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Stirnimann-Nachfolge geklärt

Christian Weber zum EHCD: Ein Kreis schliesst sich

Der Nachfolger von Reto Stirnimann als Trainer des EHC Dübendorf trägt einen grossen Namen: Christian Weber kehrt zu seinem Stammklub zurück und übernimmt das MHL-Team.

Mit dem EHC Basel gastierte Christian Weber 2021 als Gegner im Chreis. Nun wird der Dübendorfer Trainer bei seinem Stammverein. (Archiv)

Foto: Robert Pfiffner

Christian Weber zum EHCD: Ein Kreis schliesst sich

Der Nachfolger von Reto Stirnimann als Trainer des EHC Dübendorf trägt einen grossen Namen: Christian Weber kehrt zu seinem Stammklub zurück und übernimmt das MHL-Team.

Der Kalauer passt hier ganz besonders: Im Dübendorfer Chreis schliesst sich ein Kreis. Christian Weber wird ab nächster Saison Headcoach des EHC Dübendorf und kehrt damit als Trainer zu jenem Klub zurück, bei dem seine grosse Karriere einst begonnen hatte. «Ich freue mich riesig darauf», sagt Weber. Im Februar wird er 62 Jahre alt, und auch wenn er nicht ans Aufhören denkt, sagt er: «Es ist toll, dass ich gegen Ende meiner Karriere dem Verein etwas zurückgeben kann.»

1979 debütierte Weber als 15-Jähriger im EHCD-Fanionteam in der damaligen NLB, 1983 verliess der Stürmer den Klub und begann seine grosse Laufbahn als Spieler, die ihn zu über 100 Länderspielen führte und zu je zwei Meistertiteln mit dem HC Davos und dem ZSC. Bei den beiden Titelgewinnen mit den Zürchern spielte Weber übrigens mit Reto Stirnimann zusammen, den er nun in Dübendorf beerbt.

Stirnimann hatte im vergangenen Oktober seinen Rücktritt nach neun Jahren im Klub angekündigt. Einen Kontakt zwischen Weber und EHCD-Sportchef Urs Wüst gab es, als absehbar wurde, dass es für Weber als Sportchef des EHC Winterthur mit dem Rückzug des Klubs aus der Swiss League nicht weitergehen würde.

An Angeboten mangelte es ihm nicht

Die einzige Option für Weber war der EHCD nicht. Er hatte mehrere Angebote vorliegen, aus Deutschland und Italien unter anderem, und Weber sagt: «Wäre es mir ums Geld gegangen, hätte ich andere Möglichkeiten gehabt.» Doch der Entscheid fiel zugunsten des EHCD aus. Letztlich auch aus privaten und familiären Gründen. Schliesslich blieb Weber stets in Dübendorf wohnhaft, auch als er als Trainer beispielsweise in Österreich engagiert war. «Dübi war immer meine Homebase», sagt er. «Und der Kontakt zum Klub brach nie ab. Ich besuchte immer wieder Spiele und wusste Bescheid, was im Klub läuft.»

Weber trifft im EHCD also auf den einen oder anderen alten Bekannten. Sportchef Wüst war Mitspieler, als Weber im EHCD-Fanionteam debütierte, das langjährige Vorstandsmitglied Bettina Walser-Weilenmann kennt er quasi aus dem Sandkasten. «Unsere Väter waren zusammen im Vorstand des Klubs», sagt Weber.

Für den Klub ist die Rückkehr Webers ein entsprechend grosser Moment. Von einer «gegenseitigen Win-win-Situation» spricht Sportchef Wüst. «Ich bin überzeugt, dass er in Dübendorf etwas auslösen kann mit seinem grossen Namen, seinem Netzwerk und seinen Verbindungen.» Und Weber kann hier das tun, was er zuletzt in der Funktion des Sportchefs in Winterthur vermisst hatte: «Auf dem Eis zu sein und an der Bande zu stehen, das brauche ich, und es fehlte mir.»

Was einer tat, erledigen nun zwei

Dass er sich in Dübendorf nun fast ausschliesslich auf die Arbeit auf dem Eis beschränken kann, liegt an einer Neustrukturierung im Klub. Seit der EHCD vor gut 25 Jahren mit Christoph Schenk erstmals einen Profitrainer anstellte, wuchsen die Aufgaben ständig. Was bisher Reto Stirnimann als vollamtlicher Cheftrainer allein erledigt hatte, wird deshalb neu auf mehrere Personen aufgeteilt. Webers Teil ist der kleinere davon, er kümmert sich als Headcoach um die Belange des Fanionteams und bringt sich punktuell im Nachwuchs ein als Ausbildner und im Coaching.

Für das Administrative, das viel von Stirnimanns Zeit beanspruchte, hat der EHCD Patrick Sidler engagiert, der für Kloten und Ambri über 400 NLA-Spiele auf dem Buckel hat und bereits als U14-Stufenverantwortlicher beim EHCD ist.Weber war einst bei den GCK Lions sein Trainer. Und auch Nachwuchs-Cheftrainer Philipp Winzig ist für Weber kein neues Gesicht. Als der Dübendorfer Lustenau trainierte, war Winzig dort Spieler.

Per 1. Mai übernimmt Weber seine neue Aufgabe in seinem Stammklub in der MHL. Die höchste Schweizer Amateurliga ist für ihn kein Neuland. Weber weiss, wie man in der MHL Erfolg hat: Mit Basel schaffte er 2022 den Aufstieg in die Swiss League. Dieses Ziel haben die Dübendorfer nicht – doch im Chreis steigen die Ansprüche wieder. Zweimal in Serie hat der Klub nun nach dem Wiederaufstieg die direkte Playoff-Qualifikation mit einem Top-6-Rang bewerkstelligt. Weber soll die positive Entwicklung fortführen und den EHCD wieder näher an die MHL-Spitze bringen.

Was fehlt denn dem EHCD noch, um die Lücke zu schliessen? Weber findet es «schwierig, die Frage als Aussenstehender zu beantworten». Was er weiss: «Die Mannschaft hat einen guten Kitt und einen guten Charakter.» Und über alles andere wird er sich bald ein Bild machen.

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