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Oberländer Töffpilot

Er werkelt an der Karriere nach der Karriere

Nach zwei Saisons fehlt Randy Krummenacher aus dem Grüt im Feld der Langstrecken-WM. Hat er sich aus dem internationalen Rennsport verabschiedet?

Randy Krummenacher ist mit 36 noch immer als Rennfahrer im Einsatz – sein Hauptjob ist aber ein anderer.

Foto: PD

Er werkelt an der Karriere nach der Karriere

Oberländer Töffpilot

Nach zwei Saisons fehlt Randy Krummenacher aus dem Grüt im Feld der Langstrecken-WM. Hat er sich aus dem internationalen Rennsport verabschiedet?

Randy Krummenacher hat in seiner Karriere schon ganz viel gesehen. Seit 20 Jahren ist der Grütner Töffpilot in internationalen Rennserien unterwegs, mit dem Weltmeistertitel 2019 in der Supersport-Klasse als Höhepunkt. In den letzten Jahren war die Langstrecken-WM sein sportliches Zuhause. Krummenacher zeigte, dass er auch da vorne mithalten kann. Er erlebte aber im vergangenen Jahr auch einen Rückschlag in Form eines heftigen Sturzes, bei dem er sich einen Riss eines Rückenwirbels zuzog.

Beim Comeback im September machte ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung. Krummenacher selber hingegen zeigte gute Rundenzeiten, die seine Hoffnung auf einen neuen Vertrag nährten.

Nun fehlt der 36-jährige Grütner aber im Feld. Gespräche gab es mit verschiedenen Teams. Zu einem Abschluss kam es nicht. Bei einem Team stand im Vertragsentwurf nicht mehr das, was mündlich besprochen worden war. Bei einem anderen hätte er gratis fahren müssen. «Das geht für mich nicht auf. Das wäre dann wie ein Hobby, und dafür bin ich einfach zu schnell», sagt Krummenacher.

Ein definitiver Abschied von der Langstrecken-WM ist es für den Oberländer aber nicht. «Ich habe damit überhaupt noch nicht abgeschlossen», sagt er. Eine Rückkehr kann er sich gut vorstellen und ist auch offen, während der Saison noch einzusteigen, «wenn ein gutes Team einen Fahrer braucht». Doch für ihn müssen die Umstände stimmen – nicht nur finanziell, sondern auch, was die sportliche Perspektive anbelangt.

Wertschätzung und kurze Wege

Internationale Rennen bestreitet er also in diesem Jahr voraussichtlich nicht. Dafür wurde Krummenacher von einem Team für die laufende Saison in der italienischen Superbike-Meisterschaft kurzfristig unter Vertrag genommen. Das sind keine Rennen, die ausserhalb der Szene auf Medieninteresse stossen. Für den Grütner sind sie aber gleich aus mehreren Gründen attraktiv. Erstens verdient er dort Geld, «da sind meine Qualitäten etwas wert», sagt er. Zweitens sind es für ihn, der seit zehn Jahren in Italien lebt, kurze Wege – «ich kann die Kinder zur Schule bringen und dann zum Rennen fahren», sagt er lachend.

Randy Krummenacher
Randy Krummenacher und seine Frau Serena.

Und drittens kann er an diesen Rennwochenenden auch an seiner Zukunft werkeln. Zusammen mit seiner Frau Serena hat er eine Rennfahrerschule aufgebaut. Mit der Twenty One Racing School bietet er unterdessen nicht mehr nur Flat-Track-Fahrkurse für Amateure an, sondern nimmt junge, ambitionierte Rennfahrer unter seine Fittiche, bildet sie aus und betreut sie – unter anderem eben beispielsweise in der italienischen Meisterschaft.

«Die Schule ist unterdessen mein Hauptjob», sagt er. Und sie ist noch immer im Aufbau begriffen. Krummenacher will ein «360-Grad-Programm» anbieten. Er kooperiert mit Fachleuten wie etwa Ernährungsberatern und Mentalcoaches und arbeitet neuerdings mit einem Unternehmen zusammen, das Schweizer Nachwuchstalente fördern will.

Die Karriere nach der Karriere ist also aufgegleist. Und die Rennfahrerkarriere noch nicht abgehakt.

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