Stadt Uster will die Steuern senken
Budget 2027 ist da
Die Stadt Uster rechnet für das kommende Jahr mit einem Plus von 2,9 Millionen Franken. Trotz steigender Ausgaben will der Stadtrat den Steuerfuss von 94 auf 92 Prozent senken.
Uster rechnet im kommenden Jahr mit schwarzen Zahlen: Das Budget 2027 sieht bei Einnahmen von 343 Millionen Franken einen Aufwand von 340,1 Millionen Franken vor. Unter dem Strich bleibt ein Ertragsüberschuss von 2,9 Millionen Franken. Der Stadtrat will deshalb den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte auf 92 Prozent senken.
Der neue Finanzvorstand Daniel Frei (GLP) begründet den Antrag mit den erwarteten Mehreinnahmen und den Vorgaben zum mittelfristigen Ausgleich. Die finanzielle Situation erlaube die Senkung, ohne die finanzpolitischen Ziele der Stadt zu gefährden. «Der Stadtrat möchte damit ein Zeichen setzen und natürliche und juristische Personen entlasten», wird Frei in der Medienmitteilung der Stadt Uster zitiert.
Der Steuerfuss der Sekundarschulgemeinde soll unverändert bei 18 Prozent bleiben. Damit liegt der Gesamtsteuerfuss für Uster bei 110 Prozent. Über die Steuerfusssenkung der Stadt entscheidet der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 14. Dezember.
Höhere Bettenbelegung, mehr Personalkosten
Die Stadt rechnet im kommenden Jahr mit Steuereinnahmen von 140,9 Millionen Franken. Das sind 4,8 Millionen Franken mehr als im Budget 2026. Dazu tragen neben höheren Einnahmen aus den ordentlichen Steuern und den Steuern aus Vorjahren auch die Grundstückgewinnsteuern bei. Diese werden mit 2,2 Millionen Franken höher budgetiert als im Vorjahr.
Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Die Globalkredite der Verwaltung nehmen gegenüber dem Budget 2026 um 4,9 Millionen Franken zu. Der Sachaufwand steigt um 2,4 Millionen Franken, der Personalaufwand um 2,6 Millionen Franken. Darin enthalten ist ein voraussichtlicher Teuerungsausgleich von 0,2 Prozent.
Zusätzliche Personalkosten entstehen unter anderem bei den Heimen Uster. Grund dafür ist die höhere Bettenbelegung. Auch die Musikschule rechnet mit höheren Personalkosten, weil die Schülerzahlen steigen und die Löhne an jene der Primarschule angeglichen werden.
Bei den Ausgaben im Geschäftsfeld Sicherheit bestehen laut Stadt wegen der laufenden Abklärungen noch Unsicherheiten. Gemeint sind damit die Vorgänge rund um die Stadtpolizei, bei denen derzeit die Kommission für öffentliche Dienste und Sicherheit (KÖS) und ein stadträtlicher Ausschuss die Vorgänge untersuchen und der Einsatz einer PUK im Parlament beschlossen wurde. Die Stadt macht im Zusammenhang mit dem Budget keine weiteren konkreten Angaben dazu. Sie weist lediglich darauf hin, dass es im Rechnungsabschluss zu Abweichungen gegenüber dem Budget kommen könnte.
Hohe Investitionen für Bildung und Kultur
Auch in den kommenden Jahren will Uster viel Geld investieren. Für 2027 sind Nettoinvestitionen von 31,7 Millionen Franken im Verwaltungsvermögen vorgesehen. Unter anderem soll das Schulhaus Gschwader saniert und erweitert werden. Zudem sind weitere Arbeiten an der Abwasserreinigungsanlage sowie der Neubau des Kultur- und Begegnungszentrums auf dem Zeughausareal eingeplant, dessen Baustart zuletzt erneut von BPU-Gemeinderat Paul Stopper mit einer Einsprache torpediert und verzögert wurde.
Von 2027 bis 2030 rechnet die Stadt mit Nettoinvestitionen von insgesamt 137,5 Millionen Franken. Über einen längeren Zeitraum ist das Volumen noch grösser: Bis 2041 sind Investitionen von insgesamt 533,2 Millionen Franken vorgesehen. Darin enthalten sind knapp 80 Millionen Franken für die Entwicklung und Erneuerung der Heime Uster.
Finanzieren kann Uster diese Investitionen allerdings nicht vollständig aus eigener Kraft. Für 2027 beträgt der Selbstfinanzierungsgrad 81 Prozent. Das bedeutet, dass rund ein Fünftel der vorgesehenen Nettoinvestitionen nicht aus den eigenen Mitteln gedeckt werden kann.
Schulden sollen stabil bleiben
Die Verschuldung soll trotzdem nicht weiter steigen. Ende 2025 beliefen sich die kurz- und langfristigen Schulden auf 180 Millionen Franken. 2026 nahm die Stadt zwei langfristige Darlehen von je 10 Millionen Franken auf. Gleichzeitig konnten die kurzfristigen Verbindlichkeiten bis Ende Juli netto um 10 Millionen Franken reduziert werden.
Für 2027 rechnet die Stadt deshalb mit einer gleichbleibenden Verschuldung. Auch bei der Nettoschuld sieht der Stadtrat seine finanzpolitischen Vorgaben eingehalten. Sie soll bei 553 Franken pro Einwohnerin und Einwohner liegen und damit innerhalb der definierten Bandbreite von plus oder minus 1000 Franken bleiben.
Ein ausgeglichenes 2026
Das laufende Jahr sieht ebenfalls besser aus als ursprünglich budgetiert. Das Parlament hatte für 2026 einen Aufwandüberschuss von 0,4 Millionen Franken genehmigt. Die aktuelle Hochrechnung geht dagegen von einem praktisch ausgeglichenen Ergebnis aus. Das erwartete Minus beträgt derzeit lediglich 32’000 Franken.
