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Politik

Machtwort des Kantons

Kreuzung wird für die Deponie Leerüti ausgebaut

Ein Ausbau eines kleinen Strassenknotens soll den gordischen Knoten lösen: Die Deponie Leerüti wird von der Leerütistrasse her erschlossen.

Der Abzweiger von der Leerütistrasse in die Galistrasse soll für eine gefahrlose Zufahrt zur neuen Deponie Leerüti ausgebaut werden.

Foto: Simon Grässle

Kreuzung wird für die Deponie Leerüti ausgebaut

Machtwort des Kantons

Seit Langem streiten sich Gossau, Mönchaltorf und Egg, wie die geplante Deponie Leerüti erschlossen werden soll. Nun kommt eine einst verworfene Variante zum Zug.

Das Thema «Zufahrt» hat bei der geplanten Deponie Leerüti seit über sechs Jahren für rote Köpfe gesorgt. Die Deponie soll im Drei-Gemeinde-Eck von Egg, Gossau und Mönchaltorf realisiert werden. Lange herrschte eine Pattsituation zwischen den drei Gemeinden.

Jede wollte verhindern, dass der zu erwartende Lastwagenverkehr über ihr Territorium abgewickelt wird. Auch Anhörungen und Workshops brachten lange keine Einigung darüber, welche der rund ein Dutzend Varianten und Untervarianten nun die Lösung bringen sollte.

Linksabbiegespur wird geplant

Nun aber hat das Amt für Raumentwicklung ein Machtwort gesprochen. Die Zufahrt wird über eine Streckenvariante erfolgen, die eigentlich im Prozess schon früh ausgeschlossen worden war. Das Fällen einiger Bäume, vor allem aber die ungenügende Verkehrssicherheit wurden als K.-o.-Kriterien angeführt.

So soll die nun doch auserkorene Zufahrt von der Leerütistrasse her in die Galistrasse erfolgen – und dann weiter über Feldwege entlang der Gemeindegrenze zwischen Gossau und Mönchaltorf.

Die Leerütistrasse führt von der Ausfahrt Oetwil der Forchautostrasse direkt hinunter nach Gossau. Dem Auffahrrisiko bei Abbiegemanövern von der Leerütistrasse will der Kanton laut Regierungsrat mit einem Ausbau dieses Knotens begegnen. So soll etwa der Zufahrtswinkel in die Galistrasse angepasst und eine Linksabbiegespur geschaffen werden – alles auf Kosten des Betreibers der Deponie.

Angst um Sicherheit der Schüler

Dies geht aus einer Antwort des Regierungsrats auf eine Anfrage von FDP-Kantonsrat Simon Vlk aus Uster hervor. Dieser hatte nochmals alle Argumente gegen die jetzt vom Amt für Raumentwicklung gewählte Variante ins Feld geführt: von der Verkehrssicherheit über das Gefälle, die Streckenlänge, den Lärm, die Waldrodung bis hin zur Bevölkerungssicherheit.

So bestehe die Gefahr eines Schleichwegs über den Mönchaltorfer Weiler Brand. Und damit werde der Schulweg der dort lebenden Kinder tangiert. Dieses Argument wurde von der Gemeinde Mönchaltorf und Anwohnern in Stellungnahmen bekräftigt.    

Eine Karte zeigt die drei geplanten Deponien Leerüti, Tägernauer Holz sowie Erzacher.
Die Deponie Leerüti (blaue Fläche in der Bildmitte) kommt auf Egger, Gossauer und Mönchaltorfer Boden zu liegen. Die Zufahrt (rote Linie) soll von der Leerüti- und der Galistrasse her über Feldwege geführt werden. Rechts auf der Karte ist die geplante Deponie Tägernauer Holz (blaue Fläche) zu sehen und unten in Grün und Gelb die geplante Deponie Erzacher.

Mit gut 1,3 Kilometern ab der Forchautostrasse-Ausfahrt bis zur Grube liege die Zufahrtslänge im Mittelfeld der untersuchten Varianten. Was den Lärm anbelange, komme es selbst bei einem Mehrverkehr von 100 Lastwagenfahrten an Spitzentagen «zu keiner wahrnehmbaren Mehrbelastung» beim Weiler Leerüti, der direkt an der Verbindungsstrasse nach Gossau liege.

Und zu den Befürchtungen wegen der Gefährdung von Schülern hält der Regierungsrat fest, dass im Rahmen der Erarbeitung des Gestaltungsplans für die Deponie Leerüti die Zufahrt «weiter optimiert» werde. So seien entsprechende Sicherheitsmassnahmen vorzusehen. Letztlich habe die Baudirektion für die Erschliessung «die beste Variante» gewählt, auf Basis einer «umfassenden Interessenabwägung».   

Mindestens in Gossau zeigt man sich glücklich über die gewählte Variante. «Wir in Gossau haben das Resultat im positiven Sinn zur Kenntnis genommen», hält Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP) fest. «Für uns war es auch eine gute Variante, weil kein oder nur wenig Land durchschnitten wird.» 

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