Das Central macht Uster zur Ermittlungsstadt
Zwei Krimis werden im Central in Uster als Live-Hörspiel vorgeführt. Die Kulisse, die hier eine Rolle spielt, ist die Soundkulisse. Die Fälle gehen trotzdem unter die Haut.
In Uster kam es zu einem fürchterlichen Autounfall. Zwei Personen wurden getötet. Leichen gab es drei. Hierbei handelt es sich nicht um eine falsch markierte Polizeimeldung unsererseits, sondern um den Beginn des Live-Hörspiels, das diesen Samstag im Kulturhaus Central stattfinden wird.
Mit dem Werk «Soko Uster ermittelt» wagt sich die künstlerische Leitung – Sarah und Simon Brusis sowie Miro Maurer – an ein neues Format: Auf der Bühne wird live ein Kriminalfall vertont. Zwei sogar, denn in der ersten Hälfte des Abends wird ein klassischer Krimi vorgetragen, im Stil der 1970er Jahre, mit Jazz und einem Film-noir-Flair. Der Fall in der zweiten Hälfte wird etwas moderner, absurder, phantasievoller.
Ein visuelles Vergnügen mit Fedora, langem Mantel und extravagantem Bühnenbild wird es jedoch nicht. Vielmehr darf das Publikum in echt mitverfolgen, wie ein Hörspiel vertont wird. Sarah und Simon Brusis, Hans-Caspar Gattiker, Bodo Krumwiede (selbst auch Hörspielsprecher) und Miro Maurer lesen ihre Rollen nicht nur vor, sondern wechseln fliessend von der Rolle des Sprechers über zu den Machern der Geräusche.
Für die musikalische Begleitung sorgt Martin Schumacher mit seinen vielen Instrumenten. Sozusagen als Einmannorchester.
Spannende Fälle, Raum für Interpretationen
Die «Soko Uster» wird vor allem ein auditives Erlebnis. «Das Publikum soll zuschauen können, wie aus einfachen Requisiten wie Schreibmaschine, Quietschente oder Kies eine Geräuschkulisse entsteht und so die Phantasie angeregt wird», sagt Sarah Brusis. Was nicht heisse, dass die Fälle banal würden. Denn die Geschichten haben es in sich. «Es ist nicht alles so, wie es anfänglich scheint.»
Die beiden Krimis wurden von Sarah Brusis und Miro Maurer geschrieben und spielen in Uster. Die Idee entstand aus der «Quizshow», die regelmässig im Kulturhaus Central stattfindet. Eine Kategorie darin ist ein Live-Hörspiel: ein Krimi, bei dem das Publikum mitraten muss, wer der Mörder ist. «Wir haben immer wieder gutes Feedback dazu erhalten», sagt Brusis. «Deswegen wollen wir nun einen Abend ganz dem Live-Hörspiel widmen.»
So ist die Aufführung relativ spontan entstanden. «Wir haben es deshalb nur in wenigen Proben erarbeitet und auch bewusst Raum für Improvisation und Wagnis gelassen», sagt sie. «Das Publikum kann uns also dabei zusehen, wie wir uns da reinschmeissen und auf der Bühne spontan reagieren.»
Ob es eine zweite Ausgabe des Live-Hörspiel-Formats geben wird, ist noch unsicher. «Aber wahrscheinlich schon.»
«Soko Uster ermittelt: Der erste Fall»
Das Live-Hörspiel findet am Samstag, 7. Februar, im Kulturhaus Central statt. Mit dabei sind Sarah und Simon Brusis, Miro Maurer, Hans-Caspar Gattiker sowie Bodo Krumwiede. Martin Schumacher wird das Hörspiel musikalisch begleiten.
Beginn ist um 20 Uhr. Ein Ticket kostet 25 Franken, es gibt Vergünstigungen für Central-Mitglieder, Kulturlegi-Besitzer, IV-Bezüger und andere. Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der Website des Kulturhauses Central. (mgp)
