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Quartier braucht Geduld

Entscheid über Quartierarbeit Weiherstrasse wird vertagt

Trotz guter Erfahrungen im Pilotprojekt verschiebt der Stadtrat Effretikon den Entscheid zur dauerhaften Quartierarbeit – vorerst aus Kostengründen.

Das Projekt «Quartierarbeit Weiherstrasse» wird noch auf eine Entscheidung warten müssen.

Foto: PD

Entscheid über Quartierarbeit Weiherstrasse wird vertagt

Trotz guten Erfahrungen im Pilotprojekt verschiebt der Stadtrat Illnau-Effretikon den Entscheid zur dauerhaften Einführung der Quartierarbeit – vorerst aus Kostengründen.

Eigentlich sollte die Quartierarbeit an der Weiherstrasse nach einer erfolgreichen Pilotphase ausgebaut werden. Dem ist nun nicht so, denn Illnau-Effretikon will sparen. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt erarbeitet der Stadtrat ein Sparpaket, das die Lage von Illnau-Effretikon wieder stabilisieren soll. Die definitive Einführung der Quartierarbeit Weiherstrasse wird daher auf einen späteren Zeitpunkt «sistiert», wie die Stadt mitteilt – obwohl das Projekt gut lief.

Es handle sich hierbei jedoch nicht um einen Abbau von bestehenden Strukturen. «Bevor entschieden wird, die Quartierarbeit dauerhaft einzuführen, sollen die Zielgruppen sowie die gewünschten gesellschaftlichen und finanziellen Auswirkungen genauer geprüft werden», erklärt Stadtschreiber Peter Wettstein. Das Traktandum werde voraussichtlich in der Amtsdauer 2026 bis 2030 wieder aufgenommen.

Projekt für Integration und Förderung

Im Juni 2022 hat der Stadtrat einen Kredit für eine zweijährige Experimentierphase gesprochen. Der Bereich Soziokultur erarbeitete zusammen mit der Jugendarbeit ein Konzept für die Quartierarbeit. Damit wollte der Stadtrat das städtische Freizeit-, Integrations- und Beratungsangebot in die Quartiere ausweiten. Diese Angebote befinden sich hauptsächlich im Zentrum, wo die Bevölkerung der Aussenquartiere wenig davon mitbekommen würde, wie es damals seitens des Stadtrats hiess.

Im Fokus standen Kinder und Jugendliche. Mit der Quartierarbeit wollte man die Integration fördern und ihnen somit zu einer erfolgreicheren Schul- und Ausbildungszeit verhelfen. Das Fazit vom Pilotprojekt, das während 2023 und 2024 durchgeführt wurde, ist rundum positiv, wie der Stadtrat in der Mitteilung schreibt.

Das Angebot – dazu gehörten gemeinsames Kochen und Essen, Spielnachmittage, Basteltreffen und Beratungen – sei vom Quartier rege genutzt und geschätzt worden. Damit es langfristig bestehen bleiben könne, brauche es jedoch verlässliche Strukturen, eine minimale Infrastruktur und finanzielle Mittel. Der Stadtrat rechnet mit jährlichen Betriebskosten von rund 40’000 Franken und etwa 120 Stellenprozenten, was rund 200’000 Franken jährlich bedeuten würde, wie Wettstein sagt.

Sparpaket 2026

Was genau alles im Sparpaket enthalten ist, ist noch ungewiss. Auf Anfrage bestätigt Stadtschreiber Peter Wettstein, dass der Stadtrat beabsichtigt, im Rahmen des Budgets 2026 auch über die Sparmassnahmen zu informieren. Dies werde im Herbst der Fall sein. Aktuell sei der Stadtrat daran, das Sparpaket auszuarbeiten.

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