Er legt vor – und die Konkurrenz verzweifelt
Kunstturner aus Fällanden
Mit dem Team gewann Ian Raubal EM-Silber. Nun doppelte der 23-Jährige am Barren nach.
Ian Raubal turnte bereits am Dienstag im Team stark. Mit seinen Kollegen Noe Seifert, Luca und Matteo Giubellini, Florian Langenegger und Luca Murabito sicherte er im Team-Wettkampf der Schweiz die EM-Silbermedaille. Eine riesige Überraschung.
Am Samstag doppelte der Fällander nach. Er holte sich am Barren erneut Silber. Besser war nur der Einheimische Nils Dunkel. Bronze holte sich ebenfalls ein Deutscher, Timo Eder. Für den 23-jährigen Raubal ist es die erste EM und er räumt gleich zwei Medaillen ab, ein riesiger Erfolg.

Raubal hatte mit seiner Übung 13,766 Punkte erturnt, er war der erste Turner, der an den Start ging. Danach bissen sich alle anderen der acht Finalteilnehmer am Glattaler die Zähne aus. Nur Dunkel konnte ihn mit 13,900 Zählern noch in die Schranken weisen.
«Das ist unglaublich, mir fehlen ein wenig die Worte», sagte Raubal im SRF. Nach der Medaille im Team sei es ja noch gegangen, «aber jetzt weiss ich wirklich nicht mehr, was ich sagen soll», strahlte er über beide Backen.

Noe Seifert vergibt Medaille
Noe Seifert gehörte am Reck zu den Medaillenkandidaten. Doch der Aargauer scheiterte, bereits im ersten Element unterlief ihm ein Fehler, ein «Katastrophen-Szenario», sagte der SRF-Experte bei der Live-Übertragung. Denn danach turnte Seifert traumhaft, auch der Abgang sass dieses Mal.
Noch im Mehrkampf war Seifert ebenfalls auf Medaillenkurs gewesen, Bronze lag im Bereich des Möglichen. Aber beim Abgang am Reck griff er zu Boden, weg war der Traum von der Medaille.
Trotz Fehler am Reck turnte Seifert am Samstag 13,066 Punkte. Wäre ihm der Fauxpas nicht unterlaufen, wäre ihm die Medaille ziemlich sicher gewesen. So wurde er letztlich Siebter, Europameister wurde der Litauer Robert Tvorogal (14,300 Punkte).
Die Medaillen am Reck gingen an den Litauer Robert Tvorogal, den Deutschen Andreas Toba, der den letzten Wettkampf seiner langen Karriere vor heimischem Publikum mit Silber krönte, und den Franzosen Anthony Mansard.
