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Übernimmt ein neuer Betreiber?

Um Angebot zu prüfen: GZO verschiebt Gläubigerversammlung

Das Angebot zur Übernahme des GZO-Spitalbetriebs scheint prüfenswert zu sein. Die Sachwalter wollen mehr Zeit und beantragen, die Nachlassstundung zu verlängern.

Noch immer eine Baustelle, auch im übertragenen Sinn: das GZO Spital in Wetzikon.

Foto: Simon Grässle

Um Angebot zu prüfen: GZO verschiebt Gläubigerversammlung

Das Angebot zur Übernahme des Betriebs des GZO Spitals scheint prüfenswert zu sein. Die Sachwalter wollen mehr Zeit und beantragen, die Nachlassstundung zu verlängern.

Vor Kurzem ist ein neuer Mitspieler im Ringen ums GZO aufgetaucht. Die Aevis Victoria SA – respektive ihre Tochtergesellschaft Swiss Medical Network Holding SA – hat ein Angebot zur Übernahme des Spitalbetriebs eingereicht.

Wie die Sachwalter des GZO am Mittwochmorgen bekannt gegeben haben, soll nun die auf Mitte Mai geplante Gläubigerversammlung tatsächlich verschoben werden. Auf wann, ist noch unklar. Ebenso will man beim Nachlassgericht die Frist der Nachlassstundung verlängern. Möglich ist das noch bis längstens 19. Dezember.

Die Sachwalter wie auch das GZO wollen offiziell nicht bestätigen, mit welcher Firma sie im Moment Übernahmeverhandlungen führen. Es liegt aber ein schriftliches Angebot vor, das im Vergleich zum vorliegenden Sanierungsplan eine potenziell höhere Nachlassdividende für die Gläubiger versprechen könnte.

Was macht der Kanton?

Das Angebot sieht gemäss der Mitteilung des Spitals vor, dass sämtliche betriebsnotwendigen Vermögenswerte an einen Investor verkauft werden und der Betrieb des Spitals einschliesslich der Mitarbeitenden durch einen externen Spitalbetreiber fortgeführt wird.

Das Angebot ist allerdings an verschiedene Bedingungen geknüpft – insbesondere an die gesicherte Übertragung oder Neuerteilung der kantonalen Leistungsaufträge auf den neuen Spitalbetreiber. Der Leistungsauftrag berechtigt ein Spital dazu, zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abzurechnen, und es erhält für die stationäre Behandlung von Zürcher Patientinnen und Patienten einen Kantonsbeitrag.

Die Zürcher Gesundheitsdirektion habe auf frühere Anfragen der GZO AG wiederholt festgehalten, dass Leistungsaufträge sowohl an den Standort wie auch an den jeweiligen Rechtsträger, in diesem Fall die GZO AG, gebunden seien. Das GZO will dem Anbieter deshalb zusätzlich Zeit einräumen, um offene Fragen bezüglich der Leistungsaufträge mit dem Kanton zu klären. «Es ist daher unumgänglich, die geplante Gläubigerversammlung von Mitte Mai zu verschieben», schreibt das Spital.

Gesundheitsdirektion reagiert ablehnend

Gespräche haben aber offensichtlich noch nicht stattgefunden. Man nehme die neuesten Entwicklungen zur Kenntnis, schreibt die Gesundheitsdirektion auf Anfrage.

Die Entwicklungen würden weniger zu einer Klärung der Situation, als zu einer zunehmenden Verunsicherung der Bevölkerung im Zürcher Oberland beitragen. «Das fehlende Verantwortungsbewusstsein der GZO-Verantwortlichen und die anhaltende negative Berichterstattung schaden der gesamten Spitallandschaft und belasten die übrigen Spitäler», heisst es weiter.

Ohne einen verbindlichen Verzicht auf die Leistungsaufträge durch die GZO AG sehe sich die Gesundheitsdirektion nicht veranlasst, «eine allfällige Übertragung der kantonalen Leistungsaufträge auf einen anderen Rechtsträger zu prüfen.» Man habe das GZO zur Stellungnahme aufgefordert. Bis dahin sei die GZO AG in der Pflicht, die Leistungsaufträge zu erfüllen.

Nachlassvertrag steht

Auch wenn die Verhandlungen mit dem Anbieter laufen, konnte das Spital die Arbeiten am bisherigen Sanierungskonzept zwischenzeitlich abschliessen.

Laut der Mitteilung des GZO liegt ein ausformulierter ordentlicher Nachlassvertrag als Vorschlag bereit. Damit sei sichergestellt, dass den Gläubigern zeitnah ein nachhaltiger Nachlassvertrag zur Abstimmung vorgelegt werden könne. Dies für den Fall, dass sich das Angebot letztlich nicht umsetzen lassen sollte.

Swiss Medical Network Holding SA schliesst Privatklinik in Winterthur

Die Swiss Medical Network Holding SA sorgt derzeit nicht nur im Oberland für Schlagzeilen. Wie die Plattform «Medinside» vergangene Woche berichtete, will die Gruppe die Privatklinik Lindberg in Winterthur schliessen. Die Unternehmensleitung hat vor, den stationären Betrieb auf die Privatkliniken Belair in Schaffhausen und Bethanien in Zürich zu konzentrieren.

Die Klinik Lindberg hat laut «Medinside» 94 akkreditierte Ärztinnen und Ärzte. 125 Personen arbeiten dort, und jedes Jahr werden rund 1700 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. (bes)

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