Dübendorf intensiviert den Kampf gegen Schmierereien
Geeinter Widerstand im Parlament
Stadt- und Gemeinderat stellen sich auf einen Abnützungskampf gegen Graffiti ein: Am Montag genehmigte das Parlament 80’000 Franken für die Entfernung von Schmierereien – jährlich und unbefristet. Und das ist noch nicht alles.
Wenn es etwas gibt, worauf sich die Fraktionen von links bis rechts im Dübendorfer Parlament einigen können, dann das: Die Schmierereien von Fussballanhängern müssen aus dem Stadtbild verschwinden. Den Kampf gegen Graffiti, sogenannte Tags, sowie Aufkleber auf städtischer Infrastruktur hat der Stadtrat seit 2022 in einer Pilotphase intensiviert – mit einem jährlichen Kredit von 60’000 Franken im Rücken.
Vor einem Jahr wollte er den Betrag um 20’000 Franken aufstocken und fest im Budget verankern. Doch der Gemeinderat verlangte nach einer gesamtheitlichen Herangehensweise und genehmigte die 80’000 Franken lediglich für zwölf Monate.
Mittlerweile hat der Stadtrat nachgebessert. Ab 2027 unterstützt er private Hauseigentümer während einer Pilotphase mit jährlich 60’000 Franken bei der Entfernung von Graffiti. Er hat eine Fachperson Graffiti und Fanarbeit eingestellt, die Kontakt zu Fangruppierungen und Fussballclubs sucht. Und er treibt eine Gesamtstrategie voran, mit der das Problem illegaler Sprayereien möglichst umfassend angegangen werden soll.
Dübendorf und die Unruhen in Frankreich
Zwar gab es am Montag aus dem Rat etwas Geknurre, weil die Gesamtstrategie erst 2029 vorliegen soll, insgesamt beurteilte man das Massnahmenpaket aber als gute Antwort auf das Problem. So sagte Stefan Angliker (FDP) namens der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK): «Es ist offensichtlich, dass es den Akteuren je länger, je mehr nur noch um Provokation geht.» Als Beispiel hierfür nannte er die Beschädigung eines grossflächigen Wandbilds in der Zwinggarten-Unterführung Anfang Oktober – kurz vor dessen Fertigstellung.
Zaniyar Sharifi (FDP) stellte die Sprayereien in einen Zusammenhang mit den Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende in Zürich und Basel, den 1.-Mai-Krawallen und den Unruhen mit massiven Sachbeschädigungen in Frankreich: «Der Respekt vor gemeinsamen Regeln bröckelt im Kleinen und muss deshalb auch im Kleinen verteidigt werden.»
Ursula Brack (SP/Grüne) wiederum hielt fest, man müsse sich auch fragen, wie Jugendliche erreicht werden könnten, bevor problematisches Verhalten entstehe. «Dazu braucht es auch Beziehungen, attraktive Angebote und Räume, wo junge Menschen willkommen sind und auch Verantwortung übernehmen können.»
Am Ende war die Zustimmung zum 80’000-Franken-Kredit eine reine Formsache.
Die Geschäfte der Ratssitzung
Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom vergangenen Montagabend folgende Geschäfte behandelt:
Das Parlament stimmte der Volksinitiative «Wiederherstellung der Fussgängerstreifen im Stadtzentrum» mit 28 zu 6 Stimmen zu.
Der jährliche Bruttokredit von 80’000 Franken für die Entfernung von Graffiti, Tags sowie Aufklebern an städtischer Infrastruktur wurde einstimmig gutgeheissen.
Die Schulzahnklinik darf von der Strehlgasse an den neuen Standort an der Neugutstrasse zügeln. Das Parlament genehmigte hierfür einen Kredit von 1,18 Millionen Franken.
Der Rat genehmigte die Ablösung der Papiersammlung von Vereinen durch ein Entsorgungsunternehmen mit jährlich wiederkehrenden Kosten von 127’000 Franken definitiv und ohne Gegenstimme.
Das Postulat «Grünräume im Quartier Hochbord» von Christian Meyer (GLP) und 23 Mitunterzeichnenden wurde mit deutlichem Mehr an den Stadtrat überwiesen.
Der Rat schrieb das Postulat «Standortförderung Dübendorf» mit Segen des Erstunterzeichners Thomas Maier (GLP) ab.
Die Debatte über die zukünftige Nutzung des «Hecht»-Parkplatzes im Zusammenhang mit der Volksinitiative «Alterswohnungen im Zentrum» wurde auf Antrag der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) verschoben.
Die Kreditabrechnung für die Erneuerung der Wärmeerzeugung der Häuser E, B und C im städtischen Alters- und Spitexzentrum wurde genehmigt.
Gemeinderat Lukas Schanz (SVP) kritisierte in einer Fraktionserklärung eine schriftliche Anfrage aus den Reihen der Grünen. Anstatt sich darüber zu enervieren, dass die gerodeten Bäume an der Usterstrasse nur durch wenige Neupflanzungen ersetzt würden, solle sich die Partei lieber dann einbringen, wenn das Geschäft im Gemeinderat behandelt werde.
Sabrina Burri wurde zur neuen stellvertretenden Gemeinderatssekretärin gewählt.
Marcela Caballero Crousillat (SP) absolvierte ihre erste Gemeinderatssitzung. Sie ersetzt ihren zurückgetretenen Parteikollegen André Csillaghy.
