Abo

Politik

Ideen der Ortsplanungsrevision

Stadtrat will weniger Verkehr in Oberwetzikon – und mehr Grünflächen

Seit eineinhalb Jahren arbeitet Wetzikon an der Ortsplanungsrevision. Nun hat der Stadtrat die bisherigen Resultate präsentiert – mit zahlreichen Massnahmen und Vorschlägen.

Mit der Bahnhofstrasse führt eine wichtige Verbindungsachse mitten durch Oberwetzikon. Das Zentrum soll bald vom Verkehr entlastet werden. Doch das braucht Zeit – und konkrete Massnahmen. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Stadtrat will weniger Verkehr in Oberwetzikon – und mehr Grünflächen

Ideen der Ortsplanungsrevision

Seit eineinhalb Jahren arbeitet Wetzikon an der Revision der Ortsplanung. Nun hat der Stadtrat die bisherigen Resultate präsentiert – mit zahlreichen Massnahmen und Vorschlägen.

Wo in Wetzikon wird gewohnt und gearbeitet? Wie soll der Verkehr fliessen? Und wo hat es noch Platz für Grünflächen? Das sind zentrale Fragen, die der Stadtrat mit der Ortsplanungsrevision beantworten will.

Zu diesem Prozess hat er auch die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen. Dazu führte er eine Online-Umfrage, mehrere Dialogveranstaltungen und Workshops durch.

Und so begrüsste Stadtrat Stefan Lenz (FDP) am Dienstagabend viele «interessierte Ortsplanerinnen und Ortsplaner» zum sogenannten Werkstattbesuch. Auf grossen Plakaten präsentierten die Projektverantwortlichen den Stand der Dinge zu den Themen Siedlung, Freiraum und Mobilität. Die Anwesenden konnten sich ein Bild der wichtigsten Ideen machen. Wir fassen einige zentrale Punkte zusammen.

Weniger Verkehr im Zentrum Oberwetzikon

In Oberwetzikon rund um die reformierte Kirche ist auf den Strassen viel los. Der Stadtrat will das Zentrum Oberwetzikon aufwerten – dazu muss er es vom Verkehr entlasten.

Das Thema in Oberwetzikon beschäftigt die Stadt schon seit Jahrzehnten. Jetzt hat der Stadtrat einen neuen Lösungsansatz präsentiert.

Der Verkehr soll auf anderen Strassen gebündelt werden. Die Pläne sehen deshalb eine Verkehrsachse auf der West-, der Motoren- und der Binzackerstrasse vor. Autofahrer können so den zentralen Abschnitt der Bahnhofstrasse in Oberwetzikon umfahren. Auch auf der Spitalstrasse soll der Verkehr künftig gebündelt werden.

Noch ist aber offen, wie die Stadt dieses Ziel erreichen kann. Denn die Umsetzung wird nicht ohne bauliche Massnahmen möglich sein. Hinzu kommt, dass die Bahnhofstrasse eine Kantonsstrasse ist. Der Stadtrat geht davon aus, dass die Umsetzung erst mittelfristig bis 2035 möglich ist.

«Gelbes Band» für Velofahrer

Viele Veloverbindungen in Wetzikon führen entlang von stark befahrenen Strassen, wie beispielsweise der Bahnhofstrasse. Dort fühlen sich viele Velofahrende wegen des grossen Verkehrsaufkommens aber nicht sicher.

Man sieht eine Karte von Wetzikon.
Das «Gelbe Band» in Wetzikon soll sichere Velowege abseits der Hauptachsen bieten.

Die Stadt will deshalb das sogenannte Gelbe Band etablieren. Es handelt sich dabei um ein kommunales Verbindungsnetz für Velofahrende. Die Routen verlaufen meist über Quartierstrassen und Radwege, die heute bereits bestehen.

Der Stadtrat will nun die Idee konkretisieren und ein Konzept für die Markierungen und Beschilderungen ausarbeiten. Er rechnet mit einer Umsetzung bis 2030.

Mehr Grünflächen in der Stadt

In den vergangenen Jahren ist Wetzikon deutlich gewachsen. Und nicht überall in der Stadt sind Grünflächen in kurzer Distanz erreichbar.

Der Stadtrat will deshalb bestehende Anlagen, wie beispielsweise den Jörg-Schneider-Park, weiterentwickeln. Sie wollen nicht nur Freiraum, sondern auch Platz für den sozialen Austausch bieten. Deshalb sollen bestehende Anlagen gezielt aufgewertet werden, beispielsweise mit Sitzgelegenheiten oder Spielgeräten.

Zusätzlich sind vier neue Parkanlagen geplant. Diese sollen der Bevölkerung vielfältige Erholungsmöglichkeiten bieten.

Sie sind im Binzfeld, bei der Hedi-Lang-Strasse, im Gebiet Schöneich und im Kratz vorgesehen. In den kommenden fünf Jahren solle die Realisierung möglich sein, schätzt der Stadtrat.

Wachstum an zentralen Lagen

Beim Werkstattbesuch stellte die Stadt Leitideen für das Wetzikon der Zukunft vor – auch in Bezug auf die Siedlungsentwicklung.

Zu diesen gehört, dass Wetzikon seine Quartiere sorgfältig entwickelt. Das Wachstum soll vor allem an zentralen Lagen möglich sein. Dazu gehört das Gebiet um die Bahnhöfe Wetzikon und Kempten sowie entlang der Bahnhofstrasse. «So wächst Wetzikon kompakt und qualitätsvoll», stand auf einem Plakat beim Werkstattbesuch.

Ausserdem will die Stadt ihre Zentrumsfunktion ausbauen und den Wirtschaftsstandort stärken. So plant sie beispielsweise eine Weiterentwicklung der Arbeitsplatzgebiete, also in den Orten von Wetzikon, wo viele Unternehmen beheimatet sind. Dazu gehören allenfalls auch Anpassungen bei den Bauzonen.

Ein weiteres wichtiges Projekt für die Stadt ist die Entwicklung des Gebiets rund um den Bahnhof Wetzikon mit dem Masterplan. Das Megaprojekt, das sich die Stadt rund 90 Millionen Franken kosten lässt, soll im kommenden Jahr ins Parlament kommen – und in einem nächsten Schritt vors Volk.

So geht es nun weiter

Bereits Anfang Jahr hat der Stadtrat die Mobilitätsstrategie verabschiedet. Bis Ende Jahr sollen nun die Arbeiten am Gesamtverkehrskonzept und am Räumlichen Entwicklungskonzept (REK) abgeschlossen sein. Im März 2026 will der Stadtrat beide Konzepte verabschieden.

Das Gesamtverkehrskonzept umfasst verschiedene Teilkonzepte, wie beispielsweise für den ÖV oder das Parkieren. Das Konzept bildet die Grundlage für die Überarbeitung des kommunalen Richtplans Verkehr.

Im Räumlichen Entwicklungskonzept werden die Stossrichtungen für die Entwicklung der Stadt festgehalten. Es ist damit eine wichtige Grundlage für die Überarbeitung der städtischen Richt- und Nutzungsplanung. Dazu gehört nicht nur der kommunale Richtplan, sondern auch die Überarbeitung der Bau- und Zonenordnung. Dieser Prozess soll im Mai 2026 beginnen.

Wie lange er dauert, scheint noch offen. Klar ist aber, dass das Parlament über den kommunalen Richtplan und die Bau- und Zonenordnung entscheiden wird. Ein Referendum, wie kürzlich in Uster ergriffen, ist ebenfalls möglich.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.