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Knall nach der starken Saison

Nach Team-Aus: Wie es für Nicole Koller weitergeht

Ihr Team hat kürzlich verkündet, dass es den Betrieb per sofort einstellt. Steht Nicole Koller aus Laupen nun ohne Vertrag da? Wir haben nachgefragt.

In diesem Trikot fährt sie künftig nicht mehr: Nicole Koller im Weltcuprennen in Lenzerheide im letzten Herbst.

Foto: Keystone

Nach Team-Aus: Wie es für Nicole Koller weitergeht

Ihr Team hat kürzlich verkündet, dass es den Betrieb per sofort einstellt. Steht Nicole Koller aus Laupen nun ohne Vertrag da? Wir haben nachgefragt.

Am 31. Dezember wendet sich Nicole Kollers Arbeitgeber via Social Media mit einem emotionalen Post samt Video an die Öffentlichkeit. Die Nachricht hat es in sich: Das Ghost Factory Racing Team verkündet die Auflösung. Per Ende 2025 war Schluss – nach 15 Jahren im Mountainbike-Weltcup. Knall auf Fall.

Gleichzeitig lässt der Post auch Raum für Spekulationen. «Kein Grund, traurig über das Ende dieser Geschichte zu sein. Eine neue wird bald geschrieben. Es lohnt sich also, an Bord zu bleiben», schreibt Teammanager Tom Wickles.

Wie ist das zu deuten? Und vor allem: Was ist mit Nicole Koller? Wie geht es mit der Profi-Athletin aus Laupen weiter, die seit 2021 für die reine Frauenequipe des zur niederländischen Accell Group gehörenden Fahrradherstellers Ghost Bikes fährt? Ist gar ihre Karriere in Gefahr?

Die anderen Teams haben ihr Personal doch längst zusammen. Da dürfte es schwierig sein, so kurzfristig noch einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Intern wurde früh informiert

Wir fragen bei Koller nach. Die 28-Jährige hat positive News: «Ich habe längst ein neues Team», sagt sie. Und schiebt nach: «Ich darf aber noch nicht verraten, wie es heisst.»

Während die Öffentlichkeit erst vor Kurzem vom Team-Aus erfuhr, waren die Fahrerinnen und alle weiteren Teammitglieder schon zum Start der Weltcup-Saison 2025 informiert worden. «Das lief alles sehr fair ab», sagt Koller. Und: Sie sei sich relativ schnell mit einem neuen Team einig geworden. Im September habe sie dann den neuen Vertrag unterzeichnet.

Handelt es sich beim neuen Arbeitgeber um ein bestehendes Team? Oder bauen Tom Wickles und seine langjährigen Gefährten im Ghost Factory Racing Team einen neuen Rennstall auf und arbeiten weiter mit Koller zusammen? Die Laupnerin klemmt solche Gedankenspiele umgehend ab – und betont: «Ich darf wirklich nichts dazu sagen.» Auch nicht zu Vertragsdetails wie etwa der Laufzeit.

Ich darf wirklich nichts dazu sagen.

Nicole Koller

Dass Koller offenbar schnell einen neuen Arbeitgeber gefunden hat, erstaunt nicht. 2025 fuhr sie so stark wie nie zuvor. Ihr Start in die Weltcup-Saison war sogar herausragend. Am ersten Wochenende in Brasilien wurde sie Vierte im Short-Track (XCC) und Zweite im olympischen Cross-Country (XCO). Am zweiten Wochenende folgten die Plätze 2 (XCC) und 7 (XCO). Es waren für die Junioren-Weltmeisterin von 2014 die ersten beiden Podestplätze im Weltcup auf Stufe Elite.

Im weiteren Saisonverlauf folgten ein dritter Weltcup-Podestplatz, dazu je drei vierte und fünfte Ränge. Und obendrein gewann Koller Silber (XCC) und Bronze (XCO) an den Europameisterschaften in Portugal. Den Gesamtweltcup schloss sie im 5. Rang ab, die Short-Track-Disziplinenwertung gar im 4. – jeweils als Schweizer Nummer 2 hinter Alessandra Keller, der Short-Track-Weltmeisterin 2025 und Gesamtweltcup-Siegerin 2022.

Ein eindrückliches Palmarès

Kurz gesagt: Nicole Koller ist damit definitiv in der Weltspitze angekommen. Weitere Höhepunkte ihrer bisherigen Karriere als die oben genannten sind der Triumph 2024 am prestigeträchtigen Mehretappenrennen Cape Epic, die zwei Weltmeistertitel im Strassenradsport mit der Schweizer Mixed-Staffel (2022, 2023) oder der Schweizer-Meister-Titel 2021 im Radquer. Als Juniorin gewann sie noch EM-Silber und WM-Bronze 2015 im Cross-Country sowie EM-Silber 2014 im Strassenrennen.

Diese Erfolgsgeschichte will Koller weiterschreiben. Für welche Equipe? «Das dürfte bald offiziell kommuniziert werden», sagt sie.

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