Motorenzoff in der Formel 1: Ist Audi im Nachteil?
Noch vor dem Saisonstart in der Formel 1 wird über einen angeblichen Mercedes-Vorteil gestritten. Dagegen wehrt sich auch das Hinwiler Audi-Team.
Worum geht es im Streit der Formel-1-Hersteller?
Um die Motoren. Auf 2026 hin gelten neue Regeln. Der Elektroanteil wurde dabei erhöht, es sind aber weiterhin Hybridaggregate. Der Zwist dreht sich um den herkömmlichen Verbrennermotor. Es geht um das Verdichtungsverhältnis. Vereinfacht gesagt beschreibt es, wie stark das Benzin-Luft-Gemisch in einem Zylinder komprimiert wird. Je höher dieser Wert ist, um so effizienter ist der Motor. Bisher war das Verdichtungsverhältnis auf 18 zu 1 begrenzt, im neuen Reglement wurde der Wert auf 16 zu 1 gesenkt. Mercedes soll aber einen Weg gefunden haben, den Motor dennoch mit einem höheren Verdichtungsverhältnis zu betreiben.
Wie gross ist der Vorteil von Mercedes?
Es geht nicht nur um das Mercedes-Werksteam, sondern auch um die Motorenkunden McLaren, Williams und Alpine. Wie gross ihr Vorteil sein könnte? Das hängt davon ab, wer danach gefragt wird. Mattia Binotto, der einst für Ferrari Motoren baute und nun eine Führungsfigur im Hinwiler Audi-Team ist, nannte keine Zahlen, sondern sprach von einem «signifikanten Unterschied in Bezug auf Leistung und Rundenzeiten». Es gibt Schätzungen, die von 10 bis 15 PS ausgehen, was pro Runde 0,3 bis 0,4 Sekunden ausmachen könnte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hingegen fand, die Gegner würden übertreiben, und sprach von «vielleicht zwei, drei PS». Max Verstappen konterte diese Angabe mit den Worten: «Da muss man noch eine Null hinzufügen oder auch mehr.»

