Gemeinderat ist gegen das Feuerwerksverbot in Grüningen
Abstimmung am 9. Juni
Böller ja oder nein? In Grüningen prallen Tradition und Ruhebedürfnis aufeinander. Der Gemeinderat positioniert sich klar. Die Entscheidung liegt aber beim Volk.
Im vergangenen Oktober lancierten Bürger eine Initiative zum Feuerwerksverbot in Grüningen. Damit fordern sie eine Änderung der Polizeiverordnung, wonach lärmendes Feuerwerk ganzjährig verboten werden soll, auch am Bundesfeiertag und an Silvester. Der Gemeinderat hat die Initiative «Verbot von lärmendem Feuerwerk» für gültig erklärt, empfiehlt aber, sie abzulehnen, wie er mitteilt.
Ein generelles Verbot hält er weder für verhältnismässig noch für zweckmässig. Lärm- und Feinstaubemissionen träten nur an zwei Tagen pro Jahr auf und bewegten sich in der Gemeinde in einem bescheidenen Rahmen. Zudem würden Traditionen wie der 1. August im breiten öffentlichen Interesse stehen. Zweifel äussert die Exekutive auch an der Durchsetzbarkeit eines Verbots. Erfahrungen anderer Gemeinden zeigten, dass Kontrollen schwierig seien, zumal Polizeiressourcen an Feiertagen stark beansprucht würden.
Die drei letzten Gemeinden im Bezirk Hinwil
Im Oberland haben hauptsächlich die Gemeinden in den Bezirken Uster und Hinwil Feuerwerke verbannt. Im Bezirk Pfäffikon hat lediglich Bauma ein Verbot ausgesprochen. Neben Grüningen sind im Bezirk Hinwil auch in Bäretswil und Fischenthal nach wie vor Böller erlaubt.
Zuletzt hat die Gemeinde Hinwil Feuerwerke verboten. Auch dort hatte sich der Gemeinderat gegen ein Verbot positioniert. Er hatte sogar einen Gegenvorschlag erarbeitet, der Petarden und Co. nicht gänzlich verbieten, sondern nur einschränken wollte. So sollten Böller am 1. August und an Silvester erlaubt sein, jedoch nur noch bis Mitternacht beziehungsweise 1 Uhr. Der Gegenvorschlag war ein Novum in der Feuerwerksdebatte. Trotzdem wollten die Stimmberechtigten in Hinwil nichts von einem Kompromiss wissen und haben ein Verbot an der Gemeindeversammlung grossmehrheitlich angenommen.
So wird auch in Grüningen das letzte Wort beim Volk liegen. Die Initiative kommt am 9. Juni an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung.