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Für Produktionsstätten

Industrieland in Illnau-Effretikon hat einen Mindestpreis für den Verkauf

Die Industriezone Riet/Langhag soll Effretikon wirtschaftlich stärken. Nun hat das Parlament knapp über die Verkaufskonditionen entschieden.

Das Parlament hat entschieden: Die Industriezone Riet/Langhag wird verkauft.

Foto: Simon Grässle

Industrieland in Illnau-Effretikon hat einen Mindestpreis für den Verkauf

Die Industriezone Riet/Langhag soll Illnau-Effretikon wirtschaftlich stärken. Nun hat das Parlament am Donnerstagabend knapp über die Verkaufskonditionen entschieden.

Der Stadtrat will Illnau-Effretikon als Wirtschaftsstandort etablieren: Bis 2030 soll es in der Stadt 4000 zusätzliche Arbeitsplätze geben. Diesem Ziel ist er einen Schritt näher gekommen, denn schon bald soll Land in der Industriezone verkauft werden, zu einem Mindestpreis von 10,3 Millionen Franken.

Dabei handelt es sich um das Gebiet, das gleich an das Industrieareal Langhag grenzt. Ursprünglich gehörte die Fläche teils der Stadt, teils privaten Eigentümern und war Erholungs-, Freihalte- oder Landwirtschaftszone. 2024 konnte die Stadt Teile der Grundstücke erwerben und umzonen.

Zusammen mit den Grundstücken, die die Stadt bereits besitzt, hat das Bauland einen Wert von rund 9,5 Millionen Franken, die gekauften Flächen kosteten sie rund 7,9 Millionen Franken. Der Verkaufspreis sollte daher die Kosten decken. Die neue Industriezone entspricht einer Fläche von 14’120 Quadratmetern und einem Quadratmeterpreis von 730 Franken.

Stadtrat will Handlungsspielraum

Der Stadtrat beantragte jedoch nicht bloss eine Veräusserung, sondern auch Handelsspielraum beim Preis. Um einen geeigneten Käufer zu finden, wollte er einen Nachlass um 50 Franken pro Quadratmeter genehmigen lassen. Die gesamthafte Preisreduktion sollte höchstens 706’000 Franken betragen. Der Antrag wurde so auch von der Mehrheit der Rechnungsprüfungskommission (RPK) unterstützt.

Denn die Industriezone kommt mit einer bestimmten Vorgabe: Es dürfen keine Einkaufs- oder Dienstleistungszentren entstehen, sondern es müssen Produktionsstätten sein.

Diesen müsse man entgegenkommen dürfen, auch wenn Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP) «noch so froh wäre, die reichsten Betriebe anziehen zu können». So gehe es um die nachhaltige Qualität des anzusiedelnden Gewerbes und nicht um den finanziellen Gewinn. Die Mehrheit in der RPK fand diese Strategie sinnvoll.

Eine Minderheit in der RPK sprach sich gegen sie aus und plädierte auf einen Mindestpreis von 10,3 Millionen Franken. Zum einen wegen der konservativen Kostenrechnung des Geländes, zum anderen wegen Illnau-Effretikons finanzieller Lage, weswegen der Stadtrat gerade ein Sparpaket erstellt. «Das Volk muss sparen, aber einem Unternehmen wollen wir entgegenkommen?», kritisierte Dominik Mühlebach (SP) das Vorgehen.

Parlament stimmt knapp dagegen

Argumente für oder gegen den Antrag gab es zur Genüge. Wie etwa, ob es sinnvoll sei, schon im Voraus dem Gewerbe offenzulegen, dass der Preis auch reduziert werden könne. Oder ob die Anforderungen an die Käufer verhärtet werden sollten. Bis sich das Parlament mit einem sehr knappen Ergebnis entschied.

Bloss eine Stimme führte dazu, den Handlungsspielraum abzulehnen und den Mindestverkaufspreis bei 10,3 Millionen Franken festzulegen – links war klar dafür, Parteien aus der Mitte eher dagegen. Überraschend positionierte sich die SVP-Fraktion nicht einheitlich und wies eine Stimme gegen den Antrag, ein paar dafür und ein paar Enthaltungen auf.

Nun folgen die weiteren Schritte: Anfang des nächsten Jahrs soll die Vergabe des Areals entschieden und genehmigt werden. Im Sommer 2026 soll der Verkauf abgeschlossen sein.

Weitere Beschlüsse

Der höchste Illnau-Effretiker und somit der neue Parlamentspräsident ist Urs Gut (Grüne). Auf den Posten der 1. Vizepräsidentin ist Simone Schädler (EVP) gewählt worden. Der 2. Vizepräsident ist Ralf Antweiler (GLP).

Ralf Antweiler ist ausserdem aus der Rechnungsprüfungskommission (RPK) zurückgetreten. Seine Nachfolgerin in der Kommission ist Beatrice Ehmann (GLP).

Das Parlament hat einen neuen Stimmenzähler: Luc Jacquat (SVP) ersetzt Ralf Antweiler. Die bisherigen Stimmenzähler Lukas Morf (JLIE) und Vedat Tüzer (SP) versehen weiterhin ihr Amt.

Andreas Giger ist neu Parlamentarier in der SVP-Fraktion. Er ist Nachfolger für Lukas Bosshard, der im Frühling aus dem Parlament zurückgetreten ist.

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