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Politik

Über 1'000 Unterschriften

Stopper und Co. reichen Initiative gegen Baumfällungen in Uster ein

Mit einer Initiative fordern Paul Stopper und ein zehnköpfiges Komitee eine Anpassung des Grossprojekts in Uster. Am Montag wurde die Initiative übergeben.

Die Initianten sorgen sich um Teile der Baumallee (rechts in der Bildmitte) auf dem Zeughausareal.

Foto: Simon Grässle

Stopper und Co. reichen Initiative gegen Baumfällungen in Uster ein

Bäume auf dem Zeughausareal

Mit der Initiative «Rettet unsere Bäume auf dem Zeughausareal» fordern Paul Stopper und ein zehnköpfiges Komitee eine Anpassung des Millionenprojekts in Uster. Nach der Übergabe am Montag liegt der Ball beim Stadtrat.

Mit 1010 statt der nötigen 600 Unterschriften konnten BPU-Gemeinderat Paul Stopper und die Mitglieder seines Komitees am Montag die kommunale Volksinitiative «Rettet unsere Bäume auf dem Zeughausareal» dem Ustermer Stadtrat übergeben.

Der Hintergrund: Für das Bauprojekt auf dem Zeughausareal – dort soll ab Herbst 2026 ein neues Kultur- und Begegnungszentrum für 36,6 Millionen Franken in die Höhe wachsen – müsste ein Teil der Baumallee an der Berchtoldstrasse weichen.

Mit der Vorlage wollen Stopper und seine Mitinitianten der Stadt «dringend ans Herz legen», das Projekt so zu ändern, dass die Bäume «in ihrer vollen Pracht» bestehen bleiben können.

Die Vorlage ist umstritten. Ende Oktober hat sich Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) zu Wort gemeldet. Und klargestellt: Von einer «Zerstörung der Allee», wie es in den Unterlagen zur Initiative heisse, könne nicht die Rede sein. Es gehe lediglich um zwei Platanen und eine Rosskastanie.

«Kultur-Regal» verschieben?

Ausserdem sei es nicht realistisch, den Gestaltungsplan, der dem Projekt zugrunde liege, teilweise aufzuheben. Eine Änderung, so Thalmann, würde «einen komplexen mehrjährigen rechtlichen und politischen Prozess» nach sich ziehen. Wie das Initiativkomitee nun schreibt, ist das möglich, ohne den Gestaltungsplan von 2016 zu ändern – nämlich, indem man ein Gebäude verschieben würde.

Wie Barbara Thalmann auf Anfrage mitteilt, stimmt Letzteres zwar. Doch: «Für eine Projektänderung müsste auf jeden Fall eine neue Baubewilligung mit entsprechenden Möglichkeiten für Rekurse beantragt werden.»

Ausserdem handle es sich beim «Kultur-Regal», das verschoben werden müsste, nicht um ein Nebengebäude, sondern um das Hauptgebäude. Es beinhaltet Bühnen, einen Ausstellungsraum, Kinosäle und ein Restaurant.

Bild einer lichtdurchfluteten Halle mit grossen Fenstern und weissen Luftballonen drin.
Um alle Bäume zu bewahren, müsste das Herzstück des Projekts, das «Kultur-Regal», verschoben werden.

«Dieses Gebäude kann nicht einfach verschoben werden», stellt Thalmann klar. «Es wäre eine komplette Neuplanung nötig. Hierfür müsste ein neuer Planungskredit gesprochen werden, und das Projekt würde sich um Jahre verzögern.»

Der Stadtrat habe bei dem Projekt alles unternommen, um so viele Bäume wie möglich zu erhalten. Thalmann verweist zudem erneut auf die 61 Bäume, die im Zuge des Projekts neu gepflanzt werden und den Wegfall der drei Bäume kompensieren würden.

Initiative hebt Baubewilligung nicht auf

Das Initiativkomitee wirft in der Mitteilung zur Übergabe der Initiative die Frage auf, wo diese neuen Bäume geplant sind und wie lange es wohl dauern dürfte, bis sie auch tatsächlich Schatten spenden.

«Die Stadt müsste einmal die Fläche für die Kronen und Wurzelwerke von 61 gleichwertigen, grosskronigen Platanen berechnen, um feststellen zu müssen, dass die behaupteten neuen Bäume gar keinen Platz auf dem Zeughausareal finden würden», schreiben die Initianten.

Solange die Initiative nicht rechtskräftig ist, gelten die bisherigen Volksentscheide. Die Initiative hat laut Stadtpräsidentin Thalmann keine aufschiebende Wirkung und hebt die Baubewilligung nicht auf.

Der Stadtrat hat nun bis im Februar 2026 Zeit, die Unterschriften zu prüfen. Bis im Sommer muss der Gemeinderat die Vorlage behandeln. Lehnt das Parlament die Initiative ab, muss das Volk innerhalb von 18 Monaten über die Vorlage abstimmen.

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