Abo

Politik

Bauma und Region sagen dem Töfflärm den Kampf an

Pünktlich aufs wärmer werdende Wochenende prangen die Plakate am Strassenrand. In Bauma, Fischenthal, Wila, Turbenthal und Pfäffikon soll so wieder Ruhe einkehren.

Fünf Gemeinden machen bei der Plakatkampagne mit. Initiiert hat sie die Gemeinde Bauma.

Foto: PD

Bauma und Region sagen dem Töfflärm den Kampf an

Neue Plakatkampagne

Lärm ist ein Reizthema. Während die einen das Dröhnen und Knattern ihrer Fahrzeuge lieben, leiden andere wiederum darunter. Mit gezielt platzierten Plakaten wollen fünf Gemeinden nun für Ruhe sorgen. Federführend dabei ist Bauma.

«Leise ist weise», «Höre die Vögel» oder «Lärm macht krank» – mit diesen Sätzen will Bauma Motorradfahrer und allgemein alle Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. In grossen, schwarzen Lettern mit weisser Umrandung stehen die Worte auf auffällig farbigem Hintergrund. Dieser ist mal rot, mal blau, mal knallviolett. Darunter sind die Logos der beteiligten Gemeinden und Partnerorganisationen platziert.

«Die Kampagne soll nicht provokativ sein», erklärt Daniel Bühler, Lärmbeauftragter der Gemeinde Bauma. «Sondern sie will daran erinnern , dass Verkehrsteilnehmende mit einer leisen Fahrweise vielen dankbaren Menschen eine Freude machen und so auch selber mehr Respekt und Toleranz für sich gewinnen können.»

Die Plakatkampagne initiiert hat Bauma. Es ist bereits die dritte auf dem Gemeindegebiet. Die ersten beiden wurden auf dem Sternenberg auf private Initiative durchgeführt. Die Gemeinde unterstützte beide Vorhaben und schuf im Herbst 2023 schliesslich die 10-Prozent-Stelle für einen Lärmbeauftragten. Zu seinem Pflichtenheft gehört seither die Kampagne.

Auch andere Gemeinden leiden unter Lärm

Dieses Jahr mit im Boot sind auch die Gemeinden Fischenthal, Turbenthal, Wila und Pfäffikon. Sie haben auf Anfrage von Gemeindepräsident Res Sudler (parteilos) ihre Teilnahme zugesichert. Man habe sie gewinnen können, weil die Problematik nicht nur in Bauma, sondern auch andernorts vorhanden sei, so Bühler. Unterstützung gibt es ausserdem vom Bundesamt für Umwelt (BAFU), der kantonalen Fachstelle für Lärmschutz, der Standortförderung Zürich Oberland, der Lärmliega und dem Verkehrsclub Schweiz (VCS).

Man sieht ein Plakat mit grünem Hintergrund und der Aufschrift: «Danke für die Ruhe»
Die Kampagne soll laut den Verantwortlichen nicht provozieren, sondern an eine leise fahrweise erinnern.

Vier zusätzliche Gemeinden und fünf thematisch passende Institutionen waren laut dem Lärmverantwortlichen ein wichtiges Kampagnenziel. Das uns dies auf Anhieb gelungen ist, freut uns sehr und zeigt, dass wir mit unserem Anliegen nicht alleine sind», sagt er. Ob in Zukunft noch weitere Partner miteinbezogen würden, habe man noch nicht besprochen.

Die Plakate wurden am Freitagmorgen in den Gemeinden entlang der stark betroffenen Strassen aufgehängt und bleiben dort bis zum 30. Juni. Ziel dabei ist, die Verkehrsteilnehmenden – insbesondere Motorradfahrerinnen und -fahrer – ihre Fahrweise überdenken. Dabei geht es nicht – wie vielleicht anzunehmen wäre – um das Tempo.

«Unnötiger Lärm» belastet die Mitmenschen

In Bauma haben Messungen gezeigt, dass sich die meisten Leute an das Limit «generell 50 km/h» halten. Bühler und den anderen Kampagne-Beteiligten ist vor allem der Tritt aufs Gaspedal an den Ortsausgängen ein Dorn im Auge. Denn Messungen von über 100 Dezibel Lärm sind keine Seltenheit. Viele sind sich nicht garbewusst, dass eine unvermittelte und starke Beschleunigung starken Lärm verursacht. Wiederum andere scheinen das laute Dröhnen absichtlich in Kauf zu nehmen.

«Es handelt sich da um hunderte von Fahrzeugen, die oft auch in Gruppen ihre Spassfahrten zelebrieren, kleine Rennen veranstalten, unnötig laut beschleunigen und teilweise auch mit gefährlichen Fahrweisen auf sich aufmerksam machen», moniert Bühler. «Es scheint manchmal so, als würden sich die Verkehrsteilnehmenden in einem rechtsfreien Raum wähnen.»

Von dem «unnötigen Lärm» seien vor allem Anwohner, aber auch Wanderer und Velofahrer betroffen. Der Lärmbeauftragte hofft, dass die neue Plakatkampagne Abhilfe schafft und den Leuten ihr Verhalten so stärker bewusst wird: «Mit mehr Respekt und der Bereitschaft, auch an andere zu denken, soll dies ein Beitrag zu einem verständnisvollen und friedlichen Miteinander sein.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.