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Austausch zwischen Bevölkerung und Politik

Uster ersetzt «Stadtrat im Dialog» durch neues Format

Dem Stadtrat persönlich seine dringendsten Fragen stellen. Bisher war dies in Uster bei der Veranstaltung «Stadtrat im Dialog» möglich – aber nicht mehr lange.

Die Veranstaltung «Stadtrat im Dialog» findet – wie hier im Stadthofsaal im Jahr 2023 – nun nicht mehr statt.

Archivfoto: Erik Hasselberg

Uster ersetzt «Stadtrat im Dialog» durch neues Format

Austausch zwischen Bevölkerung und Politik

Dem Stadtrat persönlich seine dringendsten Fragen stellen: Bisher war dies in Uster bei der Veranstaltung «Stadtrat im Dialog» möglich – aber nicht mehr lange.

Einmal pro Jahr stellte sich der Ustermer Stadtrat den kritischen Fragen der Bevölkerung. An der Veranstaltung «Stadtrat im Dialog» konnten sich die Einwohnerinnen und Einwohner mit ihren persönlichen Anliegen direkt an die Regierung wenden. Doch jetzt hat der Stadtrat das Format abgeschafft und einen neuen Anlass ins Leben gerufen.

Das, obwohl der Politanlass über die vergangenen Jahre verhältnismässig gut besucht wurde. 2023 liessen sich gut 120 Personen blicken, 2024 waren es rund 80. Über die beiden vergangenen Jahre gingen im Vorfeld der Veranstaltung 70 respektive 30 schriftliche Fragen ein. Doch weshalb stampft der Ustermer Stadtrat dieses Format trotzdem ein?

Der Stadtrat hat die städtischen Veranstaltungen auf Wirkung und Kosten hin überprüft – erstmals seit 2016. Grund dafür seien regelmässige Überprüfungen der Leistungen und Angebote der Stadt. «Dabei zeigte sich: Das Format ‹Stadtrat im Dialog› erreicht seine Ziele trotz grossem Aufwand nicht mehr», schreibt Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) auf Anfrage. Es sei nicht gelungen, mehr und neue Bevölkerungsgruppen zu erschliessen.

«Die Kommunikationsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Darauf wollen wir reagieren.» Welchen Einfluss hatte dabei der Spardruck seitens der Bürgerlichen auf die Entscheidung? Denn sie kritisierten in den vergangenen Monaten diverse Ausgaben – etwa für städtische Angestellte, das Kulturzentrum oder die Sammelstelle in der Loren. Bei Letzterem wurde der Projektierungskredit am Sonntag vom Volk abgelehnt. «Wir wollen die Mittel so gut und effizient wie möglich einsetzen», ergänzt die Stadtpräsidentin.

Die Entscheidung traf der Stadtrat auf Empfehlung der internen Leistungsgruppe Öffentlichkeitsarbeit. Diese untersuchte auch den Neujahrsempfang, die Stadtpreisverleihung, die Bundesfeier, den Willkommensapéro sowie den Ustertag. Änderungen gibt es neben dem Format «Stadtrat im Dialog» nur beim Willkommensapéro. Dieser soll ab 2026 neu konzipiert werden.

Das neue Format

Obwohl es die Veranstaltung «Stadtrat im Dialog» künftig nicht mehr geben wird, müssen die Ustermerinnen und Ustermer nicht auf den Austausch mit ihrer Regierung verzichten. Denn wie die Exekutive an ihrer Sitzung vom 6. Mai entschied, soll ab diesem Sommer ein neuer Politanlass stattfinden: das «Pavillon-Gespräch im Stadtpark».

Die erste Durchführung ist bereits am 12. Juni beim Pavillon im Stadtpark geplant. Ab 17.30 Uhr ist die Bevölkerung dazu eingeladen, mit den Mitgliedern des Stadtrats vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Der Anlass wird nicht moderiert. «Für die einzelnen Fragen, Anliegen und Ideen stehen die jeweiligen Stadträte themenbezogen selber Red und Antwort», präzisiert die Stadtpräsidentin. Das Ziel sei ein unkomplizierter, offener und persönlicher Austausch.

Jetzt auch digital

Mitte Juni startet die Stadt neben dem «Pavillon-Gespräch im Stadtpark», welches jährlich durchgeführt werden soll, zugleich die Social-Media-Kampagne «Frag den Stadtrat». Über zwei Wochen können die Menschen so auch über Instagram und Facebook Fragen direkt an die Stadt richten. Diese werden laufend beantwortet.

Über die Social-Media-Kanäle der Stadt Uster werden bereits heute sachliche Informationen verbreitet. Jedoch erhalten die Abteilungen der Verwaltung nun die Möglichkeit, eigene aktuelle Themen auf den Plattformen zu platzieren.

Der Vorteil: Die Antworten könnten von mehr Personen gelesen werden als früher beim «Stadtrat im Dialog», wo nur die anwesenden Leute die Antworten mitbekommen hätten. Die Stadt hofft, damit auf das Interesse einer neuen und jüngeren Zielgruppe für Uster zu stossen. So möchte sie auch nach der Kampagne mit der Bevölkerung über Social Media im Dialog bleiben. Die Stadtpräsidentin weist zudem darauf hin, dass Fragen nach wie vor auch über die Website mit dem Formular «Feedback an den Stadtrat» eingereicht werden können.

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