Nun strahlt das neue Bachtel-Restaurant ins Oberland aus
Einweihung im November geplant
Auf dem Dach spiegelt das Blechdach, an den Fassaden leuchtet das Schindelkleid: Das neue Restaurant Bachtel-Kulm ist vom Baugerüst befreit worden.
«Vom Schnebelhorn aus gesehen glänzt das neue Dach des Bachtel-Restaurants wie ein Spiegel.» Richi Fankhauser, der bis zum Samstag im Vorstand der Genossenschaft Bachtel-Kulm für Pächterfragen zuständig gewesen ist, freut sich über das blendende Erscheinungsbild.
Denn dieses bedeutet, dass die Komplettsanierung des Baus auf dem Oberländer Hausberg einen wesentlichen Schritt vorangekommen ist. So konnte vor einigen Tagen das Gerüst abgebaut werden.
Ein helles Schindelkleid
Damit sind nun auch die mit Schindeln verkleideten Fassaden weitherum sichtbar geworden. Denn das noch helle Holz leuchtet richtiggehend. Über dieses besondere Kleid freut sich Hubi Rüegg. Die 36’000 Schindeln sind nämlich nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein ökologischer Fassadenschutz.



Innerhalb von 800 Metern Luftlinie ist das benötigte Holz gewachsen, geschlagen, von Hand verarbeitet und von Hand montiert worden. Auch Rüegg hat seit Samstag eine neue Funktion: So ist er an der Generalversammlung zum neuen Präsidenten der Genossenschaft gewählt worden.
Hubi Rüegg übernimmt
Hubi Rüegg tritt die Nachfolge von Ralph Köchli an, der nach sieben Jahren an der Genossenschaftsspitze zurückgetreten ist. Mit diesem Wechsel gibt es schon fast so etwas wie eine Tradition in der Familie Rüegg. So führte bereits dessen Vater in den 1990er Jahren die Genossenschaft.


Stefan Krebs und Erich Henzelmann sind an der Versammlung neu in den Vorstand gewählt worden.
Mit dem neuen Dach hat das «Bachtel-Kulm» nun ein Erscheinungsbild, das an manche hochalpine Berghütte erinnert. Es bringt aber vor allem viel Stabilität und macht weniger Arbeit.
Denn laut Richi Fankhauser musste in den vergangenen Jahren immer wieder mal jemand aufs Dach, weil ein Sturm die alten Ziegel verschoben oder sogar hinuntergeworfen hatte.
Strassensanierung vor der Eröffnung
Auch wenn die kleine Verspätung von rund drei Wochen wegen des späteren Baustarts nicht eingeholt werden konnte, wird der Bau wie vor fünf Jahren geplant im kommenden Oktober fertiggestellt sein.
Von Ende September bis Mitte Oktober wird die Gemeinde die Strasse hoch zum Kulm phasenweise sperren müssen, da eine neue Stützmauer eingebaut wird.
Ende Oktober wird die Besenbeiz geschlossen. Drei Küchengeräte, die dort im Einsatz stehen, werden dann hoch auf den Kulm transportiert und eingebaut. Und im November dürften die neuen Wirte, Musti Baskapan und Sahin Albas, das «Bachtel-Kulm» mit Gästen einweihen können.
Teure Saallüftung
Wie der für Liegenschaften Verantwortliche Martin Vögeli an der Generalversammlung ausführte, soll das Projekt «Bachtel 2025» mit Kosten von 6,6 Millionen Franken abgeschlossen werden. Das sind rund 600’000 Franken mehr als eigentlich budgetiert.



Die Mehrkosten sind entstanden, weil alte Wände, die eigentlich wiederverwendet werden sollten, doch nicht mehr brauchbar waren. Zudem müssen ein zusätzlicher Löschwassertank, Elektroleitungen und vor allem eine Lüftung für den Saal berappt werden. Und schliesslich sollen auch die Umgebungsarbeiten zeitgleich mit der Eröffnung fertiggestellt werden.
Um die Hypothekenkosten bei der Bank möglichst tief zu halten, will die Genossenschaft nun kostengünstigere Darlehen bei den 740 Mitgliedern und Dritten aufnehmen. Diese sollen innerhalb von zehn Jahren zurückgezahlt werden.
Rückkehr der Schwinger noch offen
Hubi Rüegg hat sich als neuer Präsident zum Ziel gesetzt, das komplett sanierte Restaurant möglichst reibungslos an die neuen Wirte übergeben zu können, damit diese dort oben einen guten Start haben.
«Der Bachtel ist wie eine Oase. Dort oben gibt es so viel Freiraum. Das soll auch an die nächste Generation so weitergegeben werden.»
Und dann würde sich Rüegg auch über eine Rückkehr der Schwinger auf den Bachtel freuen. Wegen der Umnutzung des Stalls zur Besenbeiz planten die Schwinger, ihr Schwingfest für die nächsten zwei Jahren in Wernetshausen durchzuführen.
Ob es aber zu einer Rückkehr kommt, hängt auch davon ab, ob die Schwinger bereit sind, den Platz auf dem Bachtel oben zu sanieren. Denn das braucht Geld und bedeutet einigen Aufwand.