Effretikon braucht Platz für das Gewerbe – Stadt wird aktiv
Stadt kauft Land
Die Stadt Illnau-Effretikon kauft für knapp 5,2 Millionen Franken Land im Gebiet Riet/Langhag – mit dem Ziel, produzierendes Gewerbe anzusiedeln. Doch es gibt einen Haken.
Die Stadt Illnau-Effretikon möchte Firmen ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen. Nur gibt es kaum Land, um dies im grösseren Stil zu tun. Die Marktlage für Gewerbefläche wird seit Jahren durch die städtische Wirtschaftsförderung beobachtet. Aktuell sind laut der Stadt einzig vereinzelte Mietflächen in bestehenden Gewerbeimmobilien verfügbar.
Doch nun wittert die Stadt eine einmalige Chance, Land entlang der Autobahn zu kaufen. Dies zum Preis von 5,2 Millionen Franken. «Aktuell sind kaum vergleichbar grosse Baugebiete an einer solchen Top-Makrolage auf dem Markt», heisst es seitens der Stadt. Im Rahmen der Gesamtrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) ist in Effretikon das neue Baugebiet Riet/Langhag entstanden.
Stadt will Land später wieder verkaufen
In einem ersten Schritt beabsichtigt die Stadt eine Gesamtarrondierung dieses Baugebiets. Das bedeutet, sie kauft das neue Grundstück und kann dieses mit dem angrenzenden städtischen Baugebiet verbinden.
So entsteht ein rund 14'450 Quadratmeter grosses zusammenhängendes Gebiet, welches im Besitz der Stadt ist. Dieses will die Stadt anschliessend voraussichtlich als Gesamtgrundstück wieder verkaufen.
Durch den Kauf und Verkauf können der Stadtrat und das Stadtparlament die zukünftige Nutzung des gesamten Baugebiets Riet/Langhag besser beeinflussen.
«Um die Ansiedlung von qualifizierten Arbeitsplätzen zu fördern, soll das Baugebiet in einem zweiten Schritt an einen Bauträger gemäss den städtischen Entwicklungsabsichten abgegeben werden», schreibt der stellvertretende Stadtschreiber Marco Steiner.
Parlament ist für den Landkauf
Der Landkauf liegt in der Finanzkompetenz des Stadtparlaments und untersteht dem fakultativen Referendum. An der letzten Sitzung stimmte das Stadtparlament dem Vorhaben bereits einstimmig zu.
Dies, obwohl der Boden des Gebiets kontaminiert ist, da es sich um einen ehemaligen Ablagerungsstandort handelt. «Dieser wurde 2014 von den zuständigen kantonalen Behörden aufgrund von jahrelangen Untersuchungen und Überwachungen als weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig eingestuft», heisst es seitens der Stadt. Dies bedeute, dass dieser Ablagerungsstandort gemäss aktuellem Kenntnisstand keine Gefährdung der Umwelt darstelle.
Links-grün war für den Kauf, war aber der Meinung, die Stadt solle den Boden entkontaminieren und erst anschliessend wieder verkaufen. Die Rechnungsprüfungskommission und deren Präsident Thomas Hildebrand (FDP) empfahlen, das Land ohne Sanierung zeitnah wieder zu verkaufen.
Die Stadt gedenkt dies auch zu tun. «Da der Ablagerungsstandort keine Gefährdung der Umwelt darstellt, sind seitens der Stadt keine weiteren Massnahmen notwendig», heisst es auf Anfrage. «Es obliegt einem zukünftigen Bauträger, im Rahmen seiner Bautätigkeiten den anfallenden Aushub gesetzeskonform zu entsorgen respektive zu recyceln.»
Nach der nun bevorstehenden Gesamtarrondierung des Baugebiets Riet/Langhag will der Stadtrat die weitere Arealentwicklung mit der Feinerschliessung und der Ausschreibung für einen Bauträger zeitnah auslösen.