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Testbilanz der Hinwiler

So steht Audi nach den Tests da

Die Vorsaison-Tests in der Formel 1 sind vorbei. Wie hat das Hinwiler Audi-Team abgeschnitten?

Die Audi-Boxencrew am Werk: Wie bereit sind die Hinwiler für die neue Saison?

Foto: Audi Revolut F1 Team

So steht Audi nach den Tests da

Die Vorsaison-Tests in der Formel 1 sind vorbei. Wie hat das Hinwiler Audi-Team abgeschnitten?

Die Fakten

Während es von der ersten Testwoche Ende Januar nur inoffizielle Resultate gab, war an den sechs Testtagen im Februar in Bahrain wieder alles wie normal. Die folgende Tabelle zeigt deshalb die offiziellen Zahlen.

Das Hinwiler Audi-Team steht dabei über sämtliche Testtage hinweg gesehen im hinteren Mittelfeld. Sowohl bezüglich der gefahrenen Kilometer als auch bezüglich der reinen Rundenzeit belegen die Hinwiler unter den neu elf Teams jeweils den siebten Rang. Was ebenso auffällt: Neuling Cadillac, der seinen Motor noch nicht selber baut, fällt leicht ab. Aston Martin, mit Stardesigner Adrian Newey und Honda-Motor, fällt deutlich ab.

Mit Vorsicht zu geniessen sind die Zeiten – sie sind kaum vergleichbar, weil nie alle Teams zum selben Zeitpunkt mit dem Zweck einer einzelnen schnellen Runde auf der Strecke waren. Die Rennställe absolvieren verschiedene Testprogramme, simulieren Qualifyings und ganze Rennen – aber eben zu verschiedenen Zeiten, mit verschiedenen Reifen und verschiedenen Benzinmengen.

Die Rundenzeiten mögen ein Indiz dafür sein, wer mithält und wer abfällt. Aber dass beispielsweise Gabriel Bortoleto bei seiner schnellsten Runde um eine halbe Sekunde schneller war als Nico Hülkenberg bedeutet noch lange nicht, dass der Brasilianer den Audi dermassen viel besser im Griff hat als der Deutsche.

Die Einordnung

Das Team bewegt sich unter dem Radar – so zumindest der Eindruck, wenn man Fachmedien konsumiert. Heutzutage erstellt man gerne Listen von Siegern und Verlierern – und Audi wird weder als das eine noch als das andere bezeichnet. Ob das wohl ein gutes Zeichen ist?

Was sich sagen lässt: Es ist eine deutliche Entwicklung zu sehen, gerade was die Zuverlässigkeit des Autos anbelangt. Im Januar sorgten technische Probleme noch dafür, dass die Hinwiler weniger Kilometer zurücklegten als geplant. An den offiziellen Tests nun gab es keine gröberen Probleme mehr.

Und: Während im Januar in Barcelona noch eine Basisversion des Autos eingesetzt wurde, war der R26 nun in Bahrain schon stark weiterentwickelt, vor allem das radikale Design der Seitenkästen sorgte für Aufsehen.

Natürlich ist Audi damit nicht alleine – auch die Konkurrenz bekommt ihre Probleme in den Griff und entwickelt die Autos weiter. Aber in einem Punkt wurde Audi von der Fachpresse doch gelobt. «Gäbe es einen Award für das Team, das sich in den Tests am stärksten verbessert hat, würde er sicher an Audi gehen», schreibt etwa die britische Onlineplattform «the-race.com».

Das Team selber zeigt sich zufrieden und vorsichtig optimistisch. Technikchef James Key spricht von signifikanten Fortschritten und sagt: «Die Fahrer fühlen sich wohl im Auto und wir haben eine gute Basis, mit der wir arbeiten können. Es gibt Bereiche, wo wir uns punkto Zuverlässigkeit und Performance verbessern können, aber insgesamt sind wir in etwa dort, wo wir zu diesem Zeitpunkt in unserer Entwicklung als Team sein wollten. »

Der Motoren-Entscheid

Bleibt die Frage, ob denn nun die Teams, die keinen Mercedes-Motor in ihren Autos eingebaut haben, im Nachteil sind. Auch im Motoren-Zwist gab es während der Tests eine neue Entwicklung, und die läuft auf einen Kompromiss heraus. Respektive auf eine Klärung der Regeln: Per 1. August – nach 13 von 24 Rennen – soll das Messverfahren verändert werden. Mercedes müsste seinen Motor also umbauen, aber nicht per Saisonstart.

Nun wird abgestimmt: Bis am 28. Februar haben die fünf Motorenhersteller Zeit, sich ihre Meinung dazu zu bilden. Auch der Weltverband FIA und das Formel-1-Management haben je eine Stimme. Nötig für eine Regeländerung sind sechs von sieben Stimmen. Es ist davon auszugehen, dass der Vorschlag angenommen wird.

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