Abo

Politik

Turbenthal fühlt den Puls zu Windenergie und Tempo 30

Turbenthal führt zum ersten Mal eine Umfrage durch. Die Ergebnisse haben auch politisches Gewicht.

Wie schnell fährt man zukünftig auf den Turbenthaler Hauptstrassen? Die Meinung der Bevölkerung ist gefragt.

Foto: Noah Salvetti

Turbenthal fühlt den Puls zu Windenergie und Tempo 30

Umfrage gestartet

Der Turbenthaler Gemeinderat will wissen, ob er mit seinen Zielen auf dem richtigen Weg ist. Deshalb setzt er auf ein neues Instrument.

«Ich würde lokal produzierten Strom beziehen (auch wenn dieser kurzfristig etwas teurer ist)» oder «Regionale Geschäfte und Produkte sollten vermehrt gefördert werden». Diese und viele weitere Aussagen sind Optionen in einer Umfrage, die die Gemeinde Turbenthal kürzlich an alle Haushalte verteilt hat.

Es ist das erste Mal, dass Turbenthal eine Bevölkerungsbefragung durchführt. Die Nachbargemeinde Wila setzte hingegen schon öfter auf das Instrument – aktuell gerade zur geplanten Revision der Bau- und Zonenordnung.

Wieso jetzt auch in Turbenthal? «Als Gemeinderat haben wir letzten Herbst das Leitbild und die Legislaturziele verabschiedet», sagt Gemeindepräsident René Gubler (FDP). Jetzt nehme es den Gemeinderat wunder: «Sind wir auf dem richtigen Weg? Haben wir die richtigen Themen gesetzt?»

Meinung zu Tempo 30

Beim aktuellen Fragebogen geht es um die Themen Nachhaltigkeit und Energie. Es werden Meinungen zu den Themen Energie, Konsum, Mobilität und Biodiversität erfragt. Dabei geht es mitunter auch um heisse politische Themen.

So lautet eine Aussage: «Auch auf Kantonsstrassen sollte innerorts Tempo 30 eingeführt werden.»

Denn die Geschwindigkeit auf der Tösstal- und der St. Gallerstrasse wird bald wieder zum Thema in Turbenthal. Der Kanton will auf Teilen der beiden Strassen das Tempo drosseln – aus Lärmschutz. Konkret wird diese Massnahme bei der nächsten Etappe der Sanierung der Tösstalstrasse wieder aktuell.

Der Gemeinderat lehnte dies letzten Sommer ab – es sollten zuerst andere Massnahmen wie ein lärmarmer Strassenbelag geprüft werden. Die Meinung der Bevölkerung dazu hat die Exekutive aber noch nicht abgeholt – und holt dies nun nach.

Ein Ventilator auf dem Hügel

«Die Rückmeldungen der Bevölkerung werden einen Einfluss auf unsere Gespräche mit dem Kanton haben», sagt Gubler. Die Gemeinde kann in dieser Angelegenheit nämlich nur mit der Baudirektion verhandeln, abschliessend entschieden wird in Zürich.

Ähnlich ist die Situation bei einer anderen Aussage in der Umfrage: «Ich würde die Nutzung von Windenergie begrüssen.» Gubler meint: «Ich gehe davon aus, auch hier gehen die Meinungen auseinander.»

Es gebe sicher Befürworter in Zeiten der Strommangellage. «Und andere wiederum finden, dass sie keinen 220 Meter hohen Ventilator auf dem Hügel haben wollen.» Es sei für die Gemeinde wichtig, diese Meinungen abzuholen – auch, um in weiteren politischen Prozessen Stellung zu nehmen.

«Nicht jeden Monat»

Die Teilnahme an der Befragung ist per Post oder durch den QR-Code auf dem Umfragebogen auch online möglich. «Wir hoffen, dass wir damit eine hohe Rücklaufquote haben», sagt Gubler. «Mit etwas mehr als 60 Prozent wären wir sehr zufrieden.»

Dabei hofft er, dass nicht nur diejenigen mitmachen, die ohnehin schon stark in der Gemeinde engagiert sind. «Natürlich interessiert uns auch, was diese Leute denken», fügt er aber gleich hinzu.

Nachhaltigkeit ist aber nur einer der vier Pfeiler im Leitbild des Gemeinderats. Die weiteren sind Gesellschaft, Infrastruktur/öffentlicher Raum und Gemeindeentwicklung. Wenn die erste Umfrage gelingt, plant der Gemeinderat weitere. Aber wie René Gubler sagt: «Schon nicht gerade monatlich.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.