 im Amt ist, kann sich gut vorstellen, dass es sich bei den Tätern um Vertreter aus der Auto- oder Töfffahrerszene handelt. Einen konkreten Verdacht hat er bisher nicht.

Umso mehr hoffen er und die Gemeinde auf Hinweise aus der Bevölkerung. Um die Täterschaft ausfindig zu machen, hat sie eine Belohnung von 1000 Franken ausgesetzt – «für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen».

Die Gemeinde will sich von diesem Zwischenfall nicht entmutigen lassen: Die Kampagne werde fortgesetzt, steht in der Mitteilung.

Gemeinde bittet um Mithilfe

An folgenden Standorten wurden die Tafeln zerstört: Sternenbergstrasse unter- und oberhalb von Hörnen, Schindlet, Sternenberg an der Dorfstrasse beim «Sternen» in Richtung Saland, Kohltobelstrasse unterhalb der Abzweigung Mattstrasse, ausgangs von Saland an der Tösstalstrasse in Richtung Wila, Hittnauerstrasse in Richtung Hittnau.

Die Gemeinde bittet um Hinweise unter Telefon 052 397 70 65 oder per E-Mail sicherheit@bauma.ch oder direkt an die Kantonspolizei Zürich.

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.