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Gesellschaft

Vorfreude und Skepsis

Wetzikon spaziert sich durch die Zukunftsvisionen

Am vergangenen Wochenende wurde der Masterplan für die Neugestaltung des Bahnhofsareals erstmals erlebbar: Bei geführten Spaziergängen konnte sich die Bevölkerung ein Bild machen.

Die Rundgänge eröffneten einen ganz neuen Blickwinkel auf den Bahnhof - ganz anders als im üblichen Alltagsstress.

Foto: Salma Jarkovich

Wetzikon spaziert sich durch die Zukunftsvisionen

Am vergangenen Wochenende wurde der Masterplan für die Neugestaltung des Bahnhofsareals erstmals erlebbar: Bei geführten Spaziergängen konnte sich die Bevölkerung ein Bild machen.

Seit Jahren ist die Stadt Wetzikon mit der Neuplanung rund um das Bahnhofsareal beschäftigt. Gemeinsam mit den SBB hatte sie dafür einen Masterplan erarbeitet, der die Entwicklungsstrategie für den Stadtraum Unterwetzikon in den kommenden 15 Jahren definiert.

Seit einer parlamentarischen Motion von 2019 sind zahlreiche Arbeitsstunden in die Entwicklung des Masterplans geflossen. Jetzt wurde dieser für die Bevölkerung erstmals greifbar: Am vergangenen Samstag fand der Informationsanlass «Masterplan erleben» statt. Mit einer Ausstellung am Bahnhof, Plänen und Modellen erhielten Interessierte einen Einblick in die künftige Entwicklung des Bahnhofsareals.

Um die Ideen nicht nur auf Papier zu zeigen, sondern auch erlebbar zu machen, organisierte die Stadt drei geführte Spaziergänge. An sechs Stationen rund um das Bahnhofsgelände wurde das Megaprojekt für 90,3 Millionen Franken vorgestellt. Während der 45-minütigen Rundgänge erklärten die Projektverantwortlichen die zentralen Inhalte – darunter auch Stefan Lenz (FDP), Stadtrat für Hochbau und Planung.

Auf dem Spaziergang machte sich die Gruppe ein Bild der aktuellen Situation: veraltete Velounterstände, ein unübersichtlicher Bushof, der zu Stosszeiten nur schwer zu überqueren ist, und die grosse Fläche der Parkplätze, die in einigen Jahren zu einem einladenden Bahnhofspark werden soll.

Neben Stadtrat Lenz kam auch VZO-Direktor Joe Schmid zu Wort: «Der Bushof Wetzikon ist die wichtigste Verkehrsachse für uns. Gerade deshalb wollen wir ihn weiter ausbauen und bestehende Schwachstellen beheben.» Ziel des Masterplans ist es unter anderem, den Bushof auf die Seite der Guyer-Zeller-Strasse auszuweiten.

Mit der Neuentwicklung des Stadtraums Unterwetzikon sollen jedoch nicht nur die Verkehrsströme verbessert werden. Das gesamte Areal soll zu Fuss und mit dem Velo leichter zugänglich und barrierefrei gestaltet werden.

Vorfreude auf gemütliche Plätze

Den ganzen Tag über waren die Informationsveranstaltung und die Spaziergänge rege besucht. Unter den Interessierten war auch ein Unternehmer aus Wetzikon, der in der Nähe des Bahnhofs arbeitet. «Ich freue mich sehr auf die Neugestaltung des Bahnhofsareals», sagte der Wetziker, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Als Anwohnerin habe ich Respekt vor der grossen Baustelle.

Junge Frau aus Wetzikon

Ihm erscheint der Masterplan als ausserordentlich gelungen. «Die Infrastruktur am Bahnhof ist heute schon sehr gut», betonte er. «Am meisten freue ich mich deshalb auf die neuen Räume, die entstehen und das Verweilen am Bahnhof angenehmer machen. Da ich direkt in der Nähe arbeite, fehlen mir bislang Plätze, an denen man einfach einmal gemütlich zu Mittag essen kann.»

«Coole» Velounterführung

Der Informationstag lockte Besucherinnen und Besucher von Jung bis Alt an. Für den 25-jährigen Philippe Wegmann war es das erste Mal, dass er sich ausführlich mit dem Masterplan beschäftigte.

Er wohnt in Kempten und ist regelmässig mit dem Velo unterwegs. «Ich freue mich vor allem auf die Velounterführung, die es von der Spitalstrasse geben sollte», sagte er. «Heute muss man noch viele Kreuzungen und Ampeln überqueren, das wird dann viel einfacher und sicherer.»

Während die Mehrheit der Anwesenden vom Masterplan begeistert war, kamen aber auch Sorgen und Bedenken hervor. So zum Beispiel von einer Wetzikerin, die gleich am Bahnhof wohnt. «Ich habe Respekt vor der grossen Baustelle und einem möglichen Verkehrschaos während der Arbeiten», erklärte die junge Frau, die anonym bleiben möchte.

Gleichzeitig sagte sie: «Ich freue mich aber auch auf die Weiterentwicklung. Ich finde, dass gerade Wetzikon als grössere Stadt es nötig hat, das Areal rund um den Bahnhof aufzuwerten, barrierefrei zu gestalten und zu modernisieren.»


Weitere Informationen zum Projekt sind über die folgende Website verfügbar: stadtraum-bahnhof-wetzikon.ch

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