Diakonenhaus präsentiert Umbaupläne
Seit 80 Jahren bietet das Diakonenhaus Greifensee ein Zuhause für Menschen mit psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Das Hauptgebäude des Diakonenhauses wurde 1970 erstellt. Seither sind immer wieder Anpassungen gemacht worden, wie zum Beispiel die wärmetechnische Sanierung der Fassade 2009.
Vor zwei Jahren beschloss der Stiftungsrat, dass eine umfassende Renovation notwendig sei. Christoph Pohl, Präsident des Stiftungsrates, sagt: «Das Gebäude hat nicht mehr den Anforderungen in Bezug auf den Brandschutz und die sanitären Anlagen entsprochen.»
Alle Bedürfnisse erfüllen
Pohl sagt, so ein Umbau erfordere viel Planung. Schliesslich wolle der Stiftungsrat, dass die Bedürfnisse der Bewohner und der Pfleger erfüllt werden können. «Uns war wichtig, dass der Umbau die Möglichkeit bietet, auf künftige Veränderungen flexibel zu reagieren.» Denn es existieren immer mehr Formen von Wohnen und Arbeiten mit psychisch Beeinträchtigten, so Pohl.
Abriss oder Kombination
Der Stiftungsrat erstellte einen umfassenden Studienauftrag, den er an fünf Architekturbüros schickte. «Wir liessen den Architekten offen, ob sie einen Umbau des bestehenden Gebäudes planen, ob sie dieses abreissen und einen Neubau entwerfen oder ob sie eine Kombination aus beidem machen wollen.» Entschieden habe sich der Stiftungsrat nun für eine Lösung, die das alte Gebäude weiterentwickelt und um Neues ergänzt.
Heikle Zonen
Ein «Knackpunkt» für die Architekten war, dass sie die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Greifensee berücksichtigen mussten. Denn die verschiedenen Gebäude, die zum Diakonenhaus gehören, liegen alle in unterschiedlichen Zonen. Das Hauptgebäude, das Bollierhaus und die wichtigen landwirtschaftlichen Bauten befinden sich in der Kernzone II. Die Pavillonbauten hingegen sind in der eingeschossigen Wohnzone. «Das konnte leider nicht eingehalten werden. Das Projekt, das umgesetzt werden soll, wird über zwei Geschosse verfügen.» Deshalb muss von der Gemeinde und der Gemeindeversammlung ein privater Gestaltungsplan bewilligt werden.
«Die Bau- und Zonenordnung war ein Knackpunkt»
Christoph Pohl, Präsident Stiftungsrat Diakonenhaus
Das sei jedoch nicht der Grund, weshalb das Diakonenhaus in der Ausstellung alle Entwürfe zeigt. «Wir wollten das für die Öffentlichkeit sowieso machen. Schliesslich ist das Diakonenhaus schon so lange ein Teil von Greifensee.»
«Das wird sich zeigen»
Wie die Finanzierung des Umbaus ablaufen wird, ist noch nicht ganz geklärt. Die Bevölkerung von Greifensee werde aber nichts zahlen müssen. «Da das kantonale Sozialamt dem Bauprojekt zugestimmt hat, werden sie sicher einen Beitrag leisten», davon ist Pohl überzeugt. Wie hoch dieser Beitrag ausfällt, kann er nicht sagen. Wenn das Bauprojekt stehe, werde man weitere Finanzierungsmöglichkeiten suchen, zum Beispiel eine Spendensammlung. «Ich bin zuversichtlich, dass wir das gut regeln werden.» Was der Umbau kosten wird, ist noch unklar. «Es gibt Schätzungen um die zehn Millionen, aber einen genauen Betrag kann ich nicht angeben.»
Auch was während dem Umbau mit den jetzigen Bewohnerinnen und Bewohnern passiert, ist noch nicht ganz geklärt. «Der Umbau musste so geplant werden, dass alle Bewohner in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Alle Architekten sagten, das sei möglich», sagt Pohl. Doch ob der tägliche Baustellenlärm nicht eine zusätzliche Belastung für die Bewohner ist, wird sich erst zeigen. «Falls das nicht geht, werden wir auch da eine passende Alternative suchen und finden.»
Die Ausstellung der Resultate des Studienauftrages im Eingangsbereich des Diakonenhauses ist heute von 14 bis 17 Uhr und am Samstag, 15. Juli von 9 bis 11 Uhr geöffnet.