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Legat Rüegg

Umfrage in Hinwil zeigt Wunsch nach Alterswohnungen

Mit einer Bevölkerungsumfrage wollte der Hinwiler Gemeinderat herausfinden, wie die Bevölkerung die Zukunft des umstrittenen Grundstücks an der Kemptnerstrasse 8, des Legats Rüegg, sieht. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Wie weiter mit dem Haus an der Kemptnerstrasse 8? Diese Frage versucht die Gemeinde Hinwil seit Jahren zu klären.

Archivfoto: Seraina Boner

Umfrage in Hinwil zeigt Wunsch nach Alterswohnungen

Legat Rüegg

Mit einer Bevölkerungsumfrage wollte der Hinwiler Gemeinderat herausfinden, wie die Bevölkerung die Zukunft des umstrittenen Grundstücks an der Kemptnerstrasse 8, des Legats Rüegg, sieht. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Seit 1999 ist das Grundstück an der Kemptnerstrasse 8 im Besitz von Hinwil. Damals hat es die Ärztin Irène Rüegg-Marton der Gemeinde vermacht. Mit der Auflage, es für gemeinnützige Zwecke einzusetzen und die Liegenschaft darauf als Altersheim zu verwenden.

Seither streitet man sich, was mit dem 4470 Quadratmeter grossen Grundstück geschehen soll. Der Gemeinde kommt dabei die schwierige Aufgabe zu, den Wünschen Rüegg-Martons zu entsprechen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen.

Zuletzt hat die Stimmbevölkerung im Juni 2021 den Verkauf an eine Wohnbaugenossenschaft abgelehnt. Erst im letzten Jahr startete die Gemeinde dann eine Bevölkerungsumfrage, wie es mit dem Legat Rüegg weitergehen soll.

Mehr altersgerechter Wohnraum

Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage liegen nun vor. 209 Personen, davon 201 aus Hinwil, haben gemäss Mitteilung der Gemeinde daran teilgenommen. Weit über die Hälfte von ihnen war über 46 Jahre alt.

Klar ist: Aus Sicht der Teilnehmenden muss der Gemeinderat endlich vorwärtsmachen. 80 Prozent wollen «die Planung nicht der nächsten Generation überlassen», sondern fordern jetzt weitere Schritte.

In welche Richtung diese Planung gehen soll, zeigt sich ebenfalls. Es waren mehrere Antworten möglich. 83 Prozent befürworten den Bau von Alterswohnungen, 58 Prozent können sich auch den Bau eines Pflegeheims vorstellen. Noch 46 Prozent sprechen sich für eine Verwendung im Bereich der sozialen Aufgaben der Gemeinde aus.

Wer allerdings ein mögliches Projekt umsetzen soll, darüber lässt sich nicht viel aus der Umfrage herauslesen. 57 Prozent haben sich ihrer Stimme bei dieser Frage enthalten. Immerhin sprechen sich noch 18 Prozent der Teilnehmenden dafür aus, dass die Umsetzung in den Händen der Gemeinde bleibt. Eine Abgabe im Baurecht unterstützen 10 Prozent, eine Schenkung an die Stiftung Wohnen im Alter 11 Prozent.

Gemeinderat wartet ab

Und wie reagiert der Gemeinderat? Er nimmt die Ergebnisse zur Kenntnis, wie es heisst – und er verschiebt das Thema auf die nächste Legislatur. Der Grund seien viele andere laufende Projekte. So etwa die Bildung der Einheitsgemeinde.

Die Resultate aus der Bevölkerungsumfrage würden in die künftigen Beratungen über das Legat Rüegg einfliessen, erklärt der zuständige Gemeinderat Florian Michel (Die Mitte), Ressortvorsteher Finanzen, Steuern und Liegenschaften. Das Bedürfnis nach zusätzlichen altersgerechten und preisgünstigen Wohnungen habe sich deutlich gezeigt. «Der Gemeinderat nimmt dieses Signal ernst.»

Die hohe Zahl der Enthaltungen in Bezug auf die Zuständigkeit bei der Umsetzung sieht Michel als Auftrag an den Gemeinderat, «im weiteren Prozess eine sorgfältige, gut verständliche Darstellung der Varianten und ihrer Auswirkungen» vorzulegen. Das Ergebnis deute darauf hin, «dass viele Teilnehmende die komplexen Konsequenzen der einzelnen Varianten nur schwer einschätzen konnten». Gleichzeitig zeige sich, dass für viele Befragte das Ergebnis wichtiger sei als die konkrete Umsetzungsform.

Entscheide zu möglichen Varianten sind noch keine gefallen. «Aktuell hat sich der Gemeinderat noch für keine Variante ausgesprochen und auch keine ausgeschlossen», erklärt Florian Michel. Damit liegt auch die Variante eines Verkaufs, wie sie die Stimmbevölkerung zuletzt abgelehnt hatte, weiterhin auf dem Tisch.

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