Das «Jahr ohne Sommer» bleibt im Oberland in Erinnerung
Nach Vulkanausbruch
Im Sommer 2016 ist in der Region der 200 Jahre zuvor grassierenden Hungersnot mit vielen Anlässen gedacht worden. Nun sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser Krise nachgetragen worden.
Die Zustände in weiten Teilen des Zürcher Oberlands waren 1816 katastrophal. Viele Menschen hatten nur noch Gräser, Blätter und Wurzeln oder gedörrte Kartoffelschalen und erfrorene Feldbohnen zu essen. So erinnerte sich der Oberländer Schriftsteller Jakob Stutz, der die damalige Hungerkrise als Jugendlicher selbst erlebt hatte, später in seiner Autobiografie. Viele seiner Schulkameraden habe er damals nicht mehr erkannt, weil sie durch den Hunger so entstellt gewesen seien.
Zur Krise beigetragen hatte der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora ein Jahr zuvor. Der durch die ausgestossene Asche verdunkelte Himmel sorgte während Monaten im Nordosten Amerikas sowie in West- und Südeuropa für eine massive Abkühlung – und in der Folge zu grossen Ernteausfällen.

