Das ist Usters Eigengewächs aus der Fremde
Vor dem Playoff-Start
Der Lette Daniels Janis Anis hat sich in Uster zum Leistungsträger entwickelt und soll auch im Playoff-Viertelfinal gegen Zug eine entscheidende Rolle spielen.
1,94 Meter gross, 91 Kilogramm schwer. Es sind einschüchternde Masse. Daniels Janis Anis könnte damit auch Eishockeyprofi sein, er würde auch da zu den Spielern mit der grössten Wasserverdrängung gehören. Und tatsächlich spielte er in seiner Heimat Lettland zwölf Jahre lang Eishockey und Unihockey parallel. Frühmorgens aufs Eis, dann zur Schule und am Abend zum Unihockey – das wurde seinen Eltern irgendwann zu bunt. «Sie wollten, dass ich mich entscheide. Und ich entschied mich für Unihockey, weil ich so mehr Zeit für die Schule hatte. Und weil das Eishockey-Umfeld in Lettland damals doch recht rau war.»
Eishockey habe er nicht schlechter gespielt als Unihockey, sagt Anis. Wie gut er Letzteres kann, beweist er seit vier Saisons im UHC Uster. So produktiv wie heuer war er noch nie: 26 Skorerpunkte hat er in 19 Spielen in der Qualifikation erzielt (21 Tore, 5 Assists), das sind gut 1,3 Punkte pro Spiel im Schnitt. Anis ist zweitbester Ustermer Skorer, er gehört zu den Leistungsträgern im Team – und zu den Hoffnungsträgern für die Playoff-Viertelfinalserie der Ustermer gegen Zug. «Seine Linie wird die Aufgabe haben, in der Offensive den Unterschied zu machen und eine Plusbilanz zu haben», sagt Trainer Simon Meier.
Dass Qualifikationssieger Zug nicht GC auf Rang 8, sondern den Tabellensiebten UHC Uster als Playoff-Viertelfinalgegner wählte, überrascht Uster-Coach Simon Meier nicht. «Schliesslich sind wir das Team, das über die wenigste Playoff-Erfahrung verfügt.» In der am Samstag beginnenden Best-of-7-Serie geht es aber nun nicht nur darum, Erfahrungen zu sammeln. «Eine Serie, in der um jeden Millimeter gekämpft werden muss», soll es werden.
In der Qualifikation verlor Uster beide Spiele. Im Heimspiel (6:10) führten die Ustermer im zweiten Drittel noch und mussten die Zuger erst im Schlussabschnitt davonziehen lassen. Und auch am letzten Sonntag in Zug (3:9) drehte der Leader erst im letzten Drittel auf. «Wenn es uns gelingt, lange dranzubleiben, haben wir eine Chance», sagt Meier. «Dafür müssen wir einen Weg finden, ihre Paradelinie aus dem Spiel zu nehmen.» Der Schwede Albin Sjögren und die beiden Finnen Sami Johansson und Miko Kailiala bilden sie – es sind die Top 3 der Liga-Skorerliste. (fbo)
