Bei PR zeigt sich das Spital Uster gesprächig – bei Kritik bleibt es stumm
Kommentar zur Kita-Schliessung
PR verschicken, aber kritische Fragen zur Kita abblocken: Die aktuelle Kommunikationsstrategie des Spitals Uster sei eine Bankrotterklärung, kommentiert der stellvertretende Chefredaktor.
Wer wissen will, wie das Spital Uster kommuniziert, muss sich nur zwei aktuelle Beispiele ansehen. Auf der einen Seite verschickt die Leitung eine wortreiche Medienmitteilung über eine «starke Versorgungsregion». Es ist ein seitenlanger Text voller hohler PR-Schlagwörter wie «Patientenreise», «Patientensicherheit» und «Mehrwerte», der im Kern absolut keinen Informationswert bietet. Denn die lobend erwähnten Kooperationen – etwa die Frauenklinik Züri Ost – sind längst bekannt.
Auf der anderen Seite: Schweigen im Walde. Wenn es nämlich konkret oder unbequem wird, zieht das Spital schlicht die Zugbrücke hoch. Zehn detaillierte Fragen dieser Redaktion zur umstrittenen Schliessung der Spital-Kita und zum Frust der betroffenen Eltern wurden von der Kommunikationsabteilung mit einem einzigen Satz abgewimmelt: Man habe «nichts Neues hinzuzufügen».
Das ist nicht nur arrogant gegenüber jenen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, die das Spital einst mit 33 Millionen Franken vor dem Ruin gerettet haben. Es zeugt auch von einer fatalen Lernresistenz. Das Spital hat eine existenzielle Krise hinter sich, das Vertrauen der Bevölkerung war am Tiefpunkt. Doch anstatt aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und heute maximal transparent zu agieren, verfällt die Führung in alte, unrühmliche Muster. Das zeigte sich schon bei Bekanntgabe der Arealstrategie, als Fragen dieser Redaktion zu Kosten, Zeitplan und Prioritäten nicht beantwortet wurden. Mit der Begründung: Dafür habe man «schlicht und einfach keine Zeit».

