Rüti will die Besucherzahl in der Badi beschränken
Platzzahl limitiert
Mehr Tücher als Wiese: Die Badi Rüti kam in den letzten Jahren immer mehr an den Besucheranschlag. Mit einem Messsystem soll sich die Situation jetzt beruhigen.
In wenigen Wochen öffnen die Freibäder der Region ihre Türen. So auch die Badi Rüti. Ab Freitag, 1. Mai, kann man sich dort wieder ins kühle Nass stürzen, vermutlich ohne allzu viele andere Bädegäste um sich herum – ein Umstand, der sich mit wärmeren Temperaturen schnell ändern wird.
Letztes Jahr kam die Badi Rüti an ihr Limit. Pro Tag verzeichnete sie bis zu 2000 Badegäste. Die Liegewiese war voll, die Schlange am Sprungturm lang, die Becken waren überfüllt, und das Personal war am Anschlag. Das sorgte für Unmut. Darauf hat der Gemeinderat nun reagiert: Mit dem Start der neuen Saison wird die Besucherzahl begrenzt und laufend überwacht. Das schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung.
«Eine Begrenzung des Zutritts wird individuell angepasst, in direktem Austausch mit dem Badpersonal», erklärt Gemeinderat Thomas Stauber (SVP) auf Anfrage. Eine Begrenzung aus Sicherheitsgründen hänge auch von der Besucherklientel ab: «Ob nun zum Beispiel 1000 Gäste als Familien oder 1000 Gäste als Jugendgruppen die Badi besuchen, sind unterschiedliche Sicherheits- und Qualitätsbelastungen für die Badi und das Badpersonal.»
Ein Messsystem erfasst laufend die Auslastung, die ab Anfang Saison sowohl auf einem Monitor beim Eingang als auch auf der Badi-Website angezeigt wird. So könne man sich schon im Vorfeld informieren, ob sich ein Gang in die Badi lohne. «Die neue Regelung gilt für alle Personen, egal, ob einheimisch, auswärtig, mit Saisonabo oder Bade(s)pass», stellt der Gemeinderat klar.
Das neue System soll sicherstellen, dass die Sicherheit und die Aufenthaltsqualität in der Badi Rüti auch bei hoher Auslastung gewährleistet bleiben.
Keine Reservation, keine Bevorzugung
Angst, nie in die Badi zu können, weil sie schon voll sei, müsse man nicht haben. «Die Massnahmen sind für wenige Spitzentage – zum Beispiel Mittwochnachmittag, Samstagnachmittag, Sonntagnachmittag – vorgesehen. Auch dort gehen wir aber davon aus, dass sie lediglich für wenige Stunden greifen», heisst es in der Mitteilung.
Es wird auch künftig nicht möglich sein, sich einen Platz in der Badi im Voraus zu reservieren. Ebenfalls sieht die Gemeinde davon ab, Inhabende eines Saisonabos oder Rütnerinnen und Rütner zu bevorzugen. «Wir priorisieren die Besuchenden vor Ort. Bei 1500 Saisonabos können und wollen wir kein fiktives Kontingent freihalten», begründet der Gemeinderat.
Zudem sei die Badi für alle Menschen da; eine Eingrenzung nach Wohnort würde die Menschen der Region «grundlos benachteiligen».
Wenn man als Gruppe einen Besuch in der Badi plant, empfiehlt die Gemeinde, diese gemeinsam zu betreten. Sollte es zu einer Trennung kommen, werde das Personal eine solche Situation mit Augenmass handhaben.
Mehr Platz für Velos und Pflanzen
Der Stress fängt aber nicht erst im Schwimmbad, sondern schon oft davor an – nämlich bei der Parkplatzsuche. Die Gemeinde ruft deshalb dazu auf, zu Fuss, mit dem ÖV oder dem Fahrrad anzureisen. Pünktlich zum Start der neuen Saison wurde der Veloparkplatz vergrössert und neu gestaltet.
Zudem ist der Vorplatz fertiggestellt und bepflanzt worden. Ziel ist, dass vor der Badi eine kleine, blütenreiche Naturoase entsteht. Steinmauern und die einheimische, standortgerechte Bepflanzung leisten einen Beitrag zu mehr Biodiversität.