Einheitsgemeinde oder Kreisschule? Turbenthal weiss noch nicht weiter
Bezirksrat muss entscheiden
Das doppelte Ja im März wird nun eine Angelegenheit für den Bezirksrat. Das bremst den Turbenthaler Gemeinderat aus, die Primarschule trägt es hingegen mit Fassung.
Es ist ein Ergebnis mit einer Krux: Am Abstimmungssonntag vom 3. März haben die Turbenthalerinnen und Turbenthaler zweimal Ja gesagt. Und zwar zur Prüfung einer Einheitsgemeinde wie auch zu einer möglichen Grossschule Turbenthal-Wila.
Die Vorlagen wurden unabhängig voneinander an die Urne gebracht – deshalb war auch das doppelte Ja möglich. Und trotzdem haben sie einen gegenseitigen Einfluss.
Der Gemeinderat würde nämlich gerne in dieser Legislatur, also bis 2026, die finale Abstimmung über eine Einheitsgemeinde hinter sich bringen. Es ist eines seiner Legislaturziele. Diese würde eine Integration der Schulen in die Politische Gemeinde bedeuten.
Die Primarschulpflege hat jedoch vergangenen Herbst einen eigenen Vorschlag eingebracht. Sie will mit der Sekundarschulgemeinde sowie den beiden Wilemer Schulgemeinden Verhandlungen aufnehmen, um eine Kreisschule Mittleres Tösstal zu schaffen. Ein längerer Prozess – auch wenn in Wila in der Zwischenzeit eine Initiative mit demselben Ziel eingereicht wurde.
Zwei Ideen, zwei Tempi
Auch vier Monate nach der Abstimmung ist noch offen, wie die Gespräche zu den beiden Optionen gleichzeitig geführt werden können. Denn umgesetzt werden kann am Schluss nur eine der beiden Visionen.
Das bremst die Politische Gemeinde aus. «Wir haben uns gemeinsam nach der Abstimmung mit dem Gemeindeamt getroffen, um mögliche Szenarien zu diskutieren», erklärt Gemeindepräsident René Gubler (FDP).
Der Bezirksrat Winterthur sei dann aber von sich aus tätig geworden. Die Aufsichtsbehörde wird nun über das weitere Vorgehen entscheiden, und die drei Güter müssen abwarten.
«Wir wissen nicht, wann ein Entscheid vorliegt», sagt Gubler. Welche Auswirkungen dieser hat, kann er ebenfalls noch nicht abschätzen. Es gebe viele Szenarien, sogar eine erneute Abstimmung könnte die Folge sein.
Primarschule holt Erwartungen ab
Auf einer Ebene könnten die Diskussionen um eine Einheitsgemeinde immerhin einfacher werden: Die Bezirksräte Winterthur und Pfäffikon haben entschieden, die Primarschulgrenzen von Wila und Turbenthal anzupassen, sodass sie denjenigen der Politischen Gemeinden entsprechen. Das ist Voraussetzung für eine Einheitsgemeinde. Jedoch droht diesbezüglich ein Rechtsstreit.
Die Primarschulgemeinde Turbenthal konzentriert sich derweil auf ihre internen Prozesse. «Dabei geht es darum, dass die Erwartungen an eine zukünftige, grössere Schule bei den verschiedensten Anspruchsgruppen abgeholt werden», sagt Präsident Ueli Laib (parteilos).
Dass es nun länger dauert, stört ihn nicht: «Der Weg ist noch lang, aber wenn wir eine tragfähige gemeinsame Lösung finden wollen, dann müssen wir diese Zeit auch geben.»