Eine Premiere für Dübendorf – ein Brocken für Wetzikon
Der EHC Dübendorf trifft in den Playoff-Viertelfinals mit Thun auf einen Gegner in Reichweite, die Wetziker müssen gegen MHL-Titelverteidiger Seewen ran.
EHC Dübendorf: Ein Duell ohne Favorit
Der EHC Dübendorf und Thun gehören zu jenen zwölf Teams, die 2017 zur ersten MHL-Saison starteten. Es mag erstaunlich sein, aber in den Playoffs treffen die zwei Teams erstmals aufeinander. Das Duell zwischen dem Vierten und dem Fünften der Qualifikation dürfte die engste aller Viertelfinalserien (best of 5) sein. Drei Punkte lagen die Thuner am Schluss vor dem EHCD.
Trotz verpasstem Heimrecht können die Dübendorfer mit dem Saisonverlauf zufrieden sein. Die am Samstag beginnenden Playoffs waren für die routinierte Mannschaft nie in Gefahr, das Team des scheidenden Trainers Reto Stirnimann machte gegenüber der Vorsaison einen Rang gut und holte mehr Punkte, obwohl sich in der Schlussphase Licht und Schatten abwechselten.
Was war, zählt nun bekannterweise nichts mehr. Auch nicht, dass die Thuner zwei der drei Spiele in der Qualifikation gegen Dübendorf für sich entschieden. Die Qualitäten des läuferisch und spielerisch starken EHCD sind hinlänglich bekannt. Er verfügt über eine stabile Defensive, mit Joel Messerli über einen guten Goalie, und in der Offensive sind zahlreiche Spieler in der Lage, entscheidende Impulse zu setzen.
Die zwei Viertelfinalgegner haben in der Qualifikation praktisch gleich viele Tore erzielt. Die Thuner 99, die Dübendorfer 97. Auffällig bei den Berner Oberländern ist derweil, dass sie bei fünf gegen fünf das defensiv beste Team der Liga waren. Nur 43 ihrer 70 Gegentore mussten sie bei numerischem Gleichstand hinnehmen.
Der EHC Thun hat generell deutlich weniger zugelassen als der EHCD, genau genommen 20 Gegentore. Ein Grund dafür: Die Berner verfügen mit Stephan Küenzi und Gian Graf über zwei verlässliche Torhüter. Graf ist der statistisch beste MHL-Keeper und sogar der einzige, der im Schnitt weniger als zwei Gegentore kassierte.
EHC Wetzikon: Der Sieger wartet
Timing ist alles, heisst es. Im Fall des EHC Wetzikon trifft dieser Spruch zu. Der EHCW schaffte es in der Qualifikation genau einmal, drei Partien hintereinander zu gewinnen, und stolperte nach der Weihnachtspause mehr schlecht als recht durch die Saison und einem enttäuschenden Ende entgegen.
Mit dem Messer am Hals war das Team von Cédric Hüsler dann aber bereit. Die von Tabellenplatz 9 und damit aus ungünstiger Position in die Play-Ins gestarteten Wetziker gewannen viermal in Serie. Sie schalteten erst Lyss und danach Bülach aus, wobei sie gegen die Unterländer kein einziges Gegentor zuliessen. Der Lohn für den späten Aufschwung: Der EHCW feiert in seinem zweiten MHL-Jahr die Playoff-Premiere. Gegner ist ab Samstag Qualifikationssieger Seewen. Die Schwyzer sind zugleich Titelverteidiger in der MHL.
Welche Punkte sprechen für eine Wetziker Überraschung? Einer der wenigen könnte sein, dass Seewen eine zweiwöchige Pause hinter sich hat, während die Wetziker seit Längerem im Überlebensmodus operieren. Wie sie mit dem drohenden Saisonende umgegangen sind, verdient Anerkennung. Und die Siege haben ihnen Selbstvertrauen verschafft.
Zahlreiche Vorteile liegen dennoch beim EHC Seewen. Dieser mag nicht über die spielerische Finesse von Franches-Montagnes (2.) verfügen, und er ist weder das offensiv noch das defensiv stärkste Team. Die Seebner überzeugen aber durch ihre Abgezocktheit und kennen verschiedene Wege zum Erfolg. Weniger Strafen als sie kassierte kein Team, zudem verfügen sie über das beste Boxplay der Liga und haben zwei gleichwertige Torhüter, die statistisch zu den besten fünf MHL-Goalies zählen.
Speziell dürfte die Best-of-5-Serie für Mika Burkhalter werden, den zusammen mit Silvan Schönmann besten Skorer des EHC Seewen. Burkhalter hat für nächste Saison beim EHCW unterschrieben.