So geht es mit den Bewohnern des Diakonenhauses Greifensee weiter
Gute Nachrichten trotz Schliessung
Die Schliessung des Diakonenhauses Greifensee kam für viele aus heiterem Himmel – und markiert das Ende einer traditionsreichen Institution. Doch neben dem Abschied gibt es auch erleichternde Nachrichten.
Die Meldung kam für viele überraschend: Im vergangenen Herbst teilte das Diakonenhaus Greifensee mit, dass es den Betrieb per Ende April einstellt. Die Institution bot zuletzt 28 Wohnplätze, 27 Tagesstrukturplätze und 7 Werkstattplätze für psychisch und/oder kognitiv beeinträchtigte Erwachsene.
Immerhin gibt es für sie gute Nachrichten. «Für alle Bewohnenden und Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung konnten neue, passende Wohn- und Arbeitsplätze gefunden werden», sagt Geschäftsleiterin Franziska Romanin. Viele, nun ehemalige Bewohnende, hätten sich in den letzten Wochen beim Team des Diakonenhauses gemeldet, um zu berichten, wie es ihnen gehe. «Sie fühlen sich wohl an den Orten, die sie selber mit aussuchen konnten.»
Ziegen ziehen auf den Wagerenhof
Mit der Schliessung des Diakonenhauses gehen auch 25 Vollzeitstellen verloren. Laut Romanin konnten die meisten Fachpersonen eine neue Stelle finden. Hierfür wurden sie im Rahmen des freiwilligen Sozialplans von einer externen Firma unterstützt.
Andere Mitarbeitende haben noch weiterlaufende Verträge, da sie sich nun um die Räumung, die Pflege des Areals und die Tiere kümmern müssen. Denn zur Institution gehörten auch Ziegen, Hühner, Hasen und Schweine.
Auch die tierischen Mitbewohner kommen alle an einem neuen Platz unter. So ziehen die Ziegen gemäss der Geschäftsleiterin Mitte Mai auf den Wagerenhof in Uster. Hühner und Hasen haben private Abnehmer gefunden, und auch die Schweine kommen in der Region unter.
Was passiert mit den Gebäuden?
Die letzten Monate waren für die ganze Institution eine Herausforderung. «Seit dem Beschluss zur Schliessung waren Stiftungsrat, Geschäftsleitung und Fachteam gefordert, das Tagesgeschäft wie gewohnt zu führen und zugleich den Betrieb herunterzufahren», sagt Romanin.
Der Schliessung des Diakonenhauses diesen Monat geht ein langer Prozess voraus, in dem sich die Institution für die Zukunft rüsten wollte – und damit scheiterte. Am Ende waren es finanzielle und infrastrukturelle Probleme, die zur Schliessung der Institution nach fast 90 Jahren führten.
Denn die Infrastruktur im Diakonenhaus ist veraltet, der Investitionsbedarf hoch. Mehrere Umbauprojekte verliefen alle im Sand. Zwar erhielt die Geschäftsleitung 2023 den Auftrag, die Institution im Rahmen einer «Vorwärtsstrategie» weiterzuentwickeln. Doch daraus wurde nichts. Im vergangenen Jahr kam der Stiftungsrat zum Schluss, dass eine Schliessung des Betriebs unvermeidbar ist.
Wie es mit dem Areal und den Gebäuden des Diakonenhauses weitergeht, liegt nun ebenfalls in den Händen des Stiftungsrats. Laut Romanin befindet er sich diesbezüglich in einem Strategieprozess.