Auch die kleinste Aktionärsgemeinde stützt das Spital Uster
Wildberg sagt Ja zur Kapitalerhöhung
Mit Wildberg beteiligt sich die zehnte und letzte Gemeinde an der Aktienkapitalerhöhung des Spitals Uster. Dass es nun schnell gehen muss, merkte sogar der Stimmenzähler.
Es ging «nur» noch um 132’000 Franken. So viel Geld wollte der Wildberger Gemeinderat zur Aktienkapitalerhöhung des Spitals Uster beitragen. Trotzdem war das Spital am Mittwochabend an der Gemeindeversammlung mit einer dreiköpfigen Delegation anwesend, darunter auch Sacha Geier, die Präsidentin des Verwaltungsrats.
«Wir behandeln Wildberg als Aktionärsgemeinde gleichwertig zu Uster», sagte sie. Es sei dem Spital ein grosses Anliegen, dass alle Gemeinden bei der besagten Erhöhung mitmachten.
Und seit diesem Abend ist klar: Das tun sie. Wildberg, das bisher eine kleine Beteiligung von 0,33 Prozent hält, ist ebenfalls bereit, das Aktienkapital zu erhöhen.
«‹Es wär scho chli peinlich›, wenn wir jetzt nicht mitmachen», sagte Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP) zu Beginn der Versammlung. «Ich würde Sie deshalb ermuntern, dem Antrag zuzustimmen.» Seine Sorgen waren unbegründet. Die 31 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten den Betrag einstimmig.
«Vertrauensbeweis und Auftrag»
Ursprünglich wollte Wildberg bei der Aktienkapitalerhöhung von maximal 40 Millionen Franken gar nicht mitmachen. Doch auch die kleinste beteiligte Gemeinde liess sich nach Verhandlungen umstimmen.
Das Spital zeigt sich am Tag nach der letzten GV regelrecht begeistert. «Der Rückhalt aus sämtlichen zehn Gemeinden ist für uns eine grossartige Bestätigung und ein wichtiger Vertrauensbeweis», lässt sich Sacha Geier in einer Mitteilung zitieren. Auch Vital Schreiber, CEO ad interim, kommt darin zu Wort: «Wir verstehen dies sowohl als Vertrauensbeweis als auch als Auftrag, eine dezentrale und vernetzte Gesundheitsversorgung sicherzustellen.»
Mit der Aktienkapitalerhöhung kann nun die von der Gesundheitsdirektion geforderte Eigenkapitalquote von 30 Prozent erfüllt werden. Geier ist zuversichtlich, auch die weiteren Vorgaben wie eine höhere Rentabilität und tiefere Fallkosten zu erfüllen.
33,2 statt 40 Millionen Franken
Die Aktienkapitalerhöhung ist nötig, da der Anteil der eigenen Mittel in den letzten Jahren stark gesunken war. Dafür verantwortlich sind vor allem Abschreibungen von Projekt- und Planungskosten für den nicht zustande gekommenen Neubau sowie das Operationsverbot während der Pandemie.
Das Spital Uster hatte dafür 40 Millionen Franken angestrebt, 30 Millionen waren nötig, um die existenzsichernde Eigenkapitalquote zu erreichen. Laut der Mitteilung beträgt die Erhöhung nun voraussichtlich 33,2 Millionen Franken.
> > Lesen Sie hier Analyse und Kommentar zur Aktienkapitalerhöhung.
Das liegt zum einen daran, dass sich die Gemeinden Mönchaltorf, Greifensee und Russikon nicht gemäss ihrem bisherigen Anteil beteiligen wollten.
Hinzu kommt, dass die Stimmberechtigten der Stadt Uster zwar einer Erhöhung um 20 Millionen Franken zugestimmt haben. Diese Summe kann aber nicht voll ausgeschöpft werden, da sonst der Anteil der Beteiligung an der Aktiengesellschaft 50 Prozent übersteigen würde. Die Stadt möchte aus Risikoüberlegungen keine Mehrheit.
Nun will das Spital Uster die Aktienkapitalerhöhung möglichst schnell umsetzen. Das war bereits an der GV in Wildberg deutlich spürbar. Denn Gemeindepräsident Conrad forderte den Stimmenzähler deshalb auf, das Protokoll der Versammlung sogleich zu unterschreiben: «Das Spital Uster wartet darauf.»
Die Gemeinde will den Beschluss der Versammlung möglichst rasch öffentlich publizieren. Denn Geld kann erst fliessen, wenn der Entscheid in trockenen Tüchern ist.