Er fällt mit seiner Leichtfüssigkeit auf
Oberländer Verteidiger-Talent
Pascal Schmuki gehört beim UHC Uster zu den Leistungsträgern. Der Pfäffiker ist erst 19 – und damit auch der jüngste Spieler im Schweizer Nationalteam.
Es hätte ihn ärger treffen können, findet Pascal Schmuki. Sein «Ämtli» aber ist gut machbar. Der Benjamin im Schweizer A-Nationalteam ist lediglich für den Transport der Musikbox zuständig.
Der Pfäffiker weiss, wie es ist, in einem Team der Jüngste zu sein. Er war das in verschiedensten Nachwuchsstufen schon häufig. 20 wird Schmuki Anfang April erst. Und der Verteidiger des UHC Uster gilt als eine der grossen Schweizer Zukunftshoffnungen.
Drei Länderspiele mit dem A-Nationalteam hat der gross gewachsene Oberländer bisher absolviert. Nun kommen weitere hinzu. Ab Mittwoch bestreitet er mit der Schweiz in Slowenien das Qualifikationsturnier für die WM in Schweden.
Die Schweizer sind in der Gruppe mit dem Gastgeber, Belgien, Italien und Dänemark Favorit. Alles andere als der 1. Platz wäre eine Enttäuschung. Das WM-Ticket ist sowieso kaum in Gefahr, holen sich ein solches doch gleich drei der fünf Teams.
Ich finde es cool, wenn etwas läuft.
Pascal Schmuki
Für Schmuki geniesst das Turnier einen hohen Stellenwert. Mit guten Leistungen kann er sich bei Nationaltrainer Johan Schönbeck für künftige Aufgebote aufdrängen. Schmuki sagt: «So eine Chance will man natürlich nutzen.»
Konkrete Ziele für die Länderspiele hat er sich nicht vorgenommen. Dafür ist er nicht der Typ. Schmuki will sein Spiel spielen, wie er sagt, «keine verrückten Dinge machen, sondern das, was man von mir erwartet».
Die Nervosität ist weg
Im Alter von 16 debütierte Schmuki in der Nationalliga A. Mittlerweile hat er in der höchsten Liga 76 Partien absolviert und sich in Uster als Defensivregisseur etabliert.
Schmuki sagt: «Ich finde es bemerkenswert, wie leicht mir das Spielen im Vergleich zum Anfang fällt.» Extrem nervös ist er vor einer Partie längst nicht mehr, höchstens leicht angespannt. «Ich traue mir mehr zu, kann alles lockerer angehen.»
Die Lockerheit ist denn auch eines seiner Markenzeichen. Man muss jedenfalls kein Unihockey-Experte sein, um Schmukis Klasse zu erkennen. Der 19-Jährige fällt mit seiner leichtfüssigen Art und der ruhigen Ballführung sofort auf. Er ist schnell und wendig, behält unter Druck den Überblick, findet kreative Lösungen und kurbelt mit seinen Solovorstössen die Ustermer Offensive an.
Im vorletzten Spiel gegen Basel traf Schmuki gleich dreimal – eine Premiere für ihn in der NLA. Einzig Claudio Schmid – der Stürmer ist in Slowenien ebenfalls dabei – hat für den UHC Uster heuer bisher mehr Skorerpunkte gesammelt als Schmuki.
Usters Sportchef Markus Kulmala sagt: «Pascal ist zu einem Topverteidiger in der Schweiz aufgestiegen.» Er freut sich entsprechend darüber, dass der Pfäffiker unlängst den Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat.
Selbstverständlich ist das nicht. Die Saison der Ustermer verläuft zäh, die Playoffs finden einmal mehr ohne sie statt. Kommt hinzu: Schmuki war stark umworben.
Niemand wäre überrascht gewesen, hätte er bei einem der Schweizer Topvereine unterschrieben, die ihn allesamt lockten. Oder hätte der Spieler, der an der letzten U19-WM im All-Star-Team stand, eines der Angebote aus Finnland oder Schweden angenommen.
Guter Lernort, kurze Wege
Warum also bleibt Schmuki in Uster? Der Verteidiger gibt mehrere Gründe an. Beispielsweise das Umfeld, in dem er sich sehr wohl fühlt. Und er lerne viel vom Staff um Profitrainer Simon Meier, sagt Schmuki.
Ein Faktor sind für ihn auch die kurzen Wege. Von Pfäffikon aus ist er schnell im Training in Uster und in Wetzikon, wo er arbeitet. Die Ausbildung und den Leistungssport unter einen Hut zu bringen, findet er keine grosse Herausforderung. Im Gegenteil. Ihm gefällt die Abwechslung. «Ich finde es cool, wenn etwas läuft.»
Im Sommer schliesst er seine Lehre als Hochbauzeichner mit BMS ab. Schmuki sagt: «Ich fragte mich: Weshalb braucht es einen Wechsel, wenn für meine persönliche Entwicklung noch alles passt?»
Dass Letztere noch nicht abgeschlossen ist, versteht sich bei einem solch jungen Spieler von selber. Schmuki zählt einige Bereiche auf, in denen er Entwicklungspotenzial hat. Er will etwa lernen, auf dem Feld energischer aufzutreten. «Und die Standhaftigkeit in der Defensive vergrössern.» Im Physischen kann der Verteidiger ebenfalls zulegen. Schmuki ist sich jedenfalls bewusst: «Ich muss weiter sehr hart arbeiten.»
Es reizt ihn, einst in Schweden oder Finnland zu spielen. Das ist aber Zukunftsmusik. Wirklich weit voraus richtet Schmuki seinen Blick nicht. Als Nächstes stehen für ihn die Länderspiele mit der Schweizer Auswahl in Slowenien im Fokus. Da will er überzeugend auftreten. Schliesslich möchte der Verteidiger künftig auch wieder dabei sein – am liebsten im Dezember an der WM.