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Über 5000 Startende

An den World Games sind Oberländer Medaillen möglich

Sie kennen die World Games nicht? Ab 7. August findet in Chengdu bereits die 12. Austragung statt – und einigen Athletinnen und Athleten aus der Region ist ein Exploit zuzutrauen.

Stimmungsvoll: Die Eröffnungsfeier der World Games in Birmingham (USA) vor drei Jahren.

Foto: International World Games Association

An den World Games sind Oberländer Medaillen möglich

Über 5000 Startende

Sie kennen die World Games nicht? Ab 7. August findet in Chengdu bereits die 12. Austragung statt – und einigen Athletinnen und Athleten aus der Region ist ein Exploit zuzutrauen.

Was sind die World Games?

Die World Games sind die Weltspiele der nicht olympischen Sportarten. Sie werden ebenso alle vier Jahre ausgetragen – allerdings nur in der Sommer-Variante. Die Premiere fand 1981 in Santa Clara (USA) mit rund 1600 Teilnehmenden statt. Besonders daran: Bei der damaligen Eröffnungsfeier marschierten die Athletinnen und Athleten nach Sportarten und nicht nach Nationen sortiert ein.

Wo findet der Anlass statt?

Die jüngste, zwölfte Ausgabe findet vom 7. bis 17. August in der chinesischen 20-Millionen-Stadt Chengdu statt. Es dürften gegen 5000 Aktive aus mehr als 100 Ländern in 34 verschiedenen Sportarten teilnehmen. Damit ist Asien nach Akita (Japan) und Kaohsiung (Taiwan) bereits zum dritten Mal Schauplatz der Spiele. 2029 ist Europa wieder an der Reihe – Austragungsort ist dann das deutsche Karlsruhe.

Wer ist aus der Region am Start?

Mit der Pfäffikerin Cindy Merlo und Dimitri Steinmann aus Dübendorf nehmen gleich zwei Squash-Profis teil. Also in der Sportart, die 2028 erstmals olympisch sein wird. Für Steinmann ist es übrigens bereits der zweite Auftritt an den World Games. Dasselbe gilt für die Rütnerin Sina Staub. Die mehrfache EM- und WM-Medaillengewinnerin im Ju-Jitsu trat schon 2022 in Birmingham (USA) an. Die 25-Jährige kämpft in der Gewichtsklasse bis 52 kg. Einen Startplatz hat auch der Ustermer Orientierungsläufer Riccardo Rancan als aktueller Weltmeister im KO-Sprint für die beiden Einzelwettkämpfe. Möglich ist für ihn zudem ein Einsatz in der vierköpfigen Sprint-Staffel.

Ausserdem steht der Pfäffiker Pascal Schmuki im Kader des Schweizer Unihockey-Nationalteams. Der Offensivverteidiger wechselt auf die nächste Saison vom UHC Uster zum schwedischen Spitzenverein Storvreta IBK. Da das Turnier in einer modifizierten Form (ein Match dauert 3 x 15 Minuten) stattfindet, wurden nur 14 Spieler nominiert.

Wer aus der Region hat Medaillenchancen?

Als aktuelle Squash-Weltnummer 16 hat Dimitri Steinmann realistische Chancen auf einen Podestplatz. Vor drei Jahren verlor der Dübendorfer das Spiel um Platz 3 nur knapp 1:3 – wodurch ihm Bronze verwehrt blieb. Ähnliches gilt für Sina Staub. Die Rütnerin, damals noch in der Kategorie bis 48 kg kämpfend, wurde ebenso Vierte. Sie sagt: «Solange ich alles gebe, kann ich mir nichts vorwerfen.» Des Weiteren ist dem Ustermer Orientierungsläufer Riccardo Rancan eine Spitzenklassierung zuzutrauen.

Zum Kreis der Medaillenkandidaten zählen zudem traditionsgemäss die Schweizer Unihockey-Männer mit dem ehemaligen Uster-Verteidiger Pascal Schmuki. Allerdings: Bei der letzten Austragung reichte es ihnen nur zu Platz 5. Schmuki trifft mit der Schweiz in den Gruppenspielen auch auf Lettland, wo er auf seinen bisherigen Teamkollegen Daniels Janis Anis trifft.

Drei der fünf Goldmedaillen für die Schweiz wurden 2022 im Orientierungslauf erzielt. Für die weiteren Höhepunkte waren Sportkletterer Sascha Lehmann in der Disziplin Lead und das Männer-Team im Tauziehen besorgt. Dazu gab es viermal Silber und dreimal Bronze, was der Schweiz im Medaillenklassement zu Platz 15 reichte.

Wie gross ist die Schweizer Delegation?

53 Männer und 48 Frauen verteilt auf 12 Sportarten starten für die Schweiz. Die beiden Unihockey-Nationalteams stellen mit je 14 Spielerinnen und Spieler die grösste Anzahl. Gefolgt von den Tauziehern (27) und den beiden Faustball-Auswahlen (20).

Wer sind die erfolgreichsten Athleten?

US-Schwimmstar Michael Phelps (23 Goldmedaillen!), der mit Abstand erfolgreichste Olympionike, wird nahezu jedem Sportinteressierten ein Begriff sein. Dies dürfte beim besten Athleten der World Games etwas anders aussehen. Jürgen Kolenda heisst er – der ehemalige deutsche Flossenschwimmer und Taucher holte zwischen 1981 und 1985 elfmal Gold. Der fleissigste Medaillensammler aus der Schweiz ist Orientierungsläufer Matthias Kyburz, der fünfmal triumphierte und noch zweimal Silber und einmal Bronze holte.

Wer sind die Werbeträger der Spiele?

Die in China beliebte Figur Nezha macht Werbung für die World Games. An ihrer Seite treten in einem Rap- und Tanzvideo auch Shu Bao und Jin Zai auf, die offiziellen Maskottchen der Spiele. Panda Shu Bao soll das Naturerbe der Region repräsentieren. Derweil steht der Stumpfnasenaffe Jin Zai für die Artenvielfalt der Provinz.

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