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Hiag verkauft weitere Liegenschaften

Der alte Bahnhof Aathal erhält neuen Besitzer

Der Ausverkauf im Aatal geht weiter. Schon wieder hat die Immobilienentwicklerin Hiag drei Liegenschaften verkauft.

Diese drei Häuser in Aathal – den alten Bahnhof links, den ehemaligen Konsum samt einstiger Gemeindeverwaltung in der Mitte und die alte Mühle rechts – verkauft die Immobilienentwicklerin Hiag an Private.

Bild: Christian Brändli

Der alte Bahnhof Aathal erhält neuen Besitzer

Hiag verkauft weitere Liegenschaften

Die Immobilienentwicklerin Hiag stösst weitere Häuser in Aathal ab. Mit dem Erlös will die schweizweit tätige Firma grössere Projekte realisieren.

Der Ausverkauf der Immobilienentwicklerin Hiag im Aatal geht weiter. Erstmals veräussert die Firma Liegenschaften, die südlich der Zürichstrasse liegen.

Erst im Herbst 2025 hat sie ihren ganzen Bestand nördlich der durch das Dorf Aathal führenden Hauptschlagader abgestossen. Fast alle dieser teilweise über 200-jährigen Häuser sind an den Ustermer Gartenbauer Oliver Egli übergegangen. Schon im Jahr 2021 hatte die Firma die Wohngebäude in Unter-Aathal verkauft.

«Solide Rendite»

Im Oktober schrieb die Hiag über die Immobilienvermittlerin Remax drei markante Gebäude an der Zürichstrasse respektive der Gstalderstrasse aus. Mit der Bezeichnung «solide Rendite» wurden die Liegenschaft Zürichstrasse 25 direkt an der mit einem Lichtsignal ausgerüsteten Kreuzung sowie das gegenüberliegende Haus mit der Nummer 27 angepriesen. Während Erstere, eine ehemalige Mühle aus dem 19. Jahrhundert, als Wohnhaus dient – mit «sehr tiefen Mietzinsen», wie es im Inserat hiess –, ist im anderen Gebäude neben zwei Wohnungen und Büros auch ein Brautmodegeschäft zu finden.

Bei der dritten Liegenschaft handelt es sich um den alten, 1883 gebauten Aathaler Bahnhof, der 1992 verschoben wurde. Aktuell sind dort eine Tierarztpraxis und eine Physiotherapiepraxis eingemietet. Das «Stück Geschichte», wie das Gebäude von der Remax betitelt wurde, «könnte voraussichtlich zu Wohnzwecken umgenutzt werden». Ob es dazu kommt, ist ungewiss. Im Unterschied zu den beiden anderen Liegenschaften ist hier die Handänderung nämlich noch nicht über die Bühne gegangen.

Die Hiag schweigt sich deshalb noch über den Wechsel aus. Wie Stefan Hilber, der Finanzchef der Hiag, erklärt, wäre die Eigentumsübertragung eigentlich noch im Januar geplant. Nicht als Käufer auftreten wird Christian Spirig, der die Veterinärklinik betreibt, wie er auf Anfrage ausführt.

Die beiden anderen Liegenschaften mit «solider Rendite» sind an zwei Privatleute aus Stäfa und Hinwil verkauft worden. Gemäss Angaben der Hiag haben sie bisher eine Bruttorendite von gut drei Prozent erbracht. Zu welchem Preis sie nun den Besitzer gewechselt haben, dazu will Hilber keine Angaben machen.     

Rasch Käufer gefunden

Klar ist nur, dass es in der Region zurzeit eine hohe Nachfrage nach Immobilien gibt. Das bestätigt nicht nur der CFO der Hiag, sondern zeigt sich auch am Umstand, dass die drei Liegenschaften genau einmal ausgeschrieben werden mussten. Mieter, die als Käufer infrage kommen, geht die Hiag jeweils direkt an, wie Hilber ergänzt.

Dass viele potenzielle Käufer vorhanden sind, schlägt sich für die Hiag auch positiv auf den Erlös nieder. So lägen die Verkaufspreise «mehr als 20 Prozent über dem letzten Schätzwert», hält Hilber fest. Noch besser sieht es beim alten Aathaler Bahnhof aus. Für dessen Verkauf und die Veräusserung eines Areals in Saint-Maurice rechnet die Immobilienentwicklerin mit einem Verkaufsvolumen von rund vier Millionen Franken – wobei mutmasslich den grösseren Teil das Areal im Wallis einbringt. Der Erfolg dieser Transaktion wird auf zwei Millionen veranschlagt.

Geld von wenig attraktiven für profitable Objekte

Schweizweit hat die Hiag im zweiten Halbjahr 2025 Areale und Liegenschaften im Wert von 83 Millionen Franken abgestossen. «Alle Verkäufe stehen im Einklang mit der im August kommunizierten Strategieschärfung der Hiag, die eine fokussierte Weiterentwicklung und Wertsteigerung des Portfolios an strategisch relevanten Standorten vorsieht», heisst es bei der Hiag im Managersprech.

Übersetzt heisst das, dass alle kleineren Liegenschaften und nicht attraktiven Areale veräussert werden, um flüssige Mittel zu erhalten, die dann wieder für Zukäufe und Projekte verwendet werden, welche eine höhere Rendite erwarten lassen. «Capital Recycling» heisst es dazu von Hilber.

Als die Hiag 2010 die Immobilien der einstigen Spinnerei Streiff AG übernahm, kam sie in den Besitz fast des ganzen Aatals vom Autobahnende bei Oberuster bis und mit der einstigen Fabrik Floos am Ortseingang von Wetzikon. Von diesem riesigen Portfolio ist gut 15 Jahre später nicht mehr viel übrig.

Im Wesentlichen sind noch die grosse einstige Spinnerei, das am und im Berg liegende Lagergebäude sowie die Flächen vom Bahntunnel bis zum Ende des Bahnhofs Aathal in der Talwis im Besitz der Hiag. Seit mehreren Jahren projektiert sie dort eine Überbauung, musste die Pläne mangels Ankermieter aber immer wieder ändern.

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