Trotz Euphorie: Im Oberland spielen weniger Frauen Fussball
Ein Jahr nach der EM
Die Erwartungen des SFV waren hoch. Die Frauen-EM sollte einen Boom auslösen. Nun zeigen die Zahlen: In unserer Region blieb der Ansturm auf die Vereine aus.
Ein Jahr ist es her, dass die besten Frauen-Nationalteams Europas in der Schweiz gastierten. Die EM-Endrunde der Frauen war ein rekordträchtiges Turnier. Erstmals stieg der Zuschauerschnitt in den Stadien über 20’000 Personen an, fast alle Spiele waren ausverkauft, die TV-Einschaltquoten brachen Rekorde, die Fanzonen waren gut besucht.
Der Schweizerische Fussballverband (SFV) sprach von einem Sommermärchen – und hoffte darauf, dass es einen Boom auslöst. Nicht weniger als die Verdoppelung der lizenzierten Frauen innert zweier Jahre schrieb sich der SFV auf die Fahne.
In der Region begegnete man diesen Vorstellungen mit Skepsis, wie unsere Momentaufnahme vor Turnierstart zeigte. Der Tenor damals: Man hatte zwar keine Erfahrungswerte mit Grossanlässen, rechnete aber nicht mit einem übermässigen Zulauf. Und die Zahlen zeigten: Das Oberland war vor dem Turnier eine Vorzeigeregion. 15,3 Prozent aller Lizenzen in unserer Region entfielen auf Frauen – genau gleich viel war es auch im gesamten Fussballverband der Region Zürich (FVRZ).

