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Grosser Handlungsbedarf

Mehr Ressourcen für offene Kinder- und Jugendarbeit in Uster

Die offene Kinder- und Jugendarbeit stösst an ihre Grenzen. Der Gemeinderat setzt sich klar für einen Ausbau ein.

Der Jugendtreff in Uster bietet eine Anlaufstelle für psychische, schulische oder soziale Probleme der Jugendlichen.

Foto: Eleanor Rutman

Mehr Ressourcen für offene Kinder- und Jugendarbeit in Uster

Grosser Handlungsbedarf

Die offene Kinder- und Jugendarbeit stösst an ihre Grenzen. Der Gemeinderat setzt sich klar für einen Ausbau ein.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) der Stadt Uster steht unter wachsendem Druck. Das zeigt ein Bericht des Stadtrats, zu dem es in der Gemeinderatssitzung am 19. Januar mehrere Voten gab. Im Zentrum steht ein Postulat, eingereicht von drei Gemeinderäten aus SP, GLP und EVP, das eine Weiterentwicklung des städtischen Angebots fordert.

Besonders betroffen ist die Jugendarbeit auf dem Zeughausareal: Seit 2024 zieht sie deutlich mehr Jugendliche an. Der Andrang ist so stark, dass die Jugendarbeit teilweise eingestellt werden musste – trotz wachsendem Bedarf.

Ein Schritt zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit wurde bereits an der Budgetdebatte im vergangenen Dezember gemacht. Dort konnte sich die Linke mit zwei Budgeterhöhungen durchsetzen: Besonders wichtig sei die neu beschlossene Festanstellung in der Jugendarbeit. Die vom Bund empfohlenen Ressourcen werden damit jedoch noch immer nur zur Hälfte eingesetzt, wie Nina Nussbaumer (SP) im Namen der Postulanten an der Gemeinderatssitzung am Montag erklärt.

Auch die Nachfrage nach Freizeitangeboten für Kinder steigt. Das Spielmobil und der Abenteuerspielplatz Holzwurm weisen zunehmend höhere Besucherzahlen aus. Die Postulanten erhoffen sich eine Weisung des Stadtrats, um einen möglichen Leistungsabbau zu verhindern.

Lücke bei Kindern im Mittelstufenalter

Als besonders gravierend fällt die Angebotslücke für Kinder im Mittelstufenalter zwischen neun und zwölf Jahren aus. Für sie gibt es weder passende städtische Treffpunkte noch genügend Vereinsplätze – selbst Sportvereine führen teils Wartelisten.

Marco Kranner (GLP) betont die Notwendigkeit einer Anlaufstelle für diese Altersgruppe: «Ein Mittelstufenplatz ist kein nettes Add-on, sondern eine präventive Grundversorgung.» Die frühe Erkennung von Problemen lege das Fundament stabiler Jugendlicher und beuge frühem Substanzmissbrauch und Gewalt vor.

Aus diesen Gründen haben die Parlamentarier Nina Nussbaumer, Lukas Adam (Grüne), Walter Meier (EVP) und Marco Kranner im Dezember 2025 bereits eine zusätzliche Motion eingereicht. Diese beauftragt den Stadtrat, ein vierjähriges Pilotprojekt im Bereich offene Arbeit für Kinder im Mittelstufenalter auszuarbeiten.

Während Kinder und Jugendliche teilweise überlastete, aber immerhin vorhandene Angebote nutzen können, sieht es für junge Erwachsene noch schlechter aus. Für sie existiert auf städtischer Ebene kein eigenes Angebot; die kantonalen Stellen werden laut Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) nur wenig in Anspruch genommen.

Stimmen aus der SVP/EDU-Fraktion gab es zu diesem Geschäft keine. Der Gemeinderat folgte den Anliegen deutlich: Mit 25 zu 10 Stimmen wurde das Postulat angenommen. Barbara Thalmann erklärt, dass das Thema weiterhin auf dem Schirm des Stadtrats sei.

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