Hinwiler Extremruderer schreibt mit seinem Team Arktis-Geschichte
Nach 33 Tagen auf See am Ziel
Kälte, meterhohe Wellen und wochenlang kein Sonnenstrahl: Der Oberländer Roman Möckli schafft eine historische Arktis-Durchquerung.
Es ist vollbracht: Der Hinwiler Extremruderer Roman Möckli hat mit seinem Team Arctic Row die erste vollständige Durchquerung des arktischen Ozeans mit einem Ruderboot geschafft. Nach total 33 Tagen – davon 21 im offenen Ozean – haben Möckli und seine drei Kollegen Frederik Jacobs, Florian Ramp und Ben von Mitzlaff wieder festen Boden unter den Füssen.
Das Quartett ist auf den Färöer Inseln angekommen. Unter dem Applaus von Familienangehörigen und weiterem Publikum beendete das Team die letzten Meter seines Abenteuers im Hafen von Torshavn.

Möckli, Jacobs, Ramp und Mitzlaff sind als Erste mit eigener Muskelkraft durch die Arktis gerudert, so hoch in den Norden und so weit oben wie noch nie jemand zuvor.
«Dass wir so hoch in den Norden rudern konnten, war nur möglich, weil das Eis immer mehr schmilzt», gab Möckli nach Abschluss der Mission zu bedenken.
Darauf wollte der 31-jährige Oberländer, der vor rund vier Jahren über den Atlantik gerudert war, mit der Teilnahme am neuen Abenteuer aufmerksam machen. «Wir sind nur Gäste auf dieser wunderschönen Erde», sagte er. «Wir müssen ihr Sorge tragen.»
Bis zu zehn Kilogramm abgenommen
Nach der Ankunft in der Hauptstadt der Färöer Inseln gönnten sich die vier Extremruderer als Erstes je eine grosse Pizza. Und stiessen mit einem Bier an. Nun geht es für sie darum, die Erlebnisse und Strapazen seit dem Start am 3. Juli zu verarbeiten. Denn die Tage auf dem Boot haben an ihnen gezehrt.
Zwischen sieben und zehn Kilogramm Körpergewicht verloren die Mitglieder des Teams Arctic Row. Und die ersten Schritte auf festem Boden waren nicht einfach. Möckli und seine Mitstreiter müssen sich wieder an den ruhigen Untergrund gewöhnen. Kommt hinzu, dass die vier Ruderer durch die wenigen Bewegungsmöglichkeiten auf dem Boot und die Einseitigkeit der Bewegungen viel Muskulatur verloren haben.

Nach mehreren Wochen im offenen Ozean fällt ihr Fazit wenig überraschend aus: «Es war hart.» Das Team schlug sich beispielsweise mit technischen Problemen herum und war eine Zeit lang in der Kabine zusammengepfercht. Es sah zudem wochenlang keinen Sonnenstrahl und kämpfte gegen Schnee, Wind, Kälte und zeitweise bis zu sechs Meter hohe Wellen. Während eines Sturms drang Wasser in die Kabine ein – ab diesem Zeitpunkt war alles nass.
Das Quartett meisterte jedoch sämtliche Herausforderungen. Und sprach danach davon, von der Natur und Tierwelt überwältigt gewesen zu sein. «Wir haben diese Challenge als Team geschafft und sind näher zusammengewachsen», so das Fazit.
Die vier Extremruderer stellten zugleich mindestens vier Weltpremieren auf. Die erste davon am 15. Juli, als sie als erste Menschen mit reiner Muskelkraft auf dem offenen Ozean über den 80. Breitengrad gerudert waren.
Drei weitere Rekorde kamen danach hinzu. Noch nie hat jemand die Arktis in einem Ruderboot durchquert, das Viererteam legte die längste Gesamtdistanz im arktischen Ozean zurück. Zudem ist noch nie eine Ruderexpedition nördlicher als das Team Arctic Row gestartet. Alle diese Rekorde werden nun von offiziellen Stellen homologisiert.

