So heimelig ist das Provisorium auf dem Bachtel
Besenbeiz in einem Stall
Aus einem Stall wird eine gemütliche Besenbeiz? Der Beweis dafür ist auf dem Bachtel oben zu finden.
Seit Ostern betreiben Aila und Stefano Marini im Stall unterhalb des für eineinhalb Jahre geschlossenen Restaurants Bachtel-Kulm eine Besenbeiz. Wie ein Augenschein zeigt, umschwebt diese aber überhaupt kein Stallgeruch mehr. Die Verantwortlichen der Genossenschaft Bachtel-Kulm haben ihr Versprechen wahr gemacht und im Lokal eine gehörige Portion Chic auf die Alp gebracht.
Die Wände sind alle getäfert worden. Und an der in einem warmen Rot gestrichenen Holzdecke hängen kleine Kronleuchter. Tische und Stühle wurden aus dem nun im Umbau befindlichen Restaurant heruntergebracht.
«Wir haben den Aufwand für diese temporäre Umgestaltung allerdings unterschätzt», gesteht Hubi Rüegg ein, der im Genossenschaftsvorstand für die Aussenbeziehungen verantwortlich ist.
Warme und kalte Speisen
Die grosse Arbeit der Genossenschafter zu schätzen weiss auf alle Fälle das Pächterpaar. «Vom Platz und von der Einrichtung her ist die Küche gut für die Menüs, die wir nun anbieten können», betont Stefano Marini. Und die Speisekarte kann sich für eine Besenbeiz durchaus sehen lassen. Es finden sich nicht nur Salate, Plättli und Sandwiches darauf, sondern auch Würste mit Beilagen und immer ein Tagesmenü.


Zum Baustart oben im «Bachtel-Kulm» konnten die Gäste etwa auch noch zwischen warmem Fleischkäse und Pouletbrust mit Gemüse oder einer selbst gemachten Lasagne wählen. «Wir haben zu unserer Küche hier positive Rückmeldungen erhalten», meint Stefano Marini.
Wenn es dann – definitiv – warm wird, gibt es draussen auf dem grossen Sitzplatz auch noch einen Grill. Darauf freut sich der Koch besonders: «So habe auch ich einen direkten Kontakt zu den Gästen.»

Diesen hat vor allem seine Frau Aila, die serviert. Das macht sie, auch wenn grundsätzlich Selbstbedienung gilt. Immerhin hat das Lokal fast 60 Innenplätze. Und draussen wird es nochmals Dutzende Sitzgelegenheiten geben.
Zwei Biersorten als Lockstoffe
Als flüssigen Leckerbissen erwarten die Gäste nun zwei Biersorten, die eigens für den Bachtel-Betrieb gebraut werden. Der Wetziker Peach Keller hat ein helles «Gipfelstürmer» kreiert. Ein Fass wurde am Donnerstag von Martin Vögeli, der den Umbau auf dem Bachtel von der Genossenschaft her führt, angezapft. Angeboten wird auch ein Weizenbier mit dem passenden Namen «Nebelmeer».
«Bei schönem Wetter haben wir hier schon viele Gäste begrüssen können», meint Aila Marini. Bei schlechtem Wetter dagegen sei das Besucheraufkommen gering. «Viele wissen nicht, wann wir geöffnet haben und wo genau die Besenbeiz liegt.» Tatsächlich sind Gäste schon am Stall vorbeimarschiert, obwohl das Lokal gleich unterhalb der Baustelle nicht zu übersehen ist.



Erreichbar ist das Lokal jedenfalls gut, zumal die Gemeinde Hinwil auf die ursprünglich zur jetzigen Zeit vorgesehene Strassensanierung verzichtet hat. Noch steht nicht fest, ob sie nach Abschluss der Bauarbeiten auf dem Bachtel ausgeführt wird.
Die Öffnungszeiten der Besenbeiz sind eigentlich einfach zu merken: täglich von 10 bis 17 Uhr, ausser montags, wo sie geschlossen bleibt. Bei schönem Wetter oder auf Vorbestellung kann es am Abend auch mal länger offen sein. «Wir sind flexibel», meint die Wirtin. Alle Informationen sind auf www.bachtel-kulm.ch zu finden. Und zusätzlich auch auf den Tafeln, die unten im Orn und zuoberst auf dem Bachtel aufgehängt sind.
Spiele für Kleine und Grosse
Immerhin können die Marinis schon auf rund 25 Stammgäste zählen, die mehrmals wöchentlich den Weg auf den Bachtel finden. Besucher können auch Kinder mitbringen. Für die gibt es eine Spielecke, in der manchmal auch ihre Tochter anzutreffen ist. Spielen können aber auch die Älteren. Für die gibt es nicht nur Jasskarten, sondern bald auch weitere Spiele.
Start zu Bewerbungsphase
Oft oben anzutreffen ist auch Hubi Rüegg. Nachdem nun die Besenbeiz angelaufen ist, beschäftigt er sich aber schon mit dem nächsten Schritt, der Pächtersuche fürs neue «Bachtel-Kulm». «Ab Mai werden wir unter mieter@bachtelkulm.ch Bewerbungen entgegennehmen.»
Eine solche Bewerbung einreichen dürfte auch die Familie Marini. «Wir haben jedenfalls Interesse daran, ab Herbst 2025 auch im umgebauten ‹Bachtel-Kulm› zu wirten», betonen Aila und Stefano Marini.